Chartanalyse

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Chartgespräch: „Der Dax-Rückschlag wird sich noch fortsetzen“

Optimisten sehen den Dax nach wie vor im Aufwärtstrend. Doch Lutz Mathes vom Chartbüro Hans-Dieter Schulz warnt vor allzu viel Euphorie. Er sieht klare Anzeichen, dass der Dax eine Pause einlegt. Vorerst.

Händler an der Frankfurter Börse. Quelle: dpa
Händler an der Frankfurter Börse. Quelle: dpa

DüsseldorfDer September gilt als der schwierigste Börsenmonat. Die Schuldenkrise, die Konjunkturabkühlung in weiten Teilen der Welt und der rasante Börsenanstieg von Januar bis August schienen ideale Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der diesjährige September seinem schlechten Ruf gerecht wird.

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Doch es kam bekanntlich anders: Der Dax setzte seine Rally unbeirrt fort und stieg um weitere sechs Prozent. Mit einem bisherigen Zuwachs von 25 Prozent winkt dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer das erfolgreichste Jahr in seiner Geschichte.

Börsen-Boom Die gefährlichste Rally aller Zeiten

Die Aktienkurse sind zuletzt kräftig gestiegen. Und sie werden es weiter tun, sagen Experten. Viel weiter. Doch die wundersame Geldvermehrung hat Risiken und Nebenwirkungen. Eine Spurensuche

Bleibt also der Rückschlag in diesem Jahr aus, und dürfen sich Anleger auf eine Jahresendrally freuen? Noch nicht. "Der Rückschlag hat längst begonnen und wird sich noch eine Weile fortsetzen", sagt Lutz Mathes, Chef des renommierten Chartbüros Hans-Dieter Schulz in Darmstadt.

Mit Rückschlag meint er die Kursrückgänge in der vergangenen Woche, die den Dax in der Spitze um immerhin zweieinhalb Prozent drückten. Ehe Mathes eine Prognose für die nächsten Monate wagt, bemüht er das "große Bild", das heißt den längerfristigen Blick zurück.

Diese "Turnaorund"-Wetten haben funktioniert

  • Wette 1

    Pro Sieben Sat 1. galt Anfang 2009 als sicherer Pleitekandidat. Zu hoch verschuldet, keine Wachstumsperspektiven. Die Aktie rutschte auf 0,90 Euro ab. Mittlerweile, rund drei Jahre später, kosten die Papiere wieder mehr als 18 Euro. Zeitweise notierte die Aktie sogar bei mehr als 25 Euro.

    Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,90 Euro

    Aktienkurs heute: 18 Euro

  • Wette 2

    Hugo Boss hat eine ganz ähnliche Geschichte wie Pro Sieben Sat 1. Bei beiden Unternehmen stieg einst Finanzinvestor Permira ein. Den Kaufpreis durften die MDax-Konzerne freundlicherweise selbst bezahlen, die Schuldenquote stieg. Während der Finanzkrise mieden Investoren Aktien von Unternehmen, die hoch verschuldet waren, auch Hugo Boss. Doch der Modekonzern zahlt seine Schulden pünktlich zurück. Mehr noch: er verdient prächtig.

    Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 8,82 Euro

    Aktienkurs heute: 74 Euro

  • Wette 3

    SAF Holland galt lange Zeit als sicherer Pleitekandidat. Die Banken wollten keine Kredite mehr locker machen, der Schuldenstand wuchs. Doch der LKW-Zulieferer hat die Krise überstanden, die Produkte von SAF sind gefragt.

    Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,35 Euro

    Aktienkurs heute: 4,60 Euro

  • Wette 4

    Infineon galt einst als die heißeste Wette im Dax. Monatelang bangten die Anleger 2008 und 2009 um den Chiphersteller. Wegen der Finanz- Und Wirtschaftskrise verbrannte Infineon das Geld in Windeseile. Wer damals an das Unternehmen glaubte, wurde reich belohnt.

    Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,39 Euro

    Aktienkurs heute: 5,50 Euro

  • Wette 5

    Continental wurde voll von der Finanzkrise, die zu einer Krise der Autoindustrie wurde, erwischt. Banken taten sich bei der Finanzierung schwer, der Aktienkurs rutschte. Schnäppchenjäger griffen zu.

    Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 10,99 Euro

    Aktienkurs heute: 80 Euro

  • Wette 6

    Villeroy & Boch ist in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten. Der Hersteller von Badezimmer-Ausstattungen musste eine Millionenstrafe wegen Preisabsprachen bezahlen, der Aktienkurs rutschte in der Folge ab. Wer einstieg, hat alles richtig gemacht

    Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 3,10 Euro

    Aktienkurs heute: 7,50 Euro

Der Dax startete seinen Aufwärtstrend im Oktober vergangenen Jahres bei knapp 5.000 Punkten, ehe sich im Juni, beginnend bei 6.000 Punkten, ein noch steilerer Aufwärtstrend anschloss (siehe Chart). Zuletzt war es dem Dax gelungen, auch diesen steileren Aufwärtstrend nach oben zu durchbrechen. Eben jener Ausbruch werde jetzt im Rahmen einer "gesunden Abkühlung korrigiert".

"Gesund" ist für den Charttechniker die Korrektur, solange der Aufwärtstrend nicht beschädigt wird. "Bis auf 7.000 Punkte darf der Dax fallen, ohne dass Schaden entsteht." Mathes ist davon überzeugt, dass der Dax Kraft für eine neuerliche Rally sammelt, wenn er jetzt erst einmal nach unten hin korrigiert.

  • 27.12.2012, 21:10 Uhrcarsten

    prognose ist eingetreten ;-)

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