Marktberichte

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Börse Frankfurt: Dax schließt zweiten Tag in Folge im Minus

Die Euro-Krise hält die deutschen Aktienmärkte weiter fest im Griff. Vor der Wahl in Griechenland steigt die Nervosität an den Börsen. Zudem sorgte der große Verfallstag am Freitag bereits für hektische Kursschwankungen.

FrankfurtDie Sorgen um Spanien und Italien haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag erneut belastet. Nach einer Berg- und Talfahrt schloss der Dax 0,23 Prozent tiefer bei 6139 Punkten. Für den MDax ging es um 0,51 Prozent auf 9931 Punkte abwärts. Der TecDax verlor 1,51 Prozent auf 723 Punkte.

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Wie die Handelstage zuvor hätten Unsicherheit und Skepsis den Markt unter Druck gesetzt, schrieb Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Am Mittwochabend hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Spaniens abgestuft. Für Kursschwankungen sorgte zudem der am Freitag anstehende vierfache Verfall an den Terminbörsen, der sogenannte Hexensabbat, meinten Händler. Nach leicht positiven Vorgaben aus den USA machte der Dax aber zumindest einen Teil der Verluste wett. Börsianer begründeten das mit Spekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik in den USA, nachdem Arbeitsmarktdaten schlechter als gedacht ausgefallen waren.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:45 Uhr)

"Bevor um Griechenland und Spanien nicht mehr Ruhe einkehrt, sollte man sich lieber einfach ein wenig zurückhalten und schauen, was passiert", sagte Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Seit Tagen trauen sich die Anleger wegen der Probleme in der Euro-Zone und der bevorstehenden Parlamentswahl in Griechenland nicht, größere Positionen einzugehen.

Bei griechischen Bankaktien überwog allerdings das Prinzip Hoffnung. Anleger setzten darauf, dass die sparwilligen Kräfte bei den Wahlen am Sonntag die Nase vorn haben. Der Athener Bankenindex schoss um über 25 Prozent nach oben. Außerhalb Griechenlands standen Geldinstitute dagegen eher auf den Verkaufslisten der Anleger: Der europäische Bankenindex verlor 1,2 Prozent.

Die Nervosität der Anleger schlug sich auch an den Rentenmärkten nieder. Die Rendite spanischer Anleihen kletterten am zum ersten Mal über sieben Prozent. Diese Zinsniveaus gelten für die hoch verschuldeten Staaten langfristig als untragbar.

Der Euro kletterte leicht auf 1,2560 Dollar, nachdem er zuvor bei 1,2551 Dollar gelegen hatte.

Unter Analysten ist eine Auktion langjähriger italienischer Anleihen am Vormittag positiv aufgenommen worden. "Das Zielvolumen wurde erreicht, das ist ein gutes Ergebnis. Vor allem vor dem Hintergrund der Herunterstufung Spaniens war ein solches Ergebnis nicht unbedingt voraussehbar", sagt Matteo Regesta von BNP Paribas. Insgesamt sammelte Italien 4,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein. Die Zinsen stiegen allerdings deutlich: Für Papiere mit einer Laufzeit bis 2015 wurden 5,3 Prozent fällig. Das ist der höchste Wert seit Dezember, zuletzt waren es nur rund 3,9 Prozent. "Um diesen Trend umzukehren, ist es nötig, dass Italien in den nächsten Monaten mal mit positive Wachstumsdaten aufwarten kann", sagte Alessandro Giansanti, Analyst bei ING.

Die Woche an den Märkten

  • Donnerstag

    Die wichtigsten Daten kommen erneut aus den USA. Es werden die Verbraucherpreise für Mai veröffentlicht, sowie die wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und zu Erdgasbeständen. Heidelberger Druckmaschinen und Kabel Deutschland legen Jahreszahlen, Gerry Weber Halbjahreszahlen vor. Bei SKW Stahl, Tag Immobilien und Xing findet das jährliche Aktionärstreffen statt. Fraport legt Verkehrszahlen für Mai vor.

  • Freitag

    An den Terminmärkten ist großer Verfallstag von Derivaten. In den USA werden neben der Industrieproduktion und der Kapazitätsauslastung der Industrieindex der New Yorker Notenbank ("Empire State Index") und das Verbrauchervertrauen von der Uni Michigan bekanntgegeben. Toyota und Strabag halten ihre Hauptversammlung ab.

Die EZB konnte derweil für keine Entspannung an den europäischen Aktienmärkten sorgen. In ihrem aktuellen Monatsbericht weist die EZB darauf hin, dass sich die Erwartungen von Wirtschafts- und Finanzmarktakteuren an das Wirtschaftswachstum im Euroraum unter dem Einfluss von Finanzkrise und Rezession in den vergangenen Jahren deutlich verringert haben. Nach Aussage der EZB deuten Konjunkturindikatoren darauf hin, dass die Investitionsdynamik auf kurze Sicht schwach bleiben wird.

  • 14.06.2012, 21:23 UhrSchleckah

    Dow vs. Dax ist ja schon ewig her, eine derart verschobene Intraday performance...
    Normalerweise Hat der DAX doppelt soviel verloren/gewonnen wie der Dow (Zumindest im Vergleich)

  • 14.06.2012, 21:13 UhrBehalte_Deine_Denkfehler

    Und ich habe den Verdacht, dass sie

    1.) dazu gehören
    2.) die Erkenntnis noch nicht gehabt

  • 14.06.2012, 21:01 UhrDenkfehler

    Ich habe den Verdacht, dass hier eine Menge ganz lausiger Anleger am Start sind. Da fehlen meines Erachtens bestimmte Grundlagen zu einer erfolgreichen Geldanlage:

    1. die Fähigkeit, Fehler zu erkennen und daraus zu lernen
    2. die Erkenntnis, dass das eigene Wissen begrenzt ist.

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