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Börse Frankfurt: Die Volatilität kehrt wieder zurück

Das Hin und Her, das während der Euro-Krise die Märkte beherrschte, zeigte sich heute, wenn auch in etwas schwächerer Form, wieder. Die Anleger werden wieder nervöser – und das trotz größtenteils guter Nachrichten.

FrankfurtHeute begann der Handel eigentlich erst in der zweiten Hälfte des Börsentages. Bis dahin hielten sich die Aktionäre zurück. Keiner wollte sich im Vorfeld des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank die Finger verbrennen.

Am Nachmittag ging es dann los. Erst knickte der Dax leicht ein, nachdem die Notenbank veröffentlichte den Leitzins auf dem niedrigen Niveau von 0,75 Prozent zu belassen, 45 Minuten später schoss der Dax dann um bis zu 1,1 Prozent ins Plus und erreichte bei einem Kurs von 7.661 Punkten sein Tageshoch.

Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

  • Platz 10

    Chevron

    Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 9

    Nestle

    Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

    Branche: Konsumgüter

  • Platz 8

    IBM

    Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Platz 7

    Microsoft

    Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Platz 6

    General Electric

    Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

    Branche: Mischkonzern

  • Platz 5

    Wal-Mart

    Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

    Branche: Handel

  • Platz 4

    PetroChina

    Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 3

    Berkshire Hathaway

    Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

    Branche: Investment

  • Platz 2

    Exxon Mobil

    Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 1

    Apple

    Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Berechnung

    Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

    Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

Doch lange hielt das Plus nicht. Mit schwächer notierenden US-Börsen sank der Dax wieder auf sein Vortagsniveau. Möglicherweise nutzten einige Investoren die Gunst der Stunde, um noch einmal Kasse zu machen. Bei einigen dürfte auch die Skepsis über die konjunkturelle Lage Europas Aktienverkäufe forciert haben.

Am Ende schloss der Dax nur 0,1 Prozent im Plus auf 7.591 Punkte. Der MDax legte 0,2 Prozent zu auf 12.660 Zähler und der TecDax gab 0,3 Prozent nach auf 878 Zähler.

Auf der EZB-Pressekonferenz äußerte sich Notenbankchef Mario Dragi weitestgehend positiv über die wirtschaftliche Entwicklung der Euro-Zone. Draghi rechnet mit einer Erholung der Konjunktur in der Euro-Zone im Laufe dieses Jahres. Anfang 2013 bleibe die Wirtschaft im Währungsraum noch schwach, sagte Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Danach sei mit einem allmählichen Anziehen der Konjunktur zu rechnen - nicht zuletzt, da die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank die Erholung stütze.

Vor diesem Hintergrund erwarten die Experten in näherer Zukunft keine weitere Senkung des Leitzinses. "Auch im März erwarten wir vor dem Hintergrund der heutigen Äußerungen des EZB-Chefs und angesichts der sich verbessernden Konjunkturperspektiven nicht mit einer Zinssenkung durch die EZB. Gleichwohl hat Mario Draghi sich alle Optionen offen gehalten. Ein Vorfestlegung auf einen baldige Zinsschritt erkennen wir aber nicht", sagte Ralf Umlauf von der Helaba.

Beim Euro selbst sieht Draghi wenig Handlungsbedarf. "Grundsätzlich ist die Aufwertung des Euro ein Vertrauensbeweis. Wir müssen sehen, ob das nachhaltig ist", sagte er am Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt. Die EZB werde beobachten, ob sich durch die Aufwertung die Risiken für die Preisstabilität oder für die Konjunktur verändern oder nicht. "Grundsätzlich verfolgen wir kein Wechselkursziel.

Anlagetipps: Finger weg von Finanzprodukten, wenn...

  • Tipp 1

    ... Renditen von über acht Prozent pro Jahr versprochen werden, gleichzeitig aber ein Drittel der eingeworbenen Summe für Kosten wie Werbung oder Vertrieb draufgeht

  • Tipp 2

    ...der Initiator bislang noch keine erfolgreichen Finanzprodukte aufgelegt hat

  • Tipp 3

    ...der Initiator nicht nachweisen kann, dass er die versprochenen Renditen im Kerngeschäft erwirtschaftet oder mit Vorgängerprodukten bereits erzielt hat

  • Tipp 4

    ...das Objekt, in das investiert werden soll, noch nicht feststeht oder das Anlegergeld als Kredit an andere Gesellschaften weitergereicht wird, der Anleger sich also nicht direkt an einer Immobilie oder einem Schiff beteiligt

  • Tipp 5

    ...Anleger Geld nachschießen müssen, falls das Unternehmen zum Sanierungsfall wird

Der Euro verlor nach der Pressekonferenz deutlich an Wert. Am Abend sank er auf 1,3387 Dollar und lag damit rund ein Prozent im Minus.

Die Kritik über seine Rolle als früherer Oberaufseher italienischer Banken während des Skandals um das toskanische Geldhaus Monte dei Paschi wies Draghi zurück. "Die Banca d'Italia hat alles getan, was sie tun sollte", sagte Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Dies habe auch der Internationale Währungsfonds (IWF) nach einer Visite in Italien bestätigt. Zudem habe die Notenbank selbst seit gut zehn Tagen der Öffentlichkeit alle Informationen zur Verfügung gestellt über ihre Aufsichtsmaßnahmen in dem Fall.

S&P prüft Rating der Commerzbank

Bei den deutschen Banken-Titel vermehrten sich im späteren Handelsverlauf die Verkäufe. Besonders die Aktien der Commerzbank verloren an Wert. Sie gaben rund 1,7 Prozent nach. Grund für den Kursverlust war die Drohung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Bank herabzustufen. Der Kreditbewerter befürchtet, dass der tiefgreifende Umbau der zweitgrößten deutschen Bank länger dauern könnte als geplant. S&P will nun bis zu drei Monate lang prüfen, ob die Agentur das "A"-Langfristrating für die Schulden der Bank um eine Stufe senkt. Bei der Entscheidung werde vor allem das deutsche Privatkundengeschäft eine Rolle spielen. Auch die hohe Konzentration von Risiken im gewerblichen Immobilien- und Schiffsfinanzierungs-Geschäft wollen die Analysten unter die Lupe nehmen.

Das größte deutsche Finanzinstitut, die Deutsche Bank, belasteten die fortdauernden Ermittlungen im weltweiten Skandal um die Manipulation von Zinsen. Die Aktie rutsche heute mit einem Abschlag von 1,9 Prozent ans Dax-Ende. Nach den britischen Instituten Barclays und Royal Bank of Scotland (RBS) sowie der Schweizer UBS werden in diesem Jahr weitere Vergleiche mit Geldhäusern erwartet, wie Reuters am Donnerstag aus Reguliererkreisen erfahren hat. "Deutsche, Citi und JPM sind die Namen, die von Regulierern immer wieder als Kandidaten für die nächsten Vergleiche genannt werden", sagte eine Person, die mit den weltweiten Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Institute vertraut ist. "Im ersten Halbjahr wird es weitere Strafen geben", sagte ein weiterer Insider. "Es gibt Fortschritte und man wird hierzu 2013 noch viel hören."

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Die Aktien des Baustoffkonzerns Heidelberg Cement fielen heute positiv auf. Heidelberg Cement schlossen 5,1 Prozent im Plus. Die Vorlage der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr sorgten für Kauflaune. Den Daten nach färbte die Absatzkrise in Europa kaum auf den Konzern ab. Eine starke Nachfrage in den Schwellenländern und die Erholung der Baukonjunktur in Nordamerika federten die schwache Nachfrage in Europa ab.

Übernahmespekulationen sorgten bei Lanxess für satte Kursgewinne. Die Papiere verteuerten sich am Donnerstag um 3,7 Prozent. "Angeblich will Dow Chemical 70 bis 80 Euro je Lanxess-Aktie bieten", sagte ein Händler. "Das Gerücht kommt aus London." Londoner Händler bestätigten, dass die Gerüchte dort auch kursieren. Lanxess wollte sich zu diesem Gerücht nicht äußern. Dow Chemical Deutschland war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

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Für Gesprächsstoff sorgte Daimler mit der Vorlage von Jahres- und Quartalszahlen. In ersten Reaktionen äußerten sich Börsianer uneinheitlich. Während einer von recht guten Zahlen sprach, äußerte sich ein zweiter eher enttäuscht. Fakt ist, dass Daimler sein Konzernergebnis um 32 Prozent steigern konnte, im vierten Quartal sank aber das Ergebnis vor Zins und Steuern um 31 Prozent. Untern Strich erreichten die Stuttgarter einen Gewinn in Höhe von 4,4 Milliarden Euro – ein Jahr zuvor lag er noch bei 5,2 Milliarden Euro. Trotz des durchwachsenen Ergebnisses gewann die Aktie 2,8 Prozent und gehörte damit zu den stärkeren Dax-Werten.