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Chartgespräch: Gold bleibt weiter im Trend

Wer in das Edelmetall investiert, liegt damit goldrichtig: Der Preis steigt in Richtung 2000 Dollar, sagt Christian Henke, technischer Analyst der WestLB. Henke erklärt, was Goldanleger beim Auf und Ab beachten müssen.

Das Auf und Ab beim Goldpreis hält Käufer nicht davon ab, weiter kräftig in das Edelmetall zu investieren. Quelle: dpa
Das Auf und Ab beim Goldpreis hält Käufer nicht davon ab, weiter kräftig in das Edelmetall zu investieren. Quelle: dpa

DüsseldorfGewinne an den Finanzmärkten können so einfach sein - leider oft nur in der Rückwärtsbetrachtung. Wer sich in den letzten zehn Jahren irgendwann dazu durchgerungen hat, Gold zu kaufen, wurde belohnt. Der Zehnjahres-Chart zeigt: Aus rund 250 Dollar pro Feinunze - das sind 31,1 Gramm - wurden 1750 Dollar. Technische Analysten sagen dazu: The trend is your friend - der Trend ist dein Freund, was die Prognose nach sich zieht: Folge dem Trend!

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Grundidee ist, einem Trend zu folgen, solange er Bestand hat. Auch auf die Gefahr hin, dass der Trend irgendwann bricht - und dann Verluste beschert. Doch diese Verluste lassen sich begrenzen, wenn der Anleger die zweite Grundregel befolgt: Aussteigen, sobald ein Trend gebrochen ist.

Auf den Goldchart gemünzt heißt das aus Sicht von Christian Henke, dem technischen Analysten der West LB: Investieren oder investiert bleiben, denn der Aufwärtstrend ist intakt. „Gold zählt momentan zu den wenig kaufenswerten Anlageklassen.“ Seit April 2009 befindet sich der Goldchart in einem sich immer wieder selbst bestätigenden Aufwärtstrend. Das heißt, jedes Hoch und jedes zwischenzeitliche Kurstief notieren über dem jeweils vorangegangenem. Wer die Hochpunkte mit einer Linie verbindet und dasselbe mit den Tiefpunkten anstellt, erhält einen Aufwärtstrendkanal, innerhalb dessen sich der Preis nach oben bewegt.

Darüber hinaus notiert Gold über der stetig steigenden 200-Tage-Linie - dem Handelsdurchschnitt der vergangenen 200 Börsentage. Auffällig und charttechnisch ideal: Jeder Rücksetzer, wie zuletzt Ende September, endete knapp über der 200-Tage-Linie. Sie bot stets einen guten Halt. „Solange Gold in seinem Aufwärtstrendkanal und über der 200-Tage-Linie bleibt, wird sich der Trend nach oben fortsetzen“, prognostiziert Henke.
Allerdings: In den vergangenen Wochen schwankte Gold innerhalb des Aufwärtstrendkanals nur noch seitwärts. Der Kurs pendelte zwischen der Marke von 1795 Dollar, an der er zuletzt mehrfach abgeprallt war, und 1685 Dollar - dem Tief des ständigen Aufs und Abs in den vergangenen Wochen.

Dieses Tief sollten Anleger im Auge behalten. Darüber hinaus nennt Henke die Marke von 1600 Dollar. Das ist die untere Begrenzung des beschriebenen Aufwärtstrendkanals. Sie wurde in den vergangenen Monaten einmal getestet - und nicht unterschritten.

„Wenn diese Unterstützungen nachhaltig gebrochen werden, entsteht rasch weiteres Abwärtspotenzial“, sagt der Analyst. Nachhaltig bedeutet über mindestens zwei Handelstage. Rutscht der Kurs nachhaltig unter 1600 Dollar, dann wäre der 2009 begonnene Aufwärtstrend gebrochen. Dies dürfte neuerliche Goldverkäufe nach sich ziehen - die Kurse würden weiter fallen. So wie der Aufwärtstrend, würde sich dann der neu etablierte Abwärtstrend selbst bestätigen.

Doch für sehr viel wahrscheinlicher hält Henke die Fortsetzung des bereits etablierten Trends - und der weist nach oben. „Ziel Nummer eins ist der Widerstand bei 1795 Punkten. Sobald diese Marke überwunden ist, heißt Ziel Nummer zwei das Allzeithoch und 2000 Dollar.“ Anfang September war der Goldpreis bis auf 1921 Dollar gestiegen - der bisherige Höchststand. Angesichts des intakten Aufwärtstrends und der stetig steigenden 200-Tage-Linie rechnet Henke mit einem Angriff auf diese beiden Marken.

  • 18.12.2011, 18:21 UhrAnonymer Benutzer: Tom1923

    Im Artikel wurde es als unwahrscheinlich erwähnt und nun ist just das Unwahrscheinliche eingetreten: Gold mehrere Handelstage unter 1600 $.
    tja, was sagen meine goldbegeisterten Vorkommentatoren nun?

  • 06.12.2011, 16:57 UhrAnonymer Benutzer: Pipapo

    Vielleicht ist das nach der nächsten Währungsreform ja wieder so...
    ... aber wann kriegen wir wieder eine Währungsreform ?

    Bis dahin bleiben die Realzinsen negativ - schon wegen der Staatsverschuldung. Und solange die Realzinsen negativ sind, ist Gold das bessere Wertaufbewahrungsmittel.

  • 06.12.2011, 14:20 UhrAdamSchmitz

    Ja, die Unze wird bis 2015 auf ca. 1 Mio. Euro steigen und kostet dann genauso viel wie ein guter Herrenanzug (das Verhältnis herrschte schon 1923).

    Und danach haben Sie recht: Es geht abwärts. Nach der großen Währungsreform 2016 kostet die Unze dann bloß wieder 373,75 Taler (oder wie auch immer unsere Währung dann heißt)!

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