
HB FRANKFURT. Nach einem starken Wochenauftakt ist am deutschen Aktienmarkt wieder Ernüchterung eingekehrt. Vor allem Chinas währungspolitischer Zickzack-Kurs sowie enttäuschende Zahlen vom US-Immobilienmarkt dämpften die Stimmung. Der Dax verlor 0,4 Prozent auf 6269 Punkte. Am Montag hatte die Aussicht auf eine Aufwertung der chinesischen Währung bei deutschen Exportwerten noch kräftige Kursgewinne ausgelöst.
"Die Euphorie ist verflogen, wir sind wieder auf dem Boden der Realität angekommen", sagte ein Händler und verwies auf unklare Signale aus China. Staatseigene chinesische Banken hatten am Dienstag Dollar gekauft und damit den Yuan-Kurs gedrückt, der zum Wochenbeginn noch auf den höchsten Stand seit 2005 geklettert war. Stratege Emil Wolter von der Royal Bank of Scotland verwies darauf, dass China mit der Ankündigung vom Wochenende ohnehin eher politische Absichten vor dem Gipfel der G-20-Staaten in Kanada verfolge.
"Auch in Deutschland wird dem ein oder anderen klar, dass die neue Wechselkurspolitik und eine mögliche Yuan-Aufwertung nicht per se für alle Branchen gut sind", sagte ein Händler. Belastet werden könnten die Unternehmen, die in der Volksrepublik im großen Stil produzieren.
Für einen Dämpfer sorgten zudem die Zahlen zum US-Absatz bestehender Eigenheime im Mai, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Der US-Häusermarkt sei zuletzt von einem Subventionsprogramm gestützt worden, sagte HSH-Nordbank-Volkswirt Cyrus de la Rubia. "Es waren wohl mehr Last-Minute-Käufe erwartet worden."




