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Goldpreis: „Währungen sind nicht mehr sicher“

Investoren in aller Welt schauen wieder verstärkt auf den Goldpreis. Während die einen aus Angst kaufen, tun es andere aus Liebe. Am wichtigsten für die Preisentwicklung sind aber derzeit die mächtigsten Banken der Welt.

Münzen und Barren: Gold ist in Krisenzeiten gefragt. Quelle: SAP/dpa
Münzen und Barren: Gold ist in Krisenzeiten gefragt. Quelle: SAP/dpa

FrankfurtFurcht und Liebe sind ein Teil des Goldmarkts. Die meisten Anleger meinen zwar, der Preis des Metalls werde von Furcht getrieben, der Furcht vor Krisen und Inflation. Die Angelsachsen sprechen von einem "fear trade". Das ist aber nur teilweise richtig. Viel wichtiger ist nach dieser Diktion die Liebe, der Drang zum Gold. Vor allem für die Asiaten ist Gold ein "love trade". Es gehört zu ihrer Kultur, und bei steigendem Wohlstand greifen besonders Chinesen und Inder umso lieber zu. Aus Furcht kaufen vor allem die Europäer.

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Die größten Goldnachfrager

  • Welche Region sind die größten Nachfrager?

    Zwischen 1980 und 2010 hat sich die weltweite Gold-Nachfrage von Europa und Nordamerika nach Ostasien und Indien verschoben. 1980 kam aus Nordamerika und Europa noch 68 Prozent der Nachfrage, 2010 waren es noch 27 Prozent. Die Ostasiaten und Inder steigerten sich dagegen von 14 auf 58 Prozent.

  • Was wird nachgefragt?

    Der Großteil der Nachfrage lag 1980 noch im Investmentbereich, Goldschmuck spielte damals eine geringere Rolle. Bis zum Jahr 2000 machten Investments einen immer geringeren Teil der Nachfrage aus, die Bedeutung von Schmuck dagegen stieg. Nach 2000 wandelte sich das Verhältnis wieder. Seitdem machen Investitionen knapp 40 Prozent der Gesamtnachfrage aus.

  • Wer kauft Goldschmuck?

    Die West-Ost-Verlagerung zwischen 1980 und 2010 zeigt sich besonders stark beim Goldschmuck. 1980 kamen lediglich 22 Prozent der Nachfrager aus Indien und Asien, 2010 waren es 66 Prozent.

  • Wer sind die Gold-Investoren?

    Zwischen 2000 und 2010 ist der Anteil der Europäer und Nordamerikaner unter den Investment-Nachfragern von unter zehn auf über 40 Prozent angestiegen.

  • Woher kommen die Technologie-Nachfrager?

    Die Goldnachfrage in der Technologie-Branche wird zunehmend von Ostasien getragen. Sie stieg zwischen 1970 und 2010 von 17 auf 67 Prozent.

Die Zahlen für das zweite Quartal haben das eindrucksvoll bestätigt. Die weltweite Nachfrage sank laut Minenlobby World Gold Council im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent. Chinesen und Inder kauften nur noch 337 Tonnen Gold in Form von Münzen, Barren oder Schmuck, 124 Tonnen weniger als im Jahr zuvor - und überlagerten damit das europäische Nachfrageplus deutlich. Die gesamte Nachfrage betrug nur noch 990 Tonnen.

Drei der wichtigen Nachfragekomponenten lagen im Minus: die Nachfrage nach Münzen und Barren, die nach Schmuck und die der Industrie. Da ist es schon eher verständlich, wenn der Preis fast 300 Dollar unter dem Höchststand des vergangenen Jahres von 1 900 Dollar liegt und in den vergangenen Monaten unter Druck geriet.

Die Goldreserven der Staaten

  • USA

    Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

    Stand: Januar 2014

  • Deutschland

    Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

  • Internationaler Währungsfonds (IWF)

    Goldschatz: 2.814 Tonnen

  • Italien

    Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

  • Frankreich

    Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

  • China

    Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

  • Schweiz

    Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

  • Russland

    Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

  • Japan

    Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

  • Niederlande

    Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

  • Indien

    Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

  • Türkei

    Goldschatz: 506,3 Tonnen

  • Europäische Zentralbank (EZB)

    Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Doch eine weitere Nachfragegruppe federte den Preisabschwung ab. Die Notenbanken orderten über 157 Tonnen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Vor allem die Zentralbanken aus Schwellenländern stocken ihre Bestände auf. Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, die Türkei und Kasachstan gehören dazu. Dieser Trend dürfte anhalten.

  • 24.08.2012, 10:23 Uhrkommi2001

    Werte Handelsblatt Redakteure !
    In Ihrer Geschichte des Goldes haben Sie die Eroberungen der Spanier im 16 Jh.in Amerika und die Ausbeutung der Goldvorkommen von Mexiko bis Peru völllig ausgeblendet.Der teilweise Raub dieser Goldschätze durch die englischen Piraten ermöglichte, zum teil, den Auftstieg Englands zur Weltmacht.Für die Geschichte des Goldes!
    MfG kommi2001

  • 24.08.2012, 09:40 UhrAstrologinPalmer

    Ich verstehe die Diskussion nicht, warum man kein Gold haben sollte.
    Aus der Sicht der Regierungen und der Finanzmafia ist natürlich das Bestreben der Bürger, deckungsloses Fiat-Papiergeld in Gold-"Geld" umzutauschen, genauso schädlich wie für den Teufel das Weihwasser.
    Aus diesem Grund gab es ja auch in Amerika das Verbot, Gold zu besitzen.
    Sogar der berüchtigte US-Grünspan ließ sich in diesem Zusammenhang zu der Bemerkung hinreisen, daß "....die Goldbesitzer die Einzigen sein werden, die ihr Vermögen erhalten können...". und dass man daraus schlußfolgern müsste, dem Bürger den Ausweg aus seiner Enteignung zu versperren...indem man ihm den Besitz von Edelmetallen verwehre.
    Bisher ist noch jede Papier-Währung fast auf Null gegangen, während Gold seit 2000 Jahren seine Kaufkraft erhalten hat.
    Da den Deutschen die 3.Währungsreform innerhalb 100 Jahren ins Haus steht, ist die Flucht in werthaltige Anlagen der einzige Ausweg, der kommenden Enteignung wenigstens teilweise zu entgehen.

  • 24.08.2012, 08:55 UhrLiberty

    Die wenigsten verstehen wohl, dass unser ungedecktes Papiergeld- und Teilreservesystem die Krise erst ermöglicht hat. Aber das aufzugeben würde dier Politik ja ihres liebsten Spielzeugs entledigen und man könnte keine Schulden ohne Ende machen um Wählerstimmen zu kaufen. Das ist es doch einfacher auf Banker und Spekulaten zu schimpfen obwohl sie doch nur eine Folge diese Systems sind und nicht die Ursache der Krise.

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