
DüsseldorfEs ist im Nachhinein die Beste aller Welten: Erst scheitern die Aktienkurse wochenlang an ein und derselben Hürde. Als sie diese schließlich doch überwinden, springen sofort neue Anleger auf den fahrenden Börsenzug und hieven so die Kurse rasant weiter nach oben.
So geschehen im Dax. Nach seiner fulminanten Jahresanfangsrally schien bei 7.000 Punkten Schluss zu sein. Die Nervosität unter Anlegern stieg, die Umsätze sanken, und die Marktbreite verschlechterte sich. Das heißt, wenigen Gewinner-Aktien standen zeitweise viele Verlierer gegenüber. Das ist ein negatives Signal. Jeder neue Anlauf auf 7.000 scheiterte.
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.
Als es in der vergangenen Woche endlich klappte, sprang der Dax binnen weniger Stunden um weitere 100 Punkte nach oben. Auch an den Folgetagen gab es keine Rückschläge. Damit scheint die Gefahr eines charttechnischen Fehlsignals gebannt. Am heutigen Montag geht es nur leicht nach unten - um 0,3 Prozent auf 7.128 Punkte.
„Charttechnisch ist jetzt der Weg nach oben frei bis zum nächsten großen Widerstand bei 7.600 Punkten“, sagt Lutz Mathes, Chef des renommierten Chartbüros Hans-Dieter Schulz in Darmstadt. Das wären vom aktuellen Niveau aus weitere sechs Prozent.
Der angesprochene Widerstand ergibt sich aus der Entwicklung im vergangenen Jahr: 2011 war es dem Dax im Frühjahr und Sommer in wiederholten Anläufen nicht gelungen, diese Hürde von 7600 Punkten zu überspringen. Mehr noch: Als Anleger nach einem halben Dutzend gescheiterter Anläufe der Mut verließ, fiel Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer schließlich dramatisch um 2000 Punkte.

Der Weg ist frei doch die eigentliche Frage ist wo hin nach oben oder nach unten. Aber wir haben ja das Glück das wir live dabei sind und die Frage sich von selbst beantworten wird.

Die Ironie ist völlig unangebracht, wenn man keine Ahnung hat.... Sie wissen schon ;-)
Der Weg ist erst dann frei wenn die 7000er Marke als Unterstützung getestet wird, da kann dieses Niveau noch so oft ein Widerstand gewesen sein das spielt nur eine kleine Rolle.

Die Chartanalysten erwarten also weitere Steigerungen. Meine Wahrsagerin und die Tarotkarten Tante erwarten hingegen starke Kurseinbrueche waehrend die Voodoo Zauberin von nebenan weiter an der Aufwaertstrend glaubt.
Ich werde gleich mal beim Handlinienleser anfragen um mir Klarheit zu verschaffen.






4 Kommentare
Alle Kommentare lesen