Marktberichte

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Börse Frankfurt: Bankeinlage belastet Dax-Anleger

Die Angst, das zyprische Modell könnte zum Vorbild für die Rettung anderer EU-Staaten werden, hat die Anleger auch am Dienstag gehemmt. Unter Druck standen besonders Finanztitel. Deutlich nach oben ging es für Kuka.

Die Diskussionen um Zypern beherrschten auch am Dienstag die Börse. Quelle: dpa
Die Diskussionen um Zypern beherrschten auch am Dienstag die Börse. Quelle: dpa

FrankfurtNach drei schwächeren Handelstagen hat der Dax am Dienstag erstmals wieder im Plus geschlossen. Trotz der Verunsicherung über den Umgang der Europäischen Union mit hohen Bankeinlagen im Krisenfall ging der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent und 7879 Punkten aus dem Handel. In der zweiten Reihe legte der MDax 0,45 Prozent auf 13.399 Zähler zu, der TecDax kletterte um 0,8 Prozent auf 927 Stellen. Der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent auf 2644 Punkte.

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Für Nervosität sorgten die Aussagen der EU-Kommission, wonach Bankeinlagen von mehr als 100.000 Euro nach einem schon länger vorliegenden Gesetzentwurf nicht vor einem Totalverlust bei der Pleite einer Bank geschützt sind. „Die Diskussion darüber läuft aber noch, es gibt dazu noch keine Einigung“, sagte eine Sprecherin von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Die Sorge um die Sicherheit der Einlage belaste schon seit Montag die Stimmung, sagte ein Börsianer.

Auslöser dafür waren Äußerungen von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem, der in einem Interview mit Reuters erklärt hatte, dass auch bei künftigen Rettungsfällen Einlagen von mehr als 100.000 Euro zum Teil verloren gehen könnten. Das Rettungspaket für Zypern sieht eben diese Maßnahme bei der Pleitebank Laiki vor. Dijsselbloem ruderte später aber zurück: Dies sei so nicht gemeint gewesen, Zypern sei als Einzelfall zu sehen.

Ihre Spuren hatten die Aussagen von Dijsselbloem beim Euro hinterlassen: Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,2845 Dollar und blieb damit in Reichweite ihres Vier-Monats-Tiefs. Am Montag war der Euro auf 1,2829 Dollar gefallen. „Unsicherheit ist für eine Währung selten gut, und in der Währungsunion kann offensichtlich jederzeit alles passieren“, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar.

Die Prognosen der Finanzprofis

  • George Soros, Investor

    „Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

  • Marc Faber, Investor

    „Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

  • Bill Gross, Fondsmanager

    „Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

  • Felix Zulauf, Vermögensverwalter

    „Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

  • Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

    „Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

  • Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

    „Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

  • Warren Buffett, Investor

    Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

  • Nouriel Roubini, Ökonom

    „Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

  • Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

    „Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

  • Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

    „Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

  • Barry Knapp, Barclays

    „Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

  • Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

    „Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

  • Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

    „Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Unter Druck standen einmal mehr die Bankenwerte in der Währungsunion: Der Branchenindex drehte im Handelsverlauf um 1,2 Prozent ins Minus. Deutsche Bank und Commerzbank notierten bei Börsenschluss jeweils 0,3 Prozent schwächer. Schwächster Dax-Wert am Dienstag war die Deutsche Telekom mit einem Abschlag von 1,85 Prozent.

  • 26.03.2013, 08:30 Uhraufgemerkt

    ...das ist ja schön, denn wird der Rückgang heute noch um so intensiver ausfallen....

  • 26.03.2013, 10:03 UhrHolzbarren

    Und ewig sackt der Goldpreis

  • 26.03.2013, 11:04 UhrBlack_Friday_Revival

    Wird an unsere Börsen eigentlich an Karfreitag offiziell gehandelt?

    Wäre doch blöd, wenn's ausgerechnet diesen Freitag zum BLACK FRIDAY RELOADED weltweit kommen sollte, oder?

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