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Technische Analyse: Kein Platz für Optimisten?

Selten waren Börsenprognosen so schwer wie in diesem Jahr. Die Politik dominiert die Märkte und ihr Handeln ist unvorhersehbar. Die meisten Analysten üben Zurückhaltung. Nur einer wagt eine spektakuläre Prognose.

Für die Bullen an der Börse war 2011 ein schlechtes Jahr. Kommen sie nächstes Jahr auf ihre Kosten? Quelle: dpa
Für die Bullen an der Börse war 2011 ein schlechtes Jahr. Kommen sie nächstes Jahr auf ihre Kosten? Quelle: dpa

DüsseldorfOptimisten sind derzeit eine seltene Spezies. Kaum jemand setzt auf Aktien. Zu düster erscheinen die Aussichten angesichts der nicht enden wollenden Schuldenkrise und der drohenden Konjunkturabschwächung. Auch die meisten technischen Analysten, die ihre Prognosen auf Grundlage der Kursmuster erstellen, machen wenig Mut: "Es gibt kaum einen Markt, der positive Signale sendet, es dominieren die Abwärtstrends. Für 2012 ist das eine deutliche Hypothek", sagt Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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Einen Kontrapunkt setzt Wieland Staud von der Staud Research GmbH in Bad Homburg: "2012 wird ein besseres Börsenjahr als 2011." Seine Botschaft lautet: "Die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse ist viel größer, als dass die Börse 2012 erneut fallen wird."

Der Höhepunkt der Banken- und Schuldenkrise stehe nicht erst noch bevor, sondern sei bereits überschritten. Und weil an der Börse nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft gehandelt wird, sei damit das Schlimmste überwunden. Staud wagt sich weit aus dem Fenster. Sein Kursziel für den Dax lautet 8 000 Punkte.

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Zwei Argumente sprechen ihm zufolge für steigende Kurse. Das erste ist der langfristige Aufwärtstrend im Dax. Dieser ergibt sich aus der Verbindungslinie der beiden Tiefpunkte aus den Talfahrten 2000 bis 2003 und 2007/08. "Solange der Dax über der Marke von 4 600 Punkten notiert, halte ich an meinem Kursziel von 8 000 Punkten fest", sagt er. Bei normalem Verlauf sei dies im nächsten Jahr zu erreichen - wenn es ungünstig läuft erst in zwei bis drei Jahren. Aktuell notiert der Dax knapp 20 Prozent über dem kritischen Niveau.

"Wen auch immer ich mit dieser Vorhersage konfrontiere, der reagiert mit Kopfschütteln und bezeichnet mich als Fantasten", sagt Staud. Und leitet daraus sein Argument Nummer eins ab: die weit verbreitete negative, bei vielen Anlegern geradezu fast panische Stimmung gegenüber Aktien. "Hören Sie sich im Büro, in Ihrem Bekanntenkreis, bei Verwandten oder am Tresen um. Sie werden zu der Überzeugung gelangen, dass es mehr Pessimisten als Optimisten gibt."

Der Experte wertet dies, wie in der technischen Analyse üblich, als zuverlässigen Kontra-Indikator. Grundüberlegung dabei ist, dass die vielen Pessimisten bereits Aktien verkauft oder gar nicht erst gekauft haben. Als potenzielle Verkäufer kommen sie also nicht mehr infrage. Sehr wohl aber als Käufer, sobald der Pessimismus nachlässt - oder die Skeptiker sich in ihrer negativen Stimmung getäuscht sehen und deshalb die Seiten wechseln.

  • 17.01.2012, 15:43 Uhrgaragenoeffner

    Endlich einmal ein "Experte" der nicht auf Pessimismus macht. Seine Prognose kann ich nur voll unterstützen. Meiner Meinung nach wird der Dax im Frühjahr die 7500 Marke überschreiten. Vor allem werden die Autowerte überproportional ansteigen. Die guten Ergebnisse von BMW, Daimler und VW im Jahr 2011 kommen jetzt endlich zum Tragen. Die Daimler Aktie wird sich bei 70 € einpendeln

  • 27.12.2011, 16:50 UhrAnonymer Benutzer: PRhodan

    Zu Wieland Staud: hat er doch vor rd. 3 Wochen zum Jahresende 2011 (!)mit dem Brustton der Überzeugung im "Deutschen Anlegerfernsehen" DAX 6400, wohlgemerkt 2011, prognostiziert und gleichfalls deutlich betont, er gäbe keine Punktschätzungen ab! So weit, so gut und leider die Regel. Auch hier gilt: weit daneben, ist auch vorbei. Aber vielleicht klappt es ja noch bis Freitag, wenn ein paar Voraussetzungen erfüllt werden: Griechenland die Steuerbetrüger enteignet und die paar Hundert Milliarden, die in den Steuerbetrügeroasen wie Schweiz usw. liegen, konfisziert, in Italien wird das Mafiavermögen beschlagnahmt und zur Schuldenreduzierung herangezogen, Merkel billigt Eurobonds und nach oben offene Rettungsschirme, die FDP löst sich auf, England verlässt die EU, Putin wird weggeputscht, Nordkorea ruft freie Wahlen aus und schwört der Atombombe ab, der Papst ruft zur Verhütung auf und legalisiert Homosexualität vor allem im eigenen Pädophilenverein und im Iran werden die Mullahs und ihre Marionetten ins Meer gejagt. Das sollte dann reichen, Herr Staud! Auch hier gilt, man soll seine Prognosen aufheben.

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