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Börse Frankfurt: Beinahe-Bankenpleite drückt Dax ins Minus

Der deutsche Aktienmarkt kommt auch am Feiertag nicht zur Ruhe, der Dax verzeichnete erneut Verluste. Am größten war das Minus bei Finanz- und Industriewerten. Die Umsätze blieben allerdings dünn. Manche Kursbewegung wurde von einem Händler als zufällig beschrieben.

Lange konnte der Dax seine Gewinne am Pfingstmontag nicht halten - die Talfahrt geht weiter. Quelle: dpa
Lange konnte der Dax seine Gewinne am Pfingstmontag nicht halten - die Talfahrt geht weiter. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Kursverluste bei Finanzwerten haben am Pfingstmontag die Feiertagslaune am Aktienmarkt getrübt. Der Dax schloss 0,4 Prozent tiefer bei 5805 Punkten und setzte damit seine Talfahrt der Vorwoche fort, als er wegen der europäischen Schuldenkrise knapp vier Prozent abgerutscht war. Der EuroStoxx50 gab 0,6 Prozent auf 2257 Zähler nach. „Es ist nach wie vor eine sehr angespannte Situation“, sagte ein Händler. Börsianern zufolge war manche Kursbewegung wegen des niedrigen Umsatzes zufällig, einige Bewegungen seien noch Nachwirkungen des Kleinen Verfalls am Terminmarkt am vergangenen Freitag.

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Auslöser der Verkäufe von Finanzwerten waren die Probleme einer spanischen Sparkasse. Die Aktien der drei großen spanischen Banken Santander, BBVA und Banco Popular gerieten unter Druck, nachdem die Zentralbank in Madrid am Wochenende die Sparkasse CajaSur übernehmen musste. „Die prekäre Lage von CajaSur war zwar bekannt, aber die Rettungsaktion hat neue Sorgen unter den Investoren über das spanische Finanzsystem ausgelöst“, sagte ein Börsianer. Santander verloren 1,2 Prozent, BBVA zwei Prozent und Banco Popular 2,3 Prozent.

Unterdessen drohten die spanischen Gewerkschaften mit einem Generalstreik gegen den Sparkurs der Regierung und deren Pläne zur Reform des Arbeitsmarktes. An den Reformen führt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) allerdings kein Weg vorbei. „Die Herausforderungen sind groß: Ein dysfunktionaler Arbeitsmarkt, die geplatzte Immobilienblase, ein großes Haushaltsdefizit, die hohe Verschuldung der Privatwirtschaft, ein blutarmes Produktivitätswachstum, geringe Wettbewerbsfähigkeit und ein schwächelnder Bankensektor“, kommentierten die IWF-Experten die Lage in Spanien. Der Madrider Leitindex büßte 1,3 Prozent ein. Die von Spanien ausgehende Unsicherheit lastete auch auf dem Euro, der einen erneuten Schwächeanfall erlitt und unter 1,24 Dollar fiel.

In Frankfurt waren die Aktien der Commerzbank mit einem Minus von 2,1 Prozent Dax-Schlusslicht. Die Papiere der Versicherer Allianz und Münchener Rück gaben ein beziehungsweise 0,2 Prozent nach. Im Verlauf drehten auch die Papiere der Deutschen Bank ins Minus und schlossen ein Prozent schwächer. Am Morgen hatten die Titel noch bis zu 1,7 Prozent zulegt. Händler hatten dies mit Spekulationen auf höhere Dividenden begründet, die durch ein Zeitungsinterview von Finanzvorstand Stefan Krause ausgelöst worden seien. Krause hatte steigende Erträge angekündigt. Größter Dax-Gewinner waren Volkswagen-Vorzüge mit einem Plus von 3,2 Prozent, ohne dass Börsianer sich darauf einen Reim machen konnten.

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