
DÜSSELDORF. Die Märkte kommen nicht zur Ruhe: Die Aktienbörsen fahren Achterbahn, der Euro steckt in der Krise, am Bondmarkt flüchten Anleger in als sicher eingestufte Bundesanleihen – und der Goldpreis setzt seine Rekordjagd fort. 1 252 Dollar kostete die Feinunze Gold vergangene Woche in der Spitze, ehe leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Auch in Euro war das Edelmetall mit 1 051 Euro je Feinunze so teuer wie noch nie und wurde damit seinem Status als Krisenwährung gerecht.
Gold-Begeisterte sehen den Preis damit aber noch lange nicht am Ziel. Sie gehen davon aus, dass sich die Fluchtbewegung der Anleger noch verstärkt. Selbst drastische Preisprognosen von 2 000 Dollar und mehr für Gold sind keine Seltenheit.
Bemerkenswert an der jüngsten Rally des Goldpreises ist, dass sie bei parallel steigendem Dollar-Kurs stattfand. In der Regel laufen die beiden Kurven gegenläufig. Auch im vergangenen Herbst, als Gold erstmals über 1 200 Dollar stieg, ging die Bewegung mit einer Dollar-Schwäche einher. Und die anschließende Korrektur im Dezember fiel mit dem Beginn der Euro-Talfahrt zusammen. Frederik Altmann, freier technischer Analyst, wertet diese Umkehrung der Korrelation von Gold und Dollar als Signal für eine „starke Inflationserwartung am Markt, die die Nachfrage nach Gold schürt“.
Mit seinem Kursziel ist Altmann deutlich bescheidener als die Optimisten am Markt, er gibt für Gold lediglich eine Zielmarke von 1 285 Dollar aus. „Mehr lässt sich aus dem Chart nicht seriös ableiten“, sagt Altmann.
Gold steigt doch nicht, weil es als Asset zufällig in Mode gekommen ist, sondern weil andere Anlageformen mittlerweile zu fragwürdig sind. Wer in Gold investiert, tut dies nicht aus Gewinnstreben, sondern aus inflationserwartung. Angesichts eines kollabierenden Finanzsystems mit Chartanalysen und klassischen Anlagestrategien zu argumentieren, wirkt da ein wenig hilflos bis ignorant. Seit 3 Jahren ist der Goldpreis stets "zu hoch" und hätte normalerweise schon mehrfach fallen müssen. Leider perlen alle bearischen Prognosen an Gold ab. Und die Gründe hierfür sind längst nicht aus der Welt geräumt. im Gegenteil.
@ [1]
Für normale Zeiten, oder sollte ich lieber sagen für vergangene Zeiten, ist die Erfordernis einer strikten Ausstiegsdefinition, also eines Stop Los, sicher richtig.
Dies bedingt aber die Unterstellung einer investionsstrategie. Unter Zugrundelegung einer "save heaven" Strategie trifft dies allerdings nicht zu.
Und ganz ehrlich: ich fühle mich nicht gerade in Versuchung bei einem sinkenden Goldpreis in eine genauso risikobehaftete Verzinsungsanlage mit einer Verzinsung zwischen 2 und 4 % zu wechseln. Unter berücksichtigung entsprechender Verwaltungskosten, selbst moderater inflationsannahmen und ordnungsgemäße Versteuerung vorausgesetzt, dürfte bei allen konservativen Anlageformen eine etwas mehr oder weniger negative Realrendite rauskommen.
Da fällt einem die Überlegung: GOLD iST GOLD UND bLEibT GOLD doch gar nicht so schwer.
Es ist wie immer, wenn Prognosen für den Goldpreis angestellt werden, je nach persönlichem Wunschdenken und bereits erfolgtem finanziellem Engagement gibt es Argumente für steigend und fallend. Aber alle verfügbaren informationen sind natürlich bereits eingepreist.
Einzig die Trendfolge bietet empirisch nachweisbar ein Werkzeug, das erlaubt im statistischen Mittel besser abzuschneiden als der Markt. Die Fortsetzung des Trends ist über die Zeitachse eben wahrscheinlicher als eine Trendwende. in diesem Sinne ist das Gold derzeit tatsächlich einen Kauf wert, aber nur mit vorher definierter Ausstiegsdefinition, unabhängig von irgendwelchen Fakten, warum Gold weiter steigen muss.





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