
PEKING. Chinas Aktienmarkt zeigt steht im Zeichen der Erholung. Die Aktien in Hongkong stiegen wegen neuem Konjunkturoptimismus im Vormittagshandel um 1,7 Prozent. Der höhere Ölpreis trieb zudem die Kurse der großen chinesischen Rohstoffunternehmen. Der Leitindex Hang Seng erreichte mittags 21601 Punkte. Auch in Shanghai legten die Aktien zu - hier jedoch nur geringfügig. Der Börsenindex Shanghai Composite kletterte 0,15 Prozent auf 11719 Zähler.
Eine neue Sichtweise auf den Zusammenhang zwischen Immobilienmarkt und Aktienmarkt schafft in China derzeit ein besseren Börsenklima. Chinas Regierung plant eine Abkühlung des heiß gelaufenen Wohnungsmarktes, so viel ist klar. Bisher lautete die Annahme, dass ein Anstechen der Immobilienblase auch die Börsenkurse belasten würde - so sah bisher weltweit die Erfahrung mit früheren Spekulationsmärkten aus.
Doch die Geldanlagefirma Citic Securities brachte eine neue Betrachtungsweise am Montag auf den Punkt: "Der Angriff auf den Immobilienmarkt wird hohe Summen an den Aktienmarkt umlenken", schreibt Citic-Analyst Yu Jun. Die Chinesen haben viel Geld auf der hohen Kante, das ihnen auf Sparkonten wenig bringt - zumal die Inflation steigt. Daher investieren sie derzeit verstärkt in Wohnungen.
Wenn dieser Kanal verstopft wird - etwa durch die Einführung einer Grundsteuer - dann werden sich die Anleger andere renditestarke Investments suchen. Aktien wären trotz der bereits hohen Bewertungen voraussichtlich die erste Wahl. So erscheint die Regierungspolitik derzeit in einem neuen Licht: Ein Vorgehen gegen die Immobilienblase muss nicht zwingend zu einer Depression am Aktienmarkt führen, wie bisher befürchtet. Analysten erwarten daher für die großen chinesischen Börsen kurzfristig einen Schub. Wie die Auswirkungen tatsächlich aussehen, muss sich jedoch noch zeigen.




