DüsseldorfNach dem Kursrutsch der vergangenen zwei Handelstage hat der Dax abermals Verluste verbucht. Positiven Daten aus China stand die Euro-Schuldenkrise als das weiter beherrschende Thema gegenüber.
Der deutsche Leitindex schließt 0,5 Prozent schwächer bei 6.390 Punkten. Der MDax verbucht ein Plus von 0,3 Prozent auf 10.455 Stellen. Der TecDax gewinnt 0,5 Prozent auf 749 Zähler. #Schon am späten Montagabend hatte die US-Ratingagentur Moody's den Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg auf negativ gesetzt und die Euro-Schuldenkrise damit um ein Kapitel erweitert. „Die Krise hat einen neuen Schweregrad erreicht“, kommentierte Expertin Viola Julien von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die aktuelle Lage. Moody's erklärte weiterhin, es sei inzwischen wahrscheinlicher geworden, dass Griechenland die Euro-Zone verlasse.
Das könne zu einer ganzen Kette von Schocks an den Finanzmärkten führen, die die Politik nur zu sehr hohen Kosten eindämmen könnten. Der IWF ließ zuletzt offen, ob er sich weiter an den Hilfen für Griechenland beteiligen wird, wenn das Land seine Zusagen nicht termingerecht erfüllt. Griechenland hat von seinen internationalen Helfern bislang knapp 150 Milliarden Euro erhalten. Die sogenannte Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission muss derzeit überprüfen, ob Griechenland bei den Spar- und Reformauflagen auf einem guten Weg ist und weiter Kredite erhalten kann.
- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)
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+ 0,1 Prozent
1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)
1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)
106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)
Anleger nahmen den drohenden Entzug der Top-Bonitätsnote zum Anlass, deutsche Staatsanleihen zu verkaufen. Der Bund-Future verlor daraufhin 71 Ticks auf 144,84 Punkte. Im Gegenzug stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 1,244 Prozent, nachdem sie am Vortag auf ein Rekordtief von 1,126 Prozent gefallen war.
Sorgen bereitet Investoren vor allem Spanien. Die Furcht vor einem weiteren Abgleiten des Landes sei sehr groß, kommentierte Marktexperte Gregor Kuhn von IG Markets. Staat, Regionen und der Bankensektor Spaniens sähen sich mit kaum noch zu stemmenden Schuldenbergen konfrontiert. Eine aktuelle Geldmarktauktion hatte am Dienstag erneut gezeigt, dass die kurzfristige Geldaufnahme für das Land immer teurer wird. Kurz vor der Emission der Spanier stiegen die Renditen für fünfjährige spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt erstmals seit 2001 über diejenigen der zehnjährigen Papiere.
Üblicherweise erhalten Anleger für Anleihen mit einer kürzeren Laufzeit weniger Rendite als für Langläufer. Kehrt sich dies um, deutet das in der Regel darauf hin, dass das Risiko für einen Zahlungsausfall an den Märkten höher eingeschätzt wird.
Die Noten der drei führenden Agenturen S&P, Moody's und Fitch sind maßgeblich für die Finanzierungskosten der Staaten am Kapitalmarkt. Die Faustregel: Je besser die Bonitätsnote, desto günstiger das Zinsniveau, zu dem ein Land Geld aufnehmen kann.
Es gibt Ausnahmen: So haben die USA trotz immenser Verschuldung und einer Herabstufung durch S&P im vergangenen Sommer nach wie vor keine Probleme, günstig Mittel einzusammeln. Die weltgrößte Volkswirtschaft gilt weiter als „sicherer Hafen“, weil der US-Dollar die globale Leitwährung ist und die Notenbank Fed bereit ist, ihn in unbegrenzten Mengen zu drucken. Diese Quasi-Versicherung gegen einen Zahlungsausfall für US-Staatsschulden überzeugt internationale Gläubiger bislang noch - zumal die Alternativen rar sind.
Die Wahrscheinlichkeit liegt nun laut S&P bei 50 Prozent, dass die verbleibenden Euro-Staaten mit Spitzenbonität ihre Bestnote in den kommenden 90 Tagen verlieren. Das sind neben Deutschland Frankreich,Österreich, Luxemburg, die Niederlande und Finnland. Frankreich, das bereits seit längerem unter Abwertungsdruck steht, könnte sogar gleich um zwei Bonitätsstufen abgesenkt werden. Zudem hat in Moody's auch die zweite große Ratingagentur das Land auf dem Kieker. Für die Euro-Rettung ist dies äußerst brisant: Mit Frankreich wackelt die zweitwichtigste Finanzierungssäule des Krisenfonds EFSF.
Für den EFSF hätte ein Verlust der Spitzenbonität weitreichende Folgen. Die Topnoten der Ratingagenturen sind Voraussetzung, damit der Krisenfonds mit maximaler Schlagkraft agieren kann. Eine Herabstufung der wichtigsten Garantiegeber Deutschland und Frankreich würde auch die Note des EFSF gefährden und damit das Aus des Rettungsschirms in seiner bisherigen Konstruktion bedeuten.
Der Ratingagentur zufolge haben die Probleme im Euroraum ein Maß erreicht, das die Währungszone als Ganzes unter Druck setzt. S&P kritisiert auch unkoordiniertes und unentschlossenes Handeln der Politiker. Es gebe zudem das Risiko, dass die Eurozone im kommenden Jahr in die Rezession rutsche. Auch Deutschland könnte nach Einschätzung der Agentur in den Abwärtssog geraten.
Experten sind sich uneins: Die Commerzbank-Analysten bezeichnen den Vorstoß als „aggressiv“, aber vertretbar. Er unterstreiche, „dass es in dieser Krise kein Entrinnen gibt - nicht einmal für die absoluten Top-Credits in der Eurozone“. Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, hat dagegen kein Verständnis. Angesichts der jüngsten Entspannung in der Schuldenkrise liefere S&P in seiner Begründung „schlichtweg und ergreifend Unwahrheiten“.
Damit setzt die Ratingagentur die Euro-Retter unter Handlungsdruck. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Gipfel-Ergebnisse entscheidend für die weitere Bewertung der Länder der Eurozone seien. Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsident Nicolas Sarkozy könnte die Drohung zur Unzeit sogar in die Karten spielen. Merkel liefert sie Argumente dafür, die europäischen Verträge zugunsten von mehr Haushaltsdisziplin und automatischen Schuldenbremsen zu ändern. Sarkozy stärkt sie innenpolitisch den Rücken, um die Sparanstrengungen zu forcieren.
Weltweit verfügen noch nicht einmal 20 Staaten über ein „AAA“-Rating von S&P, dazu zählen aber auch einige Steueroasen und Zwergstaaten. In Europa verfügen - noch - zwölf Länder über ein Top-Rating. Von den großen Industrie- und Schwellenländern (G20) sind es fünf. Dazu gehören Deutschland, Frankreich, Kanada, Australien und Großbritannien. Industriegiganten wie die USA („AA+“), China („AA-“) oder Japan („AA-“) sind nicht darunter. Investoren reagieren jedoch häufig erst auf Herabstufungen, wenn mindestens zwei Agenturen sie vornehmen. Die USA beispielsweise werden von Fitch und Moody's bislang noch mit „Triple A“ bewertet.
Grundsätzlich legen die großen Agenturen ihre Methodik nicht im Detail offen. Kritiker bemängeln besonders im Zusammenhang mit der Schuldenkrise im Euroraum, dass die Ratingunternehmen lediglich den Marktentwicklungen folgen und auf neue Zuspitzungen reagieren, auch wenn diese fundamental nicht immer gerechtfertigt seien. Experten sehen den harten Kurs allerdings auch im Zusammenhang mit den laschen Bewertungsstandards während der US-Hypothekenkrise waren. Damals mussten sich die Bonitätsprüfer häufig den Vorwurf gefallen lassen, riskante Papiere tendenziell zu positiv zu bewerten.
Dagegen stand lediglich, dass sich in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie im Juli auf 49,5 Punkte nach 48,2 Zählern im Juni verbesserte und den höchsten Wert seit fünf Monaten erreichte.
Die deutsche Industrie hingegen ist wiedermal auf Talfahrt. Die Produktion der Branche wurde im Juli so stark zurückgefahren wie seit gut drei Jahren nicht mehr. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex auf der Basis vorläufiger Zahlen sank im Juli auf 43,3 Punkte, nach 45,0 Punkten im Vormonat.

Aktien, nicht Asien, Herr Realist.
Zu ihrer Frage (die sich an einen Satz von mir über Investitionen in Immobilien anlehnt), warum nicht all die anderen in Südeuropa investieren:
a) Es ist mir egal, wo andere investieren bzw. fehlinvestieren.
b) Es ist mir sogar recht, wenn andere Anleger übertreiben. In positivem wie negativem Sinn. Solche Übertreibungen vermag ich _manchmal_ auszunutzen.
c) Märkte übertreiben regelmäßig, egal was Herr Fama und Konsorten denken und sagen. Häufig (über)korrigieren diese Märkte aber im Anschluss.
Noch etwas Grundsätzliches: es wird selten honoriert, wenn man im Internet etwas Intelligentes, Wohldurchdachtes von sich gibt. "Oberlehrer" wird man genannt, angefeindet, teilweise durch Salven von Trivialitäten genervt.
Warum sollte ich hier meine gewogene Ansicht, die ich täglich kritisch überprüfe, von mir geben? Vielleicht gibt es einige (sehr) Wenige, die daraus einen Nutzen ziehen und meine Äußerungen als Denkanstöße verwenden.
Im Großen und Ganzen ist es aber ein nutzloses Unterfangen. Viele hören lieber DAX-saisonale (wenns hoch geht "Bla", wenns runter geht "Blubb") Anfängerkommentare. Andere üben sich in volkswirtschaftlichen Hahnenkämpfen mit mir (Profilneurotiker). Ich bin nicht hier, um mich zu profilieren. Wieder andere sind nach langen Lebensjahren einfach zu verbittert, um noch leichtgängige, fruchtbare Diskussionen zu führen.
Schlussendlich: der erfreuliche Anteil der Diskussion hier ist relativ gering. Das allgemeine geistige Rauschen zu hoch. Der Umgang miteinander oft zu verletzend. Wundersam, dass ich mich dennoch immer wieder dazu verleiten lasse, hier zu schreiben.

Feine Postings, Herr Realist.
Sie nennen es Allgemeinplätze, die ich abliefere. Ich gebe in der Tat keine Vorgehensrezepte von mir, sondern höchstens grundlegende Gedankengänge. Denkanregungen.
Investmententscheidungen muss jeder für sich selbst fällen. Aus eigenem Antrieb, in eigener Verantwortung. Nichts wäre für mich schlimmer, als wenn jemand meinen Vorschlag 1 zu 1 kopiert... und damit auf die Nase fällt.
Ich gehöre nämlich zu denjenigen, die problemlos die _Nicht_-Perfektion der eigenen Prognosen anerkennen können. Das unterscheidet mich von Latein sprechenden Profilneurotikern, die ihre Misserfolge gerne in hochtrabende Floskeln hüllen.
Und in Bezug auf Sie, Herr Realist: Mir ist bei ihnen zu viel Verbitterung am Start. Überall wittern Sie Neider. Skepsis empfinden Sie als Majestätsbeleidigung. Ich möchte es ihnen ersparen, noch mehr Peinliches auszustellen. Sie haben sich schon tief blamiert, als Sie den User Hamburger, nur weil er eine ihnen liebsame Ansicht äußerte, als klugen Schreiber adelten.






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