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Chartanalyse: Euro auf dem Weg zum alten Höchststand

Mit dem Anstieg über 1,44 Dollar rückte der Euro bei Anlegern und Exporteuren zurück ins Bewusstsein. Bereits seit Anfang März folgt die Gemeinschaftswährung einem Aufwärtstrend. Charttechniker sehen die Währung wieder auf dem Weg zur 1,60-Dollar-Marke.

von Hans-Dieter Schulz
Derzeit steigen die Börsenkurse im Gleichklang mit dem Euro an. Der Wechselkurs des Euros gegen den Dollar läuft dabei den Aktienmärkten etwas voraus. Quelle: ap
Derzeit steigen die Börsenkurse im Gleichklang mit dem Euro an. Der Wechselkurs des Euros gegen den Dollar läuft dabei den Aktienmärkten etwas voraus. Quelle: ap

DARMSTADT. Der Aufwärtstrend stagnierte während der Sommermonate etwas, während sich das Interesse der Marktteilnehmer mehr auf die wieder erstarkenden Aktienmärkte konzentrierte.

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Derzeit steigen die Börsenkurse im Gleichklang mit dem Euro an. Der Wechselkurs des Euros gegen den Dollar läuft dabei den Aktienmärkten etwas voraus. Um so interessanter ist die Frage, ob es dem Euro nach dem Durchbruch über die grau eingezeichnete Widerstandszone gelingt, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen.

Die Charttechnik spricht dafür. Nach den heftigen Schwankungen seit dem Hoch bei 1,60 Dollar pro Euro im Juli 2008 dürfte künftig wieder mehr Ruhe an den Währungsmärkten einkehren. Im Chart lässt sich ein klarer Aufwärtstrend einzeichnen, der gegenwärtig bei 1,42 Dollar die Kurse stützt. Mit dem Anstieg über das Zwischenhoch aus dem Dezember (1,44 Dollar) hinaus ist zudem der Weg zu weiteren Kursgewinnen aus technischer Sicht frei. Der nächste Widerstand leitet sich aus den Hochpunkten um 1,48 bis 1,49 Dollar pro Euro ab, wo die Kurse im November 2007, Januar 2008 und September 2008 zurücksetzten. Nimmt der Euro auch diese Hürde, sind die Hochpunkte bei 1,60 Dollar durchaus als realistisches Kursziel einzustufen.

Ein Indikator für die Attraktivität einer Währung ist die Rendite für die jeweiligen Staatsanleihen. Im Schaubild ist die Renditedifferenz von US Treasury Bonds abzüglich der Durchschnittsrendite für 10-jährige deutsche Staatsanleihen eingezeichnet. Die US-Anleihen rentierten in den letzten Jahren meist etwas höher als die deutschen, so dass sich eine positive Differenz ergibt.

Die abnehmende Renditedifferenz seit 2006 verhalf dem ohnehin steigenden Euro zu einem ungeahnten Höhenflug. Als der Trend in den Renditen gebrochen wurde, stärkte das den Dollar, und der Euro fiel. Dass die Bewegung so heftig ausfiel, war allerdings nicht der Renditedifferenz geschuldet, sondern der Tatsache, dass der Dollar im Verlauf der Krise als Fluchtwährung gefragt war.

Aktuell scheinen sich die US-Renditen wieder dem europäischen Renditeniveau anzunähern. T-Bonds werden aus Anlegersicht also gegenwärtig wieder etwas uninteressanter - und damit auch der Dollar. Nur wenn der Euro unter seinen Aufwärtstrend zurückfallen sollte, wäre die Lage wieder neutral einzustufen.

Der Autor, Hans-Dieter Schulz, ist Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Lutz Mathes sein Mitarbeiter.

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