FrankfurtNach den zuletzt einigermaßen guten Handelstagen kehrt die Euro-Krise mit voller Wucht an die Börsen zurück. Offenbar glauben die Anleger nicht mehr daran, dass die Politik in absehbarer Zeit eine Lösung der Probleme innerhalb der Währungsunion hinbekommt. Die Hoffnungen schwinden, sagte ein Börsianer. Möglicherweise gehe es noch einmal deutlich nach unten mit den Kursen. Auch Markus Huber, Aktienhändler von ETX Capital, ist skeptisch: zwar spekulierten noch einige auf kleine Fortschritte für neues Wachstum in Europa und eine mögliche Bankenunion. Allzu groß sei der Glaube allerdings nicht.
- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)
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1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)
1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)
106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)
Der Dax fiel im Handelsverlauf immer weiter zurück. Am Ende schloss das Leitbarometer 2,1 Prozent tiefer bei 6.134 Zählern und rutschte damit deutlich unter die Marke von 6.200 Punkte. Am Freitag hatte er bereits 1,3 Prozent auf 6.263 Zähler verloren. Unter dem Strich war ein Wochengewinn von nur einem mageren halben Prozent geblieben. Für den MDax ging es zum Wochenauftakt um 1,5 Prozent auf 10.025 Punkte bergab und der TecDax sank um 2,1 Prozent auf 726 Punkte.
Für Gespräch sorgten auch die Gerüchte, die Ratingagentur Moody's könnte am Abend erneut eine ganze Reihe europäischer Banken herabstufen. Das würde die Rekapitalisierung der Finanzkonzerne zusätzlich erschweren, die Krise in Europa weiter verschärfen. Auch an der New Yorker Wall Street rutschten die Kurse. Der Dow-Jones-Index verlor im frühen Handel rund 1,2 Prozent auf 12.491 Punkte.
Zuvor hatte bereits der Nikkei-Index in Tokio um 0,5 Prozent auf 8.753 Zähler nachgegeben. Der chinesische Shanghai Composite fiel ebenfalls um 0,5 Prozent auf 2249 Punkte.
Auf Konjunkturseite gibt es den deutsche Arbeitsmarktbericht, Euro-Raum-Indikatoren zum Unternehmervertrauen und endgültige Daten zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal in den USA und Großbritannien. In Brüssel beginnt am Nachmittag der zweitägige Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs. An den Anleihemärkten will sich Italien bis zu sieben Milliarden Euro besorgen. Zahlen gibt es aus den USA unter anderem von Nike, aus Deutschland von Hornbach.
Aus Deutschland kommen Einzelhandelsumsätze vom Mai, aus dem Euro-Raum Zentralbankdaten zur Kreditvergabe im Mai und zur Geldmenge M3. In den USA werden Einkommen und Ausgaben der privaten Haushalte im Mai veröffentlicht, daneben der Einkaufsmanagerindex für den Großraum Chicago und der endgültige Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan. Zur Hauptversammlung lädt die Baader Bank.
Die Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Zone spiegelte sich am Rentenmarkt auch in den wieder anziehenden Renditen spanischer und italienischer Anleihen wieder. Auch der Euro musste Federn lassen und fiel unter 1,25 Dollar - ein Minus von fast einem US-Cent gegenüber Freitag. Am Aktienmarkt trennten sich die Anleger vor allem von Aktien der Banken. Händler erklärten, die Herabstufung von 15 Großbanken durch die Ratingagentur Moody's in der Vorwoche laste noch auf den Aktien. Daneben sei die Schuldenkrise kursbestimmend. Spanien beantragte formal Hilfe für die Rettung seiner Banken. Bis zu 100 Milliarden Euro sind bereits zugesagt.
Einige Optimisten jedoch sind geblieben. Der Fondsmanager Thomas Grüner sieht das Marktbarometer mit Blick auf das laufende Jahr trotz aller Probleme deutlich steigen. "Wenn ich mir die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, einschließlich der Medien anschaue, dann können Anleger den Eindruck gewinnen, dass der Dax in diesem Jahr kräftig verloren hat. Doch das Gegenteil ist der Fall", sagte der Geschäftsführer der Grüner Fischer Investments in Rodenbach dem Handelsblatt.
Er stützt sich auf die Stimmung seiner 1 500 Kunden. Richtig sei zwar, dass der Dax seit seinem Hoch im März bei 7.194 Punkten gut 1.000 Punkte verloren hat. "Doch damals im März waren Anleger viel zu sorglos, und die 8.000 Punkte schienen nur noch eine Frage der Zeit zu sein." Sein Argument für die relative Stärke des Index: Wer verkaufen wolle, habe solch eine Order längst erteilt. Neue schlechte Nachrichten schockierten nun kaum noch.
ThyssenKrupp haben am Montag ihre Talfahrt wieder aufgenommen. Die Aktien rutschten um 3,8 Prozent auf 12,20 Euro ab und gehörten damit zu den größten Verlierern im Dax. Die Aktien hatten in der Vorwoche mit einem Plus von 5,9 Prozent zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex gezählt. Vermutlich nähmen einige kurzfristig orientierte Anleger ihre Gewinne mit. Die Analysten von JP Morgan hatten zwar ihr Kursziel um drei auf 18 Euro gesenkt, zugleich aber ihre Empfehlung mit "overweight" bekräftigt.
Ebenfalls auf Talfahrt gingen die Aktien der großen Stromversorger E.ON und RWE, die je mehr als drei Prozent einbüßten. Auch Metro und Beiersdorf standen bei den Anlegern auf den Verkaufszetteln und verloren je um die zwei Prozent.
Die Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW) sollte nach den Vorstellungen ihres Miteigentümers Burkhart von Braunbehrens mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall zusammengehen. „Es wäre sinnvoll, wir würden den Weg mit Rheinmetall in eine gemeinsame AG gehen“, sagte von Braunbehrens der „Financial Times Deutschland“ (Montag). Der Künstler hält aber nur wenige Anteile an dem äußerst verschwiegenen Familienunternehmen und war nach seiner öffentlichen Kritik an einem möglichen Panzer-Geschäft mit Saudi-Arabien erst vor kurzem aus den Gesellschafter-Gremien wieder abberufen wurden. Von Braunbehrens hatte in den vergangenen Wochen mehrfach den möglichen Verkauf von Kampfpanzern des Typs Leo 2 an die Saudis scharf kritisiert und auch an Bundespräsident Joachim Gauck appelliert, den Deal zu stoppen. KMW äußert sich wie Rheinmetall dazu nicht. Die Aktie von Rheinmetall konnte im MDax nicht dem Negativtrend trotzen und verlor 1,1 Prozent.

Die ihr ein den Euro eingetreten seid, lasset alle Hoffnung fahren...
Dieser leicht angepaßte Spruch Dante Aligheris in der göttlichen Kommödie passt wie die PIGS- Faust aufs deutsche Auge.
Nachzuvollziehen im Interview mit Prof. Sinn:
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/504320

Da kann man Ihnen nur zustimmen, wenn die Krise beginnt ist jedes KGV übertrieben denn Krise bedeutet wirtschaftliche Stagnation über ein Jahrzehnt zzgl. Schrumpfung des Gewinns bis Ausweitung der Verluste -> Firmen Pleiten.

Sorry, aber du outest dich gerade als jemand, der mal ein Buch über Aktien gelesen hat und sich nun als Profi fühlt. Das KGV sagt so gut wie nichts aus. Wenn eine Firma im Konjunkturtief steckt, ist diese auf einmal nichts mehr wert?
Was ist mit den Buchwerten oder Stillen Reserven, (Rücklagen bzw. Firmenvermögen)? Oft füllen sich am Anfang die Lager, bevor eine Krise durchschlägt.
Ist aber ok, deshalb gibt es ja Verkäufer und Käufer.^^






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