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Börse Frankfurt: Dax-Anleger halten ihr Pulver trocken

Investoren warteten vergeblich auf eine Entscheidung zum griechischen Sparpaket. Als kurz vor Handelsschluss immer noch keine Ergebnisse vorlagen, machten sie Kasse. Selbst EZB-Gerüchte konnten kein Plus bescheren.

Für einen starken Handelsstart sorgte heute die Hoffnung auf eine Entscheidung beim griechischen Schuldendrama. Als am Nachmittag die Resultate auf sich warten ließen ging den Investoren die Geduld aus. Die Gewinne fingen an zu bröckeln und der Dax drehte kurz vor Handelsschluss ins Minus. Er beendete den Handel 0,08 Prozent tiefer bei 6.748 Punkten. Vormittags war der Leitindex noch über die 6.800er Marke gesprungen. Der Dax hat sieben Gewinnwochen hintereinander hingelegt – diese Woche könnte die erste Verlustwoche des Jahres werden. Der Euro markierte heute mit 1,3290 Dollar ein Acht-Wochen-Hoch.

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Die Chefs der drei griechischen Koalitionsparteien begannen um 14:00 Uhr sich über die von der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderte Verschärfung des Spar- und Reform-Kurses zu beraten. Stimmt die Übergangsregierung den Forderungen nicht zu, könnte die Troika aus EU, IWF und EZB den Geldhahn zudrehen - Griechenland wäre dann pleite.

Die Reformauflagen wurden den Parteichefs des Regierungsbündnisses von Ministerpräsident Lucas Papademos zwar vorgelegt, doch nickten sie diese vorerst nicht ab. So forderte die Rechtspartei Laos Bedenkzeit, bis der englische Text auf Griechisch vorliegt. Dabei drängt die Zeit: Ohne eine feste Reformzusage aus Athen wollen die europäischen Partner die dringend benötigten Milliardenhilfen im Volumen von 130 Milliarden Euro nicht freigeben: Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker betonte, die Finanzminister könnten darüber erst beraten, wenn das Reformbekenntnis wasserdicht sei.

Viele Anleger haben jedoch keine Angst mehr vor einer Pleite Griechenlands: „Die Investoren handeln frei nach dem Motto, dass es mit Blick auf Griechenland früher oder später einfach eine Lösung geben muss“, sagte Mike Lenhoff, Chefstratege bei Brewin Dolphin Securities. „Das negativste Szenario wie eine geordnete Insolvenz Griechenlands ist bereits eingepreist. Auch ein Austritt aus der Euro-Zone würde die Lage nicht mehr verschlimmern“, sagte Heino Ruland von Ruland Research. Die Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen ging zur Wochenmitte zurück. Der Bund-Future gab um 30 Ticks nach auf 137,65 Zähler.

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Gerücht um EZB-Beteiligung ging die Luft aus

Auftrieb erhielten die Märkte bis zum Nachmittag von einem Bericht des „Wall Street Journal“ (Mittwochausgabe), wonach sich die EZB mit elf Milliarden Euro an einem Schuldenschnitt Griechenlands beteiligen wolle. „Damit würde der Kreis der Beteiligten an der Umschuldung Griechenlands über den privaten Sektor hinaus ausgeweitet. Der Schritt hin zum EFSF ist dann nicht mehr weit“, schrieb die HSH Nordbank.

„Möglicherweise haben einige Marktteilnehmer dies zum Anlass genommen, einer Einigung in Griechenland wesentlich optimistischer entgegenzusehen.“ Zunächst lehnte die EZB jeglichen Kommentar ab. Am späten Nachmittag kamen jedoch bereits die ersten Dementis aus Kreisen den EZB, woraufhin beim Dax die Gewinne bröckelten.

Der Tag an den Märkten (Stand: 19:50 Uhr)

Finanzwerte hoben ab

Der Banken-Branchenindex bekam heute von den EZB-Gerüchten den meisten Rückenwind und stieg bis zu 1,6 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 158,75 Punkten. Für Aufsehen sorgten vor allem die Werte der Commerzbank. Die Aktien der zweitgrößten Bank Deutschlands schlossen 7,6 Prozent höher. Zwischenzeitlich stiegen sie bis zu zehn Prozent. Vor einigen Monaten drohte das Papier noch zum Pennystock zu werden, heute liegt die Aktie über zwei Euro. Die Aktien der Deutschen Bank profitierten ebenfalls von einer kommenden Einigung in Griechenland und schlossen 1,5 Prozent fester.

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