
DÜSSELDORF. Selten wurden Anleger so lange auf die Folter gespannt. Seit dem Frühjahr pendelte der Dax in engen Spannen auf und ab, ohne sich für eine Richtung zu entscheiden. In der abgelaufenen Woche brach der Dax dann fulminant nach oben aus und kletterte bis auf 6 387 Punkte, den höchsten Stand seit zwei Jahren. Doch der so sehnsüchtig erwartete Ausbruch droht sich als Fehlsignal zu erweisen, sagt Klaus Deppermann von der BHF-Bank. Er sieht den Dax auf 6 000 Punkte, im Extremfall sogar bis auf 4 500 Punkte fallen.
Brechen die Börsen nach einer langen Seitwärtsbewegung nach oben aus, interpretieren Anleger dies üblicherweise positiv. Erst recht, wenn sich im Chartbild ein aufsteigendes Dreieck zeichnen lässt und der Index - wie nun der Dax - dieses nach oben hin verlässt. Doch rückblickend auf fünf Jahrzehnte stellt Deppermann fest, dass solch ein Ausbruch nach oben in den meisten Fällen nur kurz währte, ehe die Börse in ihr ursprüngliches Dreieck zurückfiel und Anleger daraufhin entnervt verkauften. "Fehlsignale führen häufig zu einer dynamischen Bewegung in die Gegenrichtung, sobald die Investoren das falsche Signal als solches erkennen." Einen Vorgeschmack bekamen Anleger am Freitag, als der Dax nach Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten in wenigen Sekunden mehr als 80 Punkte verlor.
Doch das aufsteigende Dreieck ist für Deppermann nicht der einzige Warnhinweis. Wichtige Vorlaufindikatoren, wie die amerikanische Technologiebörse Nasdaq und der weltweite Index für Halbleiter, SOX, haben die vorangegangenen Kursanstiege nicht mitgemacht. Die Indizes laufen schlechter als andere. In der Vergangenheit erwiesen sich jedoch gerade Nasdaq und Sox oftmals als guter Vorlaufindikator für die Gesamtbörse.
Obendrein fallen die europäischen und amerikanischen Börsen seit Monaten dadurch auf, dass Anleger bei steigenden Kursen wenig Aktien handeln, bei fallenden Kursen aber meist viele Aktien den Besitzer wechseln. "Hohe Umsätze bei fallenden und niedrige Umsätze bei steigenden Kursen sind ein negatives Signal."
Die Stimmung ist zu positiv
Und schließlich das Sentiment: Anleger sind in den USA schon lange überwiegend positiv für die Börsen gestimmt. Zuletzt galt das auch für Privatanleger in Deutschland, ermittelte Europas größter unabhängiger Anbieter von Stimmungsindizes und verhaltensorientierten Daten, Sentix. Auffällig ist allerdings, dass Kleinaktionäre die Aussichten positiv, institutionelle Investoren hingegen verhalten bis negativ bewerten.
In der Vergangenheit gelang es den Profis jedoch meistens besser, die künftige Kursentwicklung vorherzusagen, ermittelte Sentix. Privatanleger sprangen oft zu spät auf den längst angefahrenen Börsenzug auf und ließen sich von optimistischen Bankanalysten blenden. Mit fatalen Folgen. Denn Kaufempfehlungen der Analysten rühren oftmals daher, dass viele Profis diese Aktien längst gekauft haben und diese demzufolge eher als Verkäufer, denn als Käufer in Frage kommen.
Deppermann rechnet schon in dieser Woche mit schwächeren Kursen. In den kommenden Wochen sieht er den Dax bis auf 6 000 Punkte fallen. In diesem Bereich wird es spannend: "Bricht diese wichtige Unterstützung, dann droht innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate ein Rückschlag bis auf 4 500 Punkte." Das wäre gegenüber dem jetzigen Niveau ein sattes Minus von fast 30 Prozent.
Tja, knapp 14 Tage später und Herr Deppermann scheint nicht ganz so falsch zu liegen als manche glaubten... Schade, oder?
Teilweise wird hier sehr polemisiert.
Was hat die Qualifikation von Herrn Deppmann mit der schlechten wirtschaftlichen Situation seines Arbeitgebers zu tun?
Wer ist denn wirklich so blauäugig, dass er denkt eine bank würde massenweise EiGENES Kapital aufgrund der Analysen eines Charttechnikers investieren?
Mich überzeugt die Analyse, weil Herr Deppmann gerade unter Sentimentgesichtspunkten analysiert. Empirisch gesehen haben Sentimentanalysen eine deutlich bessere Treffsicherheit als die reine Charttechnik.
Die Aussage von Herrn Deppmann, dass zur Zeit die Laien sher optimistisch seien, kann ich nur bestätigen. Meine Kunden sind auch deutlich optimistischer als Ende April 2010 zum Höhepunkt der Griechenlandkrise. in der Zwischenzeit wurde wurde wenig gelöst - vor allem nicht die Griechenlandkrise. Die wurde nur in die Zukunft verschoben. Die Unternehmensergebnisse zum zweiten Quartal sind sehr gut. Mässige zukunftsgerichtete Konjunkturindikatoren gerade in den USA sollten aber zur Vorsicht gemahnen.
Jetzt bekommen alle aber Angst vor den Aussagen des Herrn Deppermann, ich zittere auch schon am ganzen Körper ;-) Meine Meinung dazu, wäre er ein Prophet, würde er nicht für ein paar Groschen bei der bHF-bank arbeiten und Lückenschliesser für´s Handelsblatt spielen, sondern in der Hängematte irgendwo in der Südsee hin und her schaukeln ! ;-)
Da sind wir mal gespannt, ob der DAX Ende der Woche wieder unter die 6000 rutscht, wenn nicht, dann dürften seine Aussagen wohl nächste Woche niemanden mehr so wirklich interessieren, wie es auch schon vielen seiner Vorgänger passiert ist ! Trotzdem sehr wichtig solche Kontraindikatoren in solchen Phasen, vor allem, wenn sie sich ihren Mist in einigen Monaten nochmal durchlesen !
ich persönlich bin long seit März 2009 und habe zwischendurch mehrmals aufgestockt, zuletzt vor wenigen Wochen. Der DAX wird sicherlich > 7000 zum Ende des Jahres stehen, darauf würde ich die Hälfte meines Depots verwetten !
Top, die Wette gilt ...





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