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Börse Frankfurt: Dax springt auf Drei-Jahres-Hoch

Der deutsche Aktienmarkt schafft ein ordentliches Plus. Positive Unternehmenszahlen können die Stimmung etwas heben, der Rücktritt von Ägyptens Despot Mubarak ebenfalls. Auf der Gewinnerseite stehen die Autobauer. Nokia-Aktien brechen an der Börse Helsinki ein.

Am Frankfurter Aktienmarkt hat der Dax seit Jahresbeginn sechs Prozent zugelegt. Quelle: dpa
Am Frankfurter Aktienmarkt hat der Dax seit Jahresbeginn sechs Prozent zugelegt. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Keien Erleichterungsrally, dafür ein wenig Rückenwind: Dank des Rücktritts des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak hat sich der Dax mit einem Schlussspurt ins Wochenende verabschiedet. Er stieg am Nachmittag auf ein neues Drei-Jahres-Hoch von 7390 Punkten und beendete den Xetra-Handel 0,4 Prozent im Plus bei 7371 Zählern. Der EuroStoxx50 machte seine Anfangsverluste ebenfalls wett und gewann 0,1 Prozent auf 3031 Stellen.

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"Die Leute sind erleichtert, dass es nicht zu einem Gewaltausbruch gekommen ist und sich die Lage nun entspannt", sagte ein Börsianer. "Offenbar müssen sich nun diejenigen, die auf eine Eskalation und damit fallende Kurse spekuliert hatten, vor dem Wochenende noch schnell mit Aktien eindecken." Ein anderer Händler sagte: "Angesichts der reichlichen Liquidität steigt der Markt seit Tagen an, da genügt so eine Nachricht für einen weiteren Schub nach oben."

Am Nachmittag hatte der ägyptische Vizepräsident Omar Suleiman mitgeteilt, Staatsoberhaupt Mubarak trete zurück. Im dortigen Fernsehen hieß es, ein Militärrat werde die Amtsgeschäfte übernehmen.

Am deutlichsten reagierten die Rohstoff-Märkte auf die Nachrichten vom Nil: Der Ölpreis, der in den vergangenen Tagen unter anderem wegen der Furcht vor einer Störung des Schiffsverkehrs im Suez-Kanal gestiegen war, gab deutlich nach. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich auf bis zu 100,43 Dollar je Barrel (159 Liter), WTI gab 0,6 Prozent auf 86,23 Dollar nach. Auch der "sichere Anlagehafen" Gold verlor an Attraktivität, eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls kostete am frühen Abend noch 1361,59 Dollar.

Die ägyptischen Credit Default Swaps (CDS) gingen nach Ankündigung des Mubarak-Rücktritts auf Talfahrt. Die Kosten zur Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Kredites an den Nil-Staat verbilligte sich dem Datenanbieter Markit zufolge um 25.000 auf 315.000 Dollar. Im Tagesverlauf hatte die Versicherung zeitweise 380.000 Dollar gekostet.

Für Aufsehen am Aktienmarkt sorgte auch die geplante Handysoftware-Allianz von Nokia mit Microsoft. Der finnische Konzern will sich damit gegen den Abstieg aus der Top-Liga der Mobiltelefon-Hersteller stemmen. Nokia verliert bei den gewinnträchtigen internetfähigen Smartphones zunehmend Marktanteile an das iPhone von Apple und Handys mit dem Google-Betriebssystem Android. Analyst Geoff Blaber von CCS Insight bezeichnete die Vereinbarung als Offenbarungseid für Nokia. "Das betont den Ernst der Lage. Solch ein Schritt wäre noch vor 12 Monaten undenkbar gewesen." Nokia-Aktien fielen an der Börse Helsinki um bis zu 15,5 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Monats-Tief von 6,90 Euro. Microsoft verloren an der Wall Street 0,7 Prozent auf 27,31 Dollar.

Bei den deutschen Unternehmen richtete sich die Aufmerksamkeit der Investoren auf ThyssenKrupp. Die Aktien des Stahlkochers rutschten nach Vorlage der Quartalsbilanz um 2,7 Prozent auf 30,29 Euro ab. "Eigentlich sind die Zahlen nicht schlecht, aber in den Belastungen durch die neuen Stahlwerke in den USA und Brasilien haben die Investoren das Haar in der Suppe gefunden", sagte ein Börsianer.

An der Tabellenspitze der ersten deutschen Börsenliga standen die Autobauer. Volkswagen hatte am Vormittag ein kräftiges Absatzplus für Januar bekanntgegeben. VW-Papiere und die Titel von BMW und Daimler rückten zwischen 1,9 und 2,6 Prozent vor. "Da hoffen offenbar einige auf starke Quartalsergebnisse", sagte ein Börsianer.

  • 11.02.2011, 19:14 UhrAnonymer Benutzer: k.h.a.

    Solange sich auch in Europa und Deutschland die sheep an der Nase herumführen lassen - wie soeben in Ägypten - kann einem halbwegs ordentlichen Profiteur kaum etwas geschehen, wie auch immer er sich nennen möchte.

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