Marktberichte

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Börse Frankfurt: Der Dax schließt im Minus

Nach dem dicken Plus von gestern haben viele einen schwachen Dax erwartet. Doch neue Spekulationen, Spanien könnte unter den Rettungsschirm schlüpfen, sorgen zumindest für Unterstützung der Kurse.

DüsseldorfDer Dax schloss 0,3 Prozent leichter bei 7.305 Punkten. Die zweite Reihe der Indizes notierte dagegen etwas fester. MDax stieg und TecDax stiegen um jeweils um 0,2 Prozent. Gestern fand Fed-Chef lobende Worte über die neuesten Entscheidungen in Europa im Kampf gegen die Krise. Sie seien "sehr konstruktiv", um die Märkte wieder zu stabilisieren. Allerdings müssten nun auch die Regierungen der Euro-Länder gemeinsam an einer Lösung der Schuldenkrise arbeiten. Die EZB hatte vor kurzem beschlossen, unter bestimmten Bedingungen notfalls unbegrenzt Staatsanleihen strauchelnder Euro-Staaten aufzukaufen.

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Eine dieser Bedingungen ist die Inanspruchnahme des Euro-Rettungsschirms. Und genau das plant Spanien nun offenbar. Bereits am kommenden Wochenende könnte es soweit sein, sagten mehrere europäische Spitzen-Diplomaten der Nachrichtenagentur Reuters. Mit größeren Reaktionen hielten sich die Investoren aber noch zurück. Allerdings reagierten heute schon die Renditen spanischer Staatspapiere. Sie fielen zeitweise auf 5,78 Prozent.

Der Tag an den Märkten (Stand: 16:05 Uhr)

„Spanien ist auf dem Radar der Investoren“, sagte Lars Kremkow, Marktstratege beim Broker Activtrades. „Dennoch muss man anerkennen, dass der Markt nach Monaten und Jahren der Eurokrise mittlerweile abgeklärter mit den jeweiligen 'Krisenszenarien' umgeht.“

Kritik zu diesem Vorhaben kommt vor allem aus Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle angesichts der zunehmenden Skepsis in den eigenen Reihen den Bundestag nicht einzeln über die erwarteten Hilfsanträge Griechenlands, Zyperns und Spaniens entscheiden lassen.

"Je länger die Unsicherheit dauert, desto größer wird der Druck auf den Aktienmarkt", sagte Unicredit-Stratege Christian Stocker. David Thebault, Chef-Händler beim Brokerhaus Global Equitites, betonte, darüber hinaus sei unklar, ob ein umfassender Hilfsantrag eine Herabstufung der Bonität nach sich ziehen wird. "Allerdings haben die Märkte bislang noch nicht vollständig realisiert, wie wirkungsvoll die neue EZB-Politik ist und wie sie die Dinge verändern wird. Es gibt also Luft nach oben."

Kaufempfehlung für Lufthansa

Analyser To Go Kaufempfehlung für Lufthansa

Zu den Gewinnern gehörten an der Frankfurter Börse die Papiere der Lufthansa und Deutscher Telekom. Lufthansa-Aktien bekamen ufwind von den Experten der Commerzbank. Trotz der jüngsten Prognosen, nach denen europäische Fluggesellschaften der globalen Konkurrenz in diesem Jahr hinterherlaufen werden, beließ die Commerzbank die Aktien auf "buy". Die Papiere legten rund 1,5 Prozent zu.

Im zweiten Anlauf schafft der Versicherungskonzern Talanx doch noch den Sprung an die Börse. Die Aktie wurde heute erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt. Der drittgrößte deutsche Versicherer hatte den seit mehr als einem Jahrzehnt vorbereiteten Börsengang im September schon abgeblasen, weil er von der Resonanz der Investoren enttäuscht war.

Rabattschlacht um die Autokäufer

Preis-Dumping beim Händler Rabattschlacht um die Autokäufer

Nun nimmt Talanx fast 520 Millionen Euro ein. Der Ausgabepreis lag bei 18,30 Euro. Die Aktie schloss bei 18,50 Euro. Talanx' erfolgreicher Börsengang sorgte auch bei den anderen deutschen Versicherern für steigende Kurse. Die Papiere der Müncher Rück konnten 0,2 Prozent zulegen und die im MDax gelisteten Aktien der Hannover Rück notierten 2,3 Prozent fester.

Der Fernseher-Hersteller Loewe hat wegen einer mauen Nachfrage seine Umsatz- und Gewinnprognose kassiert und damit seine Anleger verprellt. An der Frankfurter Börse fielen die Papiere des Fernsehherstellers rund acht Prozent ins Minus. Das bisherige Ziel, für das Gesamtjahr 2012 ein Umsatzwachstum und ein deutlich besseres Ergebnis zu erreichen, sei nicht mehr realistisch, teilte der größte deutsche TV-Hersteller am Montagabend mit. Nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr habe Loewe im dritten Quartal vor allem "eine negative Marktentwicklung" zu schaffen gemacht.

Der Chiphersteller Infineon gehörte heute zu den größten Verlieren im Dax. Die Papiere des Münchner Konzerns verloren 2,44 Prozent. Ausgelöst wurde das Minus durch eine Kurszielsenkung der Citigroup von 6 auf 5 Euro. Bayer gehörte am Dienstag ebenfalls zu den schwächeren Werten. Belastet wurde der Chemiekonzern von einer Niederlage im Patentstreit mit dem US-Chemiekonzern Dow Chemical. Ein Bundesbezirksgericht im US-Bundesstaat North Carolina sprach zwei Tochterfirmen des amerikanischen Unternehmens jetzt 5,3 Millionen Dollar Entschädigung zu, wie die Chemiefirma Dow AgroSciences in der Nacht zum Dienstag mitteilte.

Die größten Börsengänge der Welt

  • 02.10.2012, 16:35 UhrGaishirtle

    "Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle angesichts der zunehmenden Skepsis in den eigenen Reihen den Bundestag nicht einzeln über die erwarteten Hilfsanträge Griechenlands, Zyperns und Spaniens entscheiden lassen."

    Sie werden also nur noch gefragt, wenn sicher ist, dass die "richtige" Antwort gegeben wird.
    Und die Börse sieht das positiv?!

  • 02.10.2012, 13:56 UhrRealist

    @ Holzbock

    Ja, es gibt eben Leute, die versuchen etwas zu schaffen. Und dann gibt es Holzböcke. Die fressen Bauwerke kaputt und manche maulen auch noch überflüssig rum!

    Wer den Hamburger vermissen sollte, der sollt auch den heidelberger nicht vergessen. Der hatte für Ende 2012 11.000 Dax-Punkte vorhergesagt und für Ende 2013 gar 13.000. In jüngerer Vergangenheit hat er die Prognosen dann abgeändert.

    Will sagen: An der Börse liegen mehr als die Hälfte der Voraussagen glatt daneben. "Affen sind die besseren Anleger", hatte die FAZ festgestellt (Affen hatten mit Klexen im Börsenteil besser gelegen als "Experten".)

    Insofern Holzbock, ist Dein Spott primitiv, zumal Du selbst erst gar keine Prognosen abgibst!

  • 02.10.2012, 11:26 UhrHolzbock

    Der Hamburger arbeitet wieder für den HHer Senat,
    Er hat sich besonders qualifiziert und versenkt jetzt Steuergelder in der Elbphilharmonie.

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