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Börse Frankfurt: Dax beendet zähen Handelstag im Minus

Gestern Euphorie heute Skepsis. Viele Anleger mieden am Mittwoch das Risiko. Die Zurückhaltung könnten aber schon morgen viele ablegen. Denn am Donnerstag werden sich Spanien und Italien wieder am Kapitalmarkt versuchen.

Börse Frankfurt: Keine Woche ohne neue Skepsis an den Märkten. Quelle: dapd
Börse Frankfurt: Keine Woche ohne neue Skepsis an den Märkten. Quelle: dapd

Düsseldorf/FrankfurtWer nicht wagt, der nicht gewinnt. Vielen Anlegern schien dieses Sprichwort heute unbekannt. Nach dem gestrigen Kursfeuerwerk, an dem der Dax 2,4 Prozent zulegen konnte, neigten die Anleger heute statt zu Anschlusskäufen zu Gewinnmitnahmen.

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Der Dax bewegte sich bis zum Nachmittag tendenziell nach unten, kurz vor Börsenschluss konnte er seine Verluste ein wenig eingrenzen und beendete den heutigen Handelstag mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 6.152 Punkte. Die zweite Reihe schwankte im Tagesverlauf etwas stärker als der Leitindex, schloss aber im positiven Bereich. Der MDax gewann 0,7 Prozent auf 9.455 Punkte und der TecDax verzeichnete ein Plus von 0,8 Prozent auf 713 Punkte.

Der heutige Handelstag ist in seiner Aussagekraft jedoch begrenzt, da sich der Umsatz mit 2,4 Milliarden Euro auf einem niedrigen Niveau bewegte. Zum Vergleich: Gestern lag der Umsatz bei 3,8 Milliarden Euro.

Die US-Börsen präsentierten sich nach Frankfurter Börsenschluss schwach: Dow Jones notierte 0,4 Prozent tiefer auf 12.418 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,2 Prozent auf 1.287 Zähler und der Nasdaq-100 stieg nur um 0,2 Prozent auf 2.371 Punkte.

Der Grund für die Zurückhaltung der Anleger ist wieder der gleiche, wie in den Wochen zuvor: Die europäische Schuldenkrise. Ohne überraschend gute Nachrichten, Zahlen oder Prognosen gerät die Euro-Krise immer wieder in den Vordergrund und mit ihr gewinnt die Skepsis die Oberhand an den Märkten.

Die Suche nach einer Lösung der Schuldenkrise gestaltet sich indes schwierig und langwidrig. Das im Vorfeld an den Ende Januar stattfindenden EU-Gipfel geführte Gespräch zwischen Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Mario Monti wirkte sich kaum auf die Märkte aus. "Mit einem neuen Konzept zur schnellen Lösung der Krise ist nicht zu rechnen, wodurch sich einige Marktteilnehmer enttäuscht zeigen könnten.", sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt.

Doch es gab auch positive Stimmen zu dem Treffen der drei Staatoberhäupter. Die Aussage Merkels, eine schnellere Einzahlung in den dauerhaften Rettungsschirm ESM durchzusetzen, sei nach Ansicht eines Händlers ein gutes Signal.

Für die niedrigen Umsätze am Mittwoch waren unter anderem die morgen stattfindenden Bondauktionen in Spanien und Italien verantwortlich. Viele Anleger nahmen in Hinblick auf die Anleiheauktion eine defensive Haltung ein. „Wenn die Auktionen gut laufen, werden die Investoren das Thema Schuldenkrise auf Eis legen und sich auf die Bilanzsaison konzentrieren", sagte Analyst Keith Bowman vom Brokerhaus Hargreaves Lansdown. Passiert das Gegenteil, also wenn die hochverschuldeten Euro-Staaten ihre Bonds nur mit hohen Renditen loswerden, könnte das die Euro-Krise weiter anheizen.

Die beiden Staaten werden auch in Zukunft richtungweisend für den Euro und den Dax sein. Denn im Laufe des Jahres werden Italien und Spanien versuchen sich mit weiteren Staatsanleihen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Euro zu refinanzieren.

Marktberichte

Angesichts der stark angespannten Lage an den Märkten geht die Mehrheit der Marktteilnehmer davon aus, dass die Europäische Zentralbank eine weitere Leitzinssenkung in anpeilt. Doch nicht nur das: Experten erwarten auch, dass die EZB in der morgigen Tagung weitere monetäre Eingriffe in Form des Rückkaufs von Staatsanleihen – als „Quantitatives Easing" bezeichnet – ankündigt.

Insgesamt sind die Prognose der Experten im Hinblick auf die möglichen Schritte der EZB jedoch verhalten. "Der ein oder andere mag da aber vielleicht doch lieber abwarten, was Mario Draghi zu sagen hat", erklärte ein Händler. Mit der Zinssenkung im November hatte der Italiener die Märkte überrascht.

  • 13.01.2012, 10:01 UhrAnonymer Benutzer: IchSchonWieder

    Gerade bei N-TV gehört:
    Die Kaufkraftparität des Euro zum US-Dollar soll bei 1,25,- liegen.
    Also noch ein Stückchen nach Unten.

  • 11.01.2012, 19:48 Uhrdeltaone

    @Arminius: Diesen Beitrag hätte ich doch gerne übersetzt ins Deutsche gelesen, meine rudimentären Französischkenntnisse lassen mich zu einer ggf. falschen, weil sehr negativen Bewertung kommen (WKT 70%), die einen Protagonisten namens "Arminius" fälschlicherweise träfen. Eventuell war dies aber auch so beabsichtigt?

  • 11.01.2012, 18:57 Uhrdeltaone

    @KeepCool: Schön, wenn Du angetan bist. Reichtum ist ein relativer Begriff, der auch nicht-monetär definierbar ist. Der Weg dorthin ist somit individuell.
    Finanziell erfolgreich kann man m.E. aber nur sein, wenn man sich seine eigenen Gedanken macht, und nicht eingetretene Pfade beschreitet/dem mainstream folgt. Letzteres bietet nur die Gewissheit, nicht alleine falsch zu liegen - für mich kein erstrebenswerter Zustand.

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