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Börse Frankfurt: Dax beendet mit einem Endspurt den Handel

Am "Super-Thursday" zeigte sich der Dax schwach. Die Quartalszahlen begeisterten nicht und die US-Schuldenkrise hemmte die Anleger. Die Zeit für eine Lösung des US-Schuldenproblems ist knapp und Unsicherheit wächst.

FrankfurtDie zum Donnerstag erwarteten Quartalszahlen wurden von den Anlegern mit Enttäuschung aufgenommen. Konzerne wie BASF, Bayer und Lufthansa vermeldeten Reihenweise mäßige Ergebnisse und trübten damit die Stimmung der Anleger. Nachdem der Dax gestern schon satte 1,37 Prozent verloren hatte, gab er am "Super Thursday" erneut nach. In der Spitze sank der Leitindex auf 7.110 Punkte. Am Nachmittag kamen dann doch noch positive Impulse aus den USA. Der Dow Jones eröffnete nach einem schlechten Vortag im positiven Bereich. Dies ließ die Anleger in Deutschland kurz vor Handelsschluss aus der Deckung hervorkommen. Der Dax konnte sein Minus auf 0,86 Prozent bei 7.190 Punkten reduzieren und damit einen Teil seiner im Tagesverlauf gesammelten Verluste wieder gut machen konnte. In der zweiten Reihen waren die Verluste ausgeprägter. Der MDax schloss bei 10.488 Punkten mit 1,45 Prozent im Minus, der TecDax sank mit 1,69 Prozent im Minus auf 827 Punkte noch tiefer.

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Neben den Quartalszahlen stand heute wieder das Dauerthema US-Schuldenkrise im Fokus. Vielen Anlegern schlug das viele Hin und Her um die Anhebung der US-Schuldengrenze auf die Stimmung. Und auch die europäische Schuldenkrise gilt alles andere als ausgestanden. „Das ist ein Cocktail aus Angst, Enttäuschung und Gewinnmitnahmen“, sagte ein Händler.

Selbst, wenn sich Demokraten und Republikaner in letzter Minute zusammenraufen und die drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden, ist die US-Schuldenkrise für viele Börsianer damit nicht bewältigt: „Es wird eine Einigung geben, das ist nicht das Problem“, betonte David Thebault, Chef-Händler des Brokerhauses Global Equities. „Das ganze ist aber ein Weckruf, denn wir beginnen nun, die Zahlungsunfähigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft einzupreisen. Dies ist etwas, das vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen wäre.“

Die schwelende Schuldenkrise in Südeuropa wirkte sich zusätzlich negativ die Kurse. So musste Italien bei der knapp acht Milliarden schweren Emission von Staatspapieren Investoren mit höheren Zinsen locken. „Die höheren Renditen sind keine Überraschung, aber beruhigen auch nicht gerade“, sagte ein Händler. Die Gefahr vor einem Übergreifen der Schuldenkrise weitere Euro-Staaten sei noch nicht gebannt.

Marktberichte

Gewinnmitnahmen zerren Volkswagen in die Verlustzone

Volkswagen konnte als einer der wenigen Unternehmen gute Quartalszahlen vorlegen. Unterm Strich konnte Europas größter Autobauer von Januar bis Juni seinen Umsatz um 25,8 Prozent auf 77,8 Milliarden steigern. In der ersten Jahreshälfte verkaufte VW weltweit über vier Millionen Autos, 14,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Im Gesamtjahr will Volkswagen über acht Millionen Autos an die Kunden bringen und damit zum bisherigen Spitzenduo von Toyota und General Motos aufschließen. An der Börse fielen VW-Aktien dennoch ans Dax-Ende, weil überraschende Nachrichten ausblieben und die Anleger infolgedessen ihre Gewinne mitnahmen. In einem überwiegend negativ gestimmten Markt schlossen die Titel des Automobilkonzerns um 4,2 Prozent auf 138,05 Euro schwächer..

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat am frühen Morgen bereits sein Ergebnis für das zweite Quartal präsentieret und die Anleger enttäuscht. Das Unternehmen hat die Erwartungen leicht verfehlt, trotzdem aber sein operatives Ergebnis gesteigert. Unter dem Strich rechneten die Experten im Schnitt mit einem Gewinn in Höhe von 1,6 Milliarden Euro; letztlich waren es etwa 100 Millionen Euro weniger. „Das sieht nicht gut genug aus“, erklärte ein Händler. Die Aktien des weltgrößten Chemiekonzerns verzeichneten ein Minus von 4,2 Prozent auf 63,09 Euro und schlossen den heutigen Tag auf dem letzten Platz der Dax-Werte.

Auch Maschinenbauer Siemens konnte nicht begeistern. Das Münchner Unternehmen konnte aufgrund von Entschädigungszahlungen an den französischen Areva-Konzern und Abschreibungen auf die Medizinsparte lediglich einen Gewinn von 501 Millionen Euro verzeichnen. Im Vorjahr lag der Gewinn noch bei 1,4 Milliarden Euro. Die Aktien von Siemens notierten zu Handelsschluss mit 1,1 Prozent auf 90,13 Euro im Minus.

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