
HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Märkte in Europa legten heute kräftig zu. Allen voran der Dax. Eine Flut überzeugender Firmenbilanzen und der eiserne Sparwille Spaniens sorgten an den europäischen Börsen für Kauflaune. Besonders gefragt waren deutsche Aktien. Der Dax gewann 2,4 Prozent auf 6 183 Punkte, während der EuroStoxx50 1,2 Prozent zulegte.
"Die Anleger fokussieren sich wieder auf aktienrelevante Themen wie die Flut von Quartalszahlen, die größtenteils sehr gut ausfielen", sagte ein Händler einer deutschen Großbank. Zudem seien die Nachwirkungen des Euro-Rettungspakets spürbar, erklärte ein anderer Händler. Solange die Unternehmen gute bis stabile Zahlen liefern, werde auch weiter Geld in den Aktienmarkt fließen. Besonders deutsche Standardwerte dürften bei den Anlegern beliebt bleiben. "Genau wie Bundesanleihen als sicherer Hafen gesehen werden, vermitteln klassische deutsche Werte den Investoren ein Sicherheitsgefühl", sagte der Händler.
Das zeigt sich auch daran, dass der Dax seit Anfang Februar nahezu dreimal so stark zugelegt wie der EuroStoxx50. "Deutschland als Export-Primus nutzt natürlich der schwächere Euro", erläuterte der Händler die Beliebtheit der deutschen Titel. Vor allem dank boomender Exporte hat die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal überraschend zugelegt.
Unternehmensgewinne sprudeln
Besonders überzeugen konnten mit ihrem Zahlenwerk die Index-Schwergewichte Allianz und Deutsche Telekom. Europas größter Versicherer glänzte vor allem dank Zuwächsen in der Lebens- und Krankenversicherung und der Vermögensverwaltung. Die Aktien gewannen 3,4 Prozent auf 85,06 Euro. Auch die niederländische ING legte gute Zahlen vor und war mit einem Plus von 4,2 Prozent größter Gewinner im europäischen Auswahlindex.
Telekom-Aktien verteuerten sich nach der Rückkehr des Konzerns in die Gewinnzone um 2,9 Prozent. "Wir sehen die Deutsche Telekom auf einem guten Weg zur Erreichung ihrer Jahresprognose von 6,2 Milliarden Euro", kommentierte LBBW-Analyst Stefan Borscheid. Im schwächelnden US-Geschäft sei allerdings keine Trendwende zu erkennen, hob Kollege Joeri Sels von der DZ Bank hervor.




