Düsseldorf/FrankfurtNach den starken Verlusten am Montag hat sich der Dax am Dienstag etwas erholt präsentiert. Nach einem unruhigen Handelstag, mit Ausschlägen nach oben und unten, schloss das Börsenbarometer 0,35 Prozent fester bei 7664 Punkten. In der zweiten Reihe notierte der MDax am Abend 0,7 Prozent besser bei 12.649 Zählern, der TecDax legte 0,25 Prozent auf 875 Stellen zu.
Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?
Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.
Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012
8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW
Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte
Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte
VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte
Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten
8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit
7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte
Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte
National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte
Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte
Positive Impulse lieferten die US-Börsen, die von Übernahmeplänen und guten Konjunkturdaten profitierten. Sorgen um die Stabilität Spaniens und Italiens sorgten allerdings auch am Dienstag für Unsicherheit unter den Anlegern. Experten sehen die Unruhen in der Eurozone als anhaltenden Belastungsfaktor. In den vergangenen Monaten hätten sich die Märkte zwar auf eine Entspannung in der europäischen Schuldenkrise eingestellt, schrieben die Analysten von Barclays Capital in einem Kommentar. „Auf die zunehmenden politischen Probleme sind sie aber nicht vorbereitet.“
In Spanien muss sich Ministerpräsident Mariano Rajoy mit Korruptionsvorwürfen auseinandersetzen. In Italien wird die Affäre um das älteste Finanzinstitut der Welt, die Banco Monte dei Paschi di Siena (BMPS), zum Politikum. Anleger fürchten, dass der Skandal dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. Ende des Monats soll in Italien gewählt werden.
Neben Großkonzernen finden sich darunter einige No-Names.
„Ein Regierungswechsel in beiden Ländern würde die derzeitigen Sparanstrengungen auf die Kippe stellen“, warnte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. „Eine Sanierung der Staatsfinanzen und ein nachhaltiger Haushalt sind das A und O in der Lösung der Schuldenprobleme.“
Die Analysten von Capital Spreads mahnten allerdings zur Besonnenheit. Die Meldungen über die politische Instabilität in Spanien und Italien hätten Investoren nur als Ausrede gedient, um Gewinne mitzunehmen. Ähnlich urteilte Richard Yetsenga, leitender Analyst bei ANZ Research: "Das sieht nach einer gesunden Korrektur aus, nichts weiter."
Anleger erfreut über Dividendenerhöhung der Münchener Rück
Zuversichtlich zeigten sich die deutschen Maschinenbauer. Sie haben mit einem Orderplus von vier Prozent im Dezember für einen hoffnungsfrohen Jahresabschluss gesorgt. „Das bestätigt unsere Annahme, dass wir den Tiefpunkt hinter uns haben“, sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt beim Branchenverband VDMA, am Dienstag. Das sei der beste Wert des Jahres gewesen. Wiechers betonte: „In Summe steht für das Jahr 2012 insgesamt ein Minus von drei Prozent, ein - gemessen am wirtschaftlichen Umfeld - durchaus respektables Ergebnis.“
Mit einem Plus von 3,9 Prozent standen am Abend die Aktien der Münchener Rück ganz oben im Dax. Der Rückversicherer hatte für 2012 einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro bekanntgegeben und die Anhebung der Dividende auf sieben Euro je Aktie angekündigt. Das ist mehr als Analysten erwartet hatten. Die signifikante Dividendenerhöhung sei eindeutig ein Signal der Stärke der Kapitalausstattung und des Vertrauens in die künftigen Gewinnaussichten, schrieb DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel in einem Kommentar.
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Nach einer Kursziel-Anhebung durch das Analysehaus Kepler legten auch die Papiere von Heidelberg Cement zu. Sie verteuerten sich um 1,8 Prozent. Allianz-Papiere legten um 1,7 Prozent zu, die Werte der Deutschen Bank verbuchten einen Zuwachs von 1,4 Prozent.
Verlierer im Dax waren am Dienstag die Titel von Infineon. Sie gaben 2,4 Prozent nach. Das Kursminus begründeten mehrere Händler mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie in den vergangenen zwei Monaten rund 14 Prozent an Wert gewonnen hatte.
Zu den Schlusslichtern gehören außerdem Adidas, Deutsche Telekom, VW und Merck, die zwischen 0,5 und einem Prozent nachgaben.
Der Halbleiterproduzent Dialog Semiconductor hielt im TecDax mit einem Minus von 3,6 Prozent die rote Laterne, gefolgt von den Titeln des Chipanlagenbauers Aixtron, die rund zwei Prozent verloren. An der Spitze standen am Abend die Werte von Wirecard (+3,55 Prozent) SMA Solar (+3,5 Prozent).