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Asiatische Börsen: Neues Konjunkturpaket beeindruckt den Nikkei nicht

Die Börsen in Fernost haben am Dienstag uneinheitlich auf Zinsentscheidungen in Japan und Australien reagiert. An vielen Aktienmärkten standen zudem die neuen Sorgen um den Zustand des US-Finanzsystems im Mittelpunkt und zogen vor allem Bankentitel ins Minus.

Die japanische Zentralbank versucht mit allen Mitteln, die Kreditklemme in der Privatwirtschaft zu bekämpfen. Quelle: dpa
Die japanische Zentralbank versucht mit allen Mitteln, die Kreditklemme in der Privatwirtschaft zu bekämpfen. Quelle: dpa

TOKIO/HONGKONG. In Japan legten dagegen die Aktien von Autobauern zu. Die Ankündigung der Regierung, am Freitag ein neues Konjunkturpaket vorzustellen, konnte den Markt auf breiter Front jedoch nicht stützen. In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 8 832 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss indes 0,2 Prozent im Plus bei 832 Zählern.

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Einige Händler sprachen allgemein von Gewinnmitnahmen, die angesichts der jüngsten Rally längst überfällig gewesen seien. Da der Nikkei-Index seit dem 10. März gut ein Viertel zugelegt hat, wachse die Furcht, dass der rasante Anstieg vielleicht etwas zu weit gegangen sei.

Die Aktienmärkte in Südkorea und Taiwan notierten fester, während die Handelsplätze in Hongkong, Singapur und der chinesische Leitindex Verluste verzeichneten. Australiens Börsenbarometer S&P/ASX 200 und der All Ordinaries gaben um jeweils 1,2 Prozent nach.

Die australische Zentralbank senkte den Leitzins um 25 Basispunkte auf ein neues Rekordtief von drei Prozent. Dagegen beließ die Bank of Japan ihren Leitzins wie erwartet bei 0,1 Prozent und will zur Ankurbelung der Kreditvergabe zukünftig weitere Sicherheiten akzeptieren. Die japanischen Währungshüter änderten ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage jedoch grundsätzlich nicht.

Vor allem große Finanzwerte wie Mizuho Financial und Mitsubishi UFJ gaben im Sog der Wall Street nach. Die Aktien von Mizuho sanken um 2,5 Prozent, die von Mitsubishi 1,2 Prozent. Ein mögliches Scheitern der IBM-Sun-Fusion lastete zudem wie bereits in den USA auf Technologiewerten wie Kyocera, deren Anteilsscheine um zwei Prozent fielen. Autowerte konnten dagegen zulegen. Die Papiere von Honda stiegen um 2,2 Prozent, die von Nissan um 0,4 Prozent. Die Aktien von Toyota beendeten den Handel unverändert.

In New York hatte der Der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Montag 0,5 Prozent schwächer bei 7975 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500 lag 0,8 Prozent im Minus bei 835 Zählern, der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,9 Prozent auf 1606 Stellen.

Der Euro notierte in Fernost bei 1,3367 Dollar gegenüber 1,3406 Dollar im späten US-Handel. Zum japanischen Yen lag die Gemeinschaftswährung bei 134,39 Yen gegenüber 135,38 Yen. Der Dollar gab zum Yen auf 100,50 Yen von 100,98 Yen in New York nach.

Japans Zentralbank will Kreditfluss stärken

Die japanische Zentralbank versucht mit allen Mitteln, die Kreditklemme in der Privatwirtschaft zu bekämpfen. Der geldpolitische Rat der Bank of Japan (BoJ) beschloss am Dienstag, bei der Versorgung der Geschäftsbanken mit Liquidität fortan mehr Kommunalobligationen als Sicherheiten zu akzeptieren. Zugleich entschied sich der Rat, den Leitzinssatz unverändert bei 0,1 Prozent zu belassen. Die Zentralbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sieht sich gezwungen, zu anderen Schritten gegen die Krise zu greifen, da sie mit konventionellen geldpolitischen Maßnahmen angesichts extrem niedriger Zinsen kaum noch arbeiten kann.

Bei den betreffenden Kommunalobligationen handelt es sich um solche, die von Lokalregierungen an bestimmte regionale Geldinstitute ausgegeben wurden. Indem die Zentralbank diese fortan als Sicherheiten akzeptiert, will sie die Bereitstellung von Mitteln an lokale Banken ausweiten. Dadurch sollen die Banken ermuntert werden, angesichts der Rezession Unternehmen mit mehr Krediten zu versorgen.

Angesichts der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit haben es besonders kleine und mittelständische Unternehmen des Inselreiches, die einen Großteil der Arbeitsplätze des Landes stellen, schwer, ihre laufenden Geschäfte zu finanzieren.

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