Marktberichte

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Börse Frankfurt: Dax schließt knapp unter Fünf-Jahres-Hoch

Am deutschen Aktienmarkt herrschte Kauflaune. Der Ifo-Index sorgte für eine positive Überraschung. Die Rückzahlungen an die EZB waren ebenfalls ein großes Thema am Markt und Solarworld schockierte die Anleger.

FrankfurtEs herrschte Optimismus am deutschen Aktienmarkt. Anleger haben nach Veröffentlichung des besser als erwartet ausgefallenen Ifo-Indizes bei Aktien zugegriffen. Der Dax schloss 1,4 Prozent höher bei 7.857 Punkten - knapp unter dem höchsten Stand seit fünf Jahren den er im Laufe des Handelstags mit 7.865 Punkten erreicht hatte. Auf Wochensicht hat der Dax ein Plus von rund zwei Prozent geschafft.

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Entscheidender Impuls war am Freitag der Ifo-Index. Nach kurzer Talfahrt ist die deutsche Wirtschaft wieder überraschend gut in Schwung gekommen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, stieg im Januar zum dritten Mal in Folge und weit stärker als erwartet. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Aussichten für das kommende halbe Jahr besser. „Der Optimismus kehrt zurück“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München.

Der Geschäftsklimaindex war nach sechs Monaten Talfahrt schon im November und Dezember wieder gestiegen und legte im Januar noch kräftiger zu, von 102,4 auf 104,2 Punkte. Die Fabriken sind laut Ifo nach dem Rückgang im letzten Quartal 2012 jetzt wieder besser ausgelastet, die Auftragsbücher der Exportindustrie und der Bauunternehmen füllen sich.

Konjunkturindikatoren

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklima

    Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

  • Geldmenge M1

    Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

  • Handelsblatt Prognosebörse

    Auf der Handelsblatt Prognosebörse handeln Teilnehmer ihre Erwartungen über die Entwicklung von sechs Konjunkturindikatoren - Bruttoinlandsprodukt, Inflationsrate, Arbeitslosenzahl, Exporte, Bruttoanlageinvestitionen und ifo-Index - über virtuelle Aktien. Der Ansatz stützt sich nicht auf das Wissen einzelner Experten, sondern auf das gesammelte Wissen aller Teilnehmer. Jeder Interessierte kann kostenlos ein Konto eröffnen und von dort Konjunkturindikatoren als Aktien handeln: Je nach seinen persönlichen Erwartungen über die Entwicklung eines Indikators, kauft oder verkauft er Aktien.

Tender-Rückzahlungen im Fokus

Wie die EZB am Freitag in Frankfurt mitteilte, wollen kommende Woche 278 Institute die erste Gelegenheit nutzen und insgesamt 137,2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Damit geben mehr als die Hälfte der beteiligten Häuser zur vorzeitigen Ablösung entschlossen.

Das Geld hatten sie sich Ende 2011 von ihr beim ersten von zwei je drei Jahre laufenden Refinanzierungsgeschäften geliehen. Für die EZB beginnt damit der schrittweise Ausstieg aus ihren zahlreichen Krisenmaßnahmen, mit denen sie viele angeschlagene Banken seit Jahren päppelt. Von Reuters befragte Analysten und Geldmarktexperten hatten damit gerechnet, dass zunächst rund 100 Milliarden Euro an die Zentralbank zurückfließen.

Die Ratings der Euro-Länder

  • Belgien

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Negativ
    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Negativ
    Fitch Rating: AA
    Ausblick: Stabil

  • Deutschland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Estland

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Finnland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Frankreich

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Griechenland

    S&P Rating: B-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Caa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: B
    Ausblick: Stabil

  • Irland

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Italien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Luxemburg

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Malta

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A3
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Niederlande

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

  • Österreich

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Portugal

    S&P Rating: BB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba2
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: BB+
    Ausblick: Negativ

  • Slowakei

    S&P Rating: A
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Slowenien

    S&P Rating: A-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Negativ

  • Spanien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Zypern

    S&P Rating: B
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Caa3

    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: B-

    Ausblick: Stabil

„In dem Fall, dass der Betrag heute diesen Wert deutlich übertrifft, dürfte mit ordentlichem Rückenwind für den Euro zu rechnen sein“, schreibt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Schließlich würde dies bedeuten, dass sich die Lage an den Finanzmärkten in den vergangenen Monaten deutlicher verbessert habe als bislang angenommen.

Der Euro-Kurs zeigte sich vor diesem Hintergrund stark. Ein Euro kostete 1,3471 US-Dollar, ein Plus von 0,7 Prozent zum Vortag.

  • 25.01.2013, 09:23 UhrAnleger

    e.on Kursziel 5€ und Solarworld 5 cent bis Ende des Jahres.wer braucht denn Stromerzeuger?der kommt doch aus der Steckdose...

  • 25.01.2013, 09:31 UhrKostolany

    Die Apokalypse macht sich klammheimlich vom Acker,
    die Deutschen Konzerne ihre Arbeit,
    solange die die Sozis in schwarzem, grünem und rotem
    Gewand es zulassen.

  • 25.01.2013, 09:57 UhrBullenmarkt

    Klick Klack Boom. Alle Bären erlegt xD Seit 09:50.

    War aber auch klar. Immer wieder diese Rücksetzer unter 7700, die sofort wieder gekauft wurden. Was nicht runter will, geht halt hoch.

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