FrankfurtNach seinem Anstieg in den vergangenen Tagen hat der Dax am ersten Wochenhandelstag einen Rückschlag einstecken müssen. Der Leitindex schloss 1,44 Prozent tiefer bei 7.291 Punkten. Sorgen um die diese Woche beginnende Berichtssaison und um Chinas Wachstum trübten die Stimmung der Investoren, die nicht auf falschem Fuß erwischt werden wollten.
„Der Markt bleibt gefangen in einem Spannungsfeld“, sagte Volkswirt Matthias Thiel von M.M. Warburg. „Zum einen haben die Zentralbanken durch ihre lockere Geldpolitik das Risiko einer erheblichen Zuspitzung der Schuldenkrise deutlich verringert, zum anderen sind aber die Konjunkturdaten nach wie vor wenig erfreulich. Außerdem sind die Unsicherheiten vor der Berichtssaison hoch.“
+ 1,0 Prozent
+ 1,25 Prozent
+ 0,35 Prozent
- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)
1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)
1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)
116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)
Bank-Aktien in Zentrum der Aufmerksamkeit
Die anhaltenden Sorgen um die Finanzstabilität einiger Euro-Staaten schickte Finanzwerte europaweit auf Talfahrt. Der entsprechende Branchenindex gab - angeführt von den Verlusten italienischer und spanischer Finanzinstitute - 1,56 Prozent nach. Im Dax notierten die Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank knapp 2,5 Prozent beziehungsweise drei Prozent tiefer.
Besonders die Fragen, ob Spanien tatsächlich vollständig unter den Rettungsschirm schlüpfen werde und Griechenland weitere Hilfszahlungen bekomme, hingen wie ein Damoklesschwert über dem Markt, sagte ein Börsianer. „Die zuletzt gemachten Gewinne werden dann gern wieder mitgenommen.“
Die deutschen Erzeugerpreise im produzierenden Gewerbe bestimmen die Nachrichtenlage zum Wochenauftakt. Aus der Schweiz kommen Arbeitslosenzahlen und Verbraucherpreise.
Der Aluminium-Riese Alcoa eröffnet traditionell als erster US-Wert die Bilanzsaison. Konjunkturzahlen gibt es im Monatsbericht der Bank of Japan. Hier stehen die Umsatzzahlen im verarbeitenden Gewerbe im Mittelpunkt. Aus den USA kommen Daten zum Verbrauchervertrauen im Oktober.
Die deutschen Großhandelspreise im September sowie aus Frankreich und Italien die Industrieproduktion im August dominieren am Vormittag den Handel. Am Abend gibt es in den USA eine Auktion zehnjähriger Staatsanleihen. Quartalszahlen legt Google vor.
Der nachrichtenreichste Tag der Woche. Hier stehen die Verbraucherpreise im September, die Verschuldung der öffentlichen Haushalte und das Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute im Mittelpunkt. Dazu kommender EZB-Monatsbericht und aus den USA das Handelsbilanzsaldo, die Importpreise und eine Auktion 30-jähriger Staatspapiere. Ihre Bücher öffnen Ahlers und Südzucker.
Die deutschen Insolvenzen im Juli sowie die Industrieproduktion für den Euro-Raum im August stehen an. An der Wall Street bestimmt der Konsumklimaindex der Uni Michigan das Geschehen. Ihre Quartalszahlen präsentieren unter anderem Wells Fargo.
Die Bereitschaft der EZB, Anleihen hoch verschuldeter Euro-Länder wie Spanien zu kaufen, hatte die Finanzwerte vor allem im September noch nach oben getrieben. Bedingung für das Eingreifen der Notenbank ist allerdings, dass die betroffenen Staaten zunächst einen Hilfsantrag stellen. Der europäische Bankenindex war im September um mehr als neun Prozent nach oben geschossen. Seit Monatsanfang kommt er auf ein Plus von 3,7 Prozent.

Die finnischen, niederländischen und deutschen Finanzminister hatten überraschend erklärt, dass der geplante Mechanismus zur direkten Bankenrekapitalisierung über den ESM lediglich bei zukünftigen Bankenrettungen Anwendung finden wird, nicht aber bei älteren Fällen.
Die traurige Bilanz, dass von 17 Mitgliedern der Eurozone in Bälde jetzt schon fünf (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Zypern) die diversen Rettungsschirme in Anspruch nehmen.
Und das weitere vier Mitgliedsstaaten auf der Kandidatenliste stehen (Slowenien, Italien, Frankreich, Belgien), bietet selbst den Euphorikern wenig Anlass zur Freude und kann kein Gericht der Welt verbieten.
Selbst für Bundesstaaten wie Deutschland, Österreich, Belgien oder Spanien wäre ein europäischer Bundesstaat existenzgefährdend: Praktisch alle wesentlichen Zuständigkeiten der nationalen Bundesebene würden bei einem europäischen Bundesstaat nach Brüssel wandern und die nationalen Bundesstaaten wären dann nichts anderes mehr als nur noch leere Hüllen.

Jo klar - haben wir Dich längst vermisst,
Ich dachte schon, Du hättest Dich verpisst:
Mit deinem Zuffenhausener-Gerät abgehau`n,
weil der Börse schenkst Du nicht mehr Vertrau`n.
Doch nun bist Da, rappst schön weiter
das Lied von den Kursen mit der unendlichen Leiter.
Jeder soll mit drauf und höher steigen,
wer sich nicht traut, ist dumm und sollte schweigen.
Kurse gen Himmel, das ist euer heiliges Wort;
So dachte in Babel einst auch gewisser Nimrod.
Doch höher geht`s nur, wenn sich noch Deppen finden,
die euch noch glauben, denen könnt`einen Bären aufbinden.






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