
KölnDie Mehrheit der Anleger und Analysten urteilt so: Gemessen an den Firmengewinnen sind Aktien niedrig bewertet. Deshalb müssten die Kurse eigentlich steigen. Doch die Schuldenkrise, die drohende Pleite Griechenlands und die Sorgen vor einer schwächeren Weltkonjunktur drücken die Börsen.
Dieser Fundamentalanalyse schließt sich Jeff Hochman an. Der Leiter für die technische Analyse bei der internationalen Fondsgesellschaft Fidelity versteht es wie kaum ein anderer, die zwei grundverschiedenen Ansätze aus Fundamentalanalyse und Charttechnik zu vereinen. Seine Botschaft an die Anleger lautet: Nach den heftigen Schwankungen in den vergangenen Wochen steht einer Kursrally im vierten Quartal nichts im Wege. Die Kurse dürften kräftig steigen. Aber: Ein Ende der Baisse oder gar den Beginn einer neuen Hausse bedeutet das nicht. Mit Blick auf 2012 ist Hochman wenig optimistisch.
Sein Optimismus für den Rest des Jahres gründet einerseits auf der negativen Stimmung an den Börsenplätzen in Europa, Asien und den USA. Sie wird gespeist aus der Schuldenkrise in den Industrieländern, den Rezessionssorgen und natürlich den seit August weltweit um gut 20 Prozent gefallenen Börsenkursen.
+ 0,6 Prozent
+ 0,7 Prozent
+ 0,3 Prozent (20.10.)
- 0,04Prozent
- 0,5 Prozent
1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)
110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)
1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)
Viele Pessimisten gelten in der Zunft der Charttechniker gemeinhin als Kontra-Indikator. Das heißt: Es kommt anders, als die Mehrheit denkt. Der Grund: Pessimisten dürften ihre Aktien bereits verkauft haben. Sie kommen deshalb in Zukunft weder als Käufer noch als Verkäufer infrage.
„In den letzten Wochen reichen schon wenige gute Nachrichten, um den Markt rasch um zehn Prozent nach oben zu führen“, sagt Hochman. Daraus lässt sich ableiten, dass Börsianer von guten Nachrichten überrascht werden – damit also gar nicht mehr rechnen.




