
Ganz oben auf den Einkaufslisten der Anleger standen Bankwerte. Der europäische Branchenindex kletterte um 2,3 Prozent. Händler verwiesen auf Berichte, wonach die Banken mehr Zeit zur Umsetzung neuer Eigenkapitalvorschriften bekommen sollen. "Wenn dem so wäre, wäre das gut für die Banken, denn das würde ihnen mehr Luft verschaffen", sagte ein Händler. Ein weiterer Börsianer wies auf die möglichen Effekte für die Realwirtschaft hin: "Wenn die Banken entspannt sind, dann wird sich auch die Kreditvergabe entspannen." Eine japanische Wirtschaftszeitung hatte von einer zehnjährigen Übergangsfrist berichtet, was faktisch einem Aufschub gleichkäme. Im Basler Ausschuss beraten derzeit Notenbanker und Vertreter von Regulierungsbehörden über schärfere Auflagen für die Bankenbranche, deren riskante Geschäfte die Finanzkrise ausgelöst haben.
An die Dax-Spitze setzten sich die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 6,7 Prozent. Deutsche Bank gewannen 5,5 Prozent, Aareal Bank im MDax 6,6 Prozent. In Paris legten BNP Paribas um 2,6 Prozent zu, in der Schweiz Credit Suisse um 4,3 Prozent. In New York verteuerten sich die Papiere von Goldman Sachs um 1,7 Prozent.
Gegen den Trend lagen die Aktien irischer Banken im Minus.Belastet wurden sie von Aussichten auf eine Aufstockung des Staatsanteils. Die Papiere der Bank of Ireland stürzten neun Prozent ab, die Titel von Allied Irish Banks verloren 1,3 Prozent.
Die Aktien von Intel büßten in New York 1,6 Prozent ein. Die US-Kartellbehörde wirft dem weltgrößten Chiphersteller Verstöße gegen Wettbewerbsregeln vor und reichte eine Klage gegen Intel ein. Die Titel des Rivalen AMD kletterten daraufhin um fünf Prozent. Im Dax stiegen Infineon um vier Prozent. Den Technologieindex TecDax führten die Papiere des Chipentwicklers Dialog Semiconductor mit einem Plus von neun Prozent an.
Die Papiere des Software-Konzerns SAP legten nach optimistischen Aussagen von Vorstandssprecher Leo Apotheker für 2010 um 2,5 Prozent zu. In Paris beflügelte eine Empfehlung der Analysten von Goldman Sachs die Aktien von Vallourec. Die Papiere des französischen Röhrenherstellers und Salzgitter-Konkurrenten gewannen 4,3 Prozent. Salzgitter lagen 1,6 Prozent im Plus.




