
FrankfurtSeit Jahresanfang führt der Weg des Dax kontinuierlich nach oben. Heute legte der Dax sagenhafte 2,4 Prozent zu auf 6.617 Punkte. Auch die zweite Reihe notierte deutlich im Plus. Der MDax schloss am Mittwoch 2,1 Prozent fester auf 10.129 Punkte und der TecDax ging mit plus 1,6 Prozent auf 756 Zähler aus dem Handel.
Heute waren es gute Konjunkturdaten, die die Börsen befeuerten. Die Einkaufsmanager in China und Deutschland konnten am Morgen die Wachstum signalisierende Marke von 50 Punkten überschreiten. Nur der Index in der Euro-Zone hinkte mit 48,8 Punkten hinterher, zeigte aber mit einem Anstieg von 1,9 Punkten im Vergleich zum Januar eine steigende Tendenz.
Am späten Nachmittag zog der US-Einkaufsmanagerindex des ISM-Instituts nach. Er stieg auf 54,1 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Juni 2011.
Die US-Börsen wurden von der optimistischen Stimmung angesteckt und hielten sich im deutlichen Plusbereich auf. Nach Frankfurter Börsenschluss lag der Dow Jones 1,1 Prozent im Plus auf 12.769 Punkte, der S&P-500 stieg ebenfalls um 1,1 Prozent auf 1.327 Zähler und der Nasdaq-100 notierte 0,9 Prozent fester auf 2.489 Punkte.
Doch Experten warnten vor zu großer Euphorie. „Wir haben unsere Zweifel, dass sich der beste Jahresbeginn seit 1997 so einfach ohne Korrektur fortsetzen lässt“, hieß es seitens der Experten von Jefferies. Besonders problematisch könnte, angesichts der schwächelnden US-Konjunktur, die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes werden.
Die neusten Arbeitsmarktdaten aus Übersee bestätigten die Sorge der Analysten. Laut der privaten Arbeitsagentur ADP konnten in den USA im Januar nur 170.000 neue Stellen geschaffen werden. Experten haben ein Plus von 185.000 erwartet. "Es gibt Zuwächse. Aber wie müssen schon größere Zahlen sehen, bevor die Arbeitslosenquote sinkt", sagte Analyst Alexander Hoder von FTN Financial.
Top- und Flop-Aktien im Januar
Q-Cells
Das einstige Vorzeigeunternehmen der Solarbranche steckt in ernsten Schwierigkeiten: Die Geschäfte laufen schlecht und das Eigenkapital ist aufgebraucht.
Vorstandschef Nedim Cen hofft, die Pleite doch noch abwenden zu können. „Eine Insolvenz steht im Augenblick nicht zur Diskussion“, betonte er. In den seit Wochen laufenden Gesprächen mit den Gläubigern habe Konsens darüber geherrscht, dass dies keine Option sei. Die Liquiditätslage und der Geschäftsplan hätten alle davon überzeugt, weiter zusammenzuarbeiten, sagte Cen.
Die Aktie des Unternehmens fiel auf den tiefsten Stand seit Bestehen des Unternehmens.
Kursentwicklung: - 35,1 Prozent
Zooplus
Die Zahlen von Zooplus kamen an der Börse nicht gut an. Die Aktien des Online-Händlers für Haustier-Produkte rauschten innerhalb eines Tages mehr als zehn Prozent nach unten. Dies war der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. „Das Umsatzwachstum schwächt sich ab“, sagte ein Börsianer. „Da ist dieses Kursniveau nicht zu rechtfertigen.“ Analysten halten Zooplus im Branchenvergleich immer für teuer, obwohl der Kurs im Vergleich zum Rekordhoch im November etwa um die Hälfte gefallen ist.
Kursentwicklung: - 14,7 Prozent
IVG Immobilien
Die meisten Immobilienaktien sind im Januar unter Druck geraten - am heftigsten erwichste es IVG Immobilien. Die unerwartete Kapitalerhöhung im Dezember kurz nach der Verlängerung von Krediten mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro sei kein Schritt zu einer besseren Finanzstruktur, sondern eher bezeichnend für die Herausforderungen für die Immobiliengesellschaft, schrieb Julian Livingston-Booth von Goldman Sachs Branchenstudie. Die hohe Verschuldung mache IVG recht anfällig, sollte ihr Immobilienportfolio sich etwa im Zuge einer Konjunkturabkühlung verschlechtern. Der Analyst stufte die Aktie von "Neutral" auf "Sell" ab und senkte das Kursziel von 3,00 auf 1,80 Euro.
Kursentwicklung: - 14,1 Prozent
Software AG
Die Software AG hat die Anleger mit schwachen Zahlen enttäuscht: Weil die Geschäfte in den USA nicht gut liefen, gingen Umsatz und Gewinn deutlich zurück. Der zweitgrößte deutsche Software-Konzern verdiente im Schlussquartal 17 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Der Umsatz sank währungsbereinigt um neun Prozent.
Die im Technologieindex TecDax gelistete Aktie brach daraufhin ein.
Kursentwicklung: - 11,8 Prozent
Südzucker
Im MDax gehörten die Aktien von Südzucker zu den größten Verlierern. Grund für das Minus waren die schwachen Zahlen der Südzucker-Tochter CropEnergies.
Die Commerzbank hat das Kursziel für die Aktie dennoch auf "Buy" mit einem Kursziel von 27,10 Euro belassen. Der Ergebnisrückgang des Biokraftstoffherstellers aufgrund von Einmal-Effekten sei etwas enttäuschend, schrieb Analyst Dennis Schmitt in einer Studie. Allerdings sei der Einfluss von CropEnergies auf die Südzucker-Zahlen gering. Es bleibe deshalb bei seiner Einschätzung.
Kursentwicklung: - 8,5 Prozent
Air Berlin
Air Berlin hat einen neuen Großaktionär: Die Fluggesellschaft Etihad ist neuerdings mit genau 29,21 Prozent der Stimmrechte größter Einzelaktionär. Der Einstieg soll Air Berlin aus der Finanzklemme helfen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft kann bei Etihad außerdem in den nächsten fünf Jahren Darlehen bis zu einer Gesamthöhe von 255 Millionen US-Dollar aufnehmen.
Der Einfluss der Maßnahme auf seine Bewertung der Aktie sei aber begrenzt, schrieb Analyst Hartmut Moers in einer Studie. Seine Schätzungen für das operative Geschäft werde er so lange nicht ändern, bis Synergien durch die Partnerschaft mit der arabischen Fluggesellschaft zu erkennen seien, die bis auf das Ergebnis durchschlügen. Moers belässt die Aktie auf "Neutral".
Kursentwicklung: - 7,3 Prozent
Nun zu den Top-Aktien des Monats...
Daimler
Im vergangenen Jahr war Daimler mit einem Abschlag von mehr als 30 Prozent das Schlusslicht unter den deutschen Autoaktien. Im Januar holte die Aktie wieder deutlich auf. Doch Analysten meinen, dass das Potenzial damit wieder ausgeschöpft ist. Nach dem erfreulichen Kursanstieg der letzten Wochen im Rahmen des verbesserten Börsenumfelds sehe er derzeit keine Impulse mehr für die Daimler-Aktie, schrieb Analyst Zafer Rüzgar von Independent Research. Nachteile für den Automobilkonzern sehe er vor allem auf der Kostenseite, die vorerst anhalten sollten. Belasten dürfte auch das eingetrübte Marktumfeld im Lkw-Geschäft. Der Analyst hat Daimler von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft, aber das Kursziel von 35,00 auf 37,00 Euro angehoben.
Kursentwicklung: + 26,7 Prozent
Lanxess
Die Geschäfte für den Chemiekonzern laufen noch gut. Allerdings ist die Aktie nach den jüngsten Kursgewinnen nicht mehr günstig. Die HSBC hat die Aktie von Lanxess von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft, das Kursziel aber von 50,00 auf 53,00 Euro angehoben. Analyst Geoff Haire verwies in einer Branchenstudie auf das Risiko von Kursrückschlägen, nachdem der europäische Chemiesektor seit Anfang Oktober um mehr als 25 Prozent zugelegt habe. Die kommenden sechs Monate stellten den Sektor vor Herausforderungen.
Kursentwicklung: + 26,9 Prozent
BMW
Der deutsche Autohersteller hat seinen Absatz auf den wichtigsten Märkten - USA, China, Europa - gesteigert. Infolge der zuletzt stärkeren Absatzzahlen habe er seine Gewinnschätzungen für 2012 erhöht, schrieb Ranjit Unnithan von JPMorgan.
Kursentwicklung: + 27,7 Prozent
Continental
Der Autozulieferer Continental könnte im Herbst für ein Novum sorgen. Das Unternehmen gilt als ernsthafter Kandidat für eine Aufnahme in den Dax. Es wäre bereits das dritte Mal, dass Conti im deutschen Leitindex notiert wird. Das schaffte vorher noch kein Unternehmen. Bereits bei der ersten Rückkehr im Jahr 2003 war Conti der "Pionier". Eine Voraussetzung für die Aufnahme in den Dax wäre, dass der Aktienkurs von Conti seinen Aufwärtstrend fortsetzt und den Knick im vergangenen Jahr vergessen macht. Der Start ins Jahr 2012 war vielversprechend. Und fundamental ist die Rally gut untermauert: Das Unternehmen schreibt nicht nur wieder Gewinne, sondern dürfte 2011 ein Rekordergebnis erzielt haben.
Kursentwicklung: +28 Prozent
Q-Cells
Das einstige Vorzeigeunternehmen der Solarbranche steckt in ernsten Schwierigkeiten: Die Geschäfte laufen schlecht und das Eigenkapital ist aufgebraucht.
Vorstandschef Nedim Cen hofft, die Pleite doch noch abwenden zu können. „Eine Insolvenz steht im Augenblick nicht zur Diskussion“, betonte er. In den seit Wochen laufenden Gesprächen mit den Gläubigern habe Konsens darüber geherrscht, dass dies keine Option sei. Die Liquiditätslage und der Geschäftsplan hätten alle davon überzeugt, weiter zusammenzuarbeiten, sagte Cen.
Die Aktie des Unternehmens fiel auf den tiefsten Stand seit Bestehen des Unternehmens.
Kursentwicklung: - 35,1 Prozent
Griechenland machte heute ausnahmsweise keine negativen Schlagzeilen. Im Gegenteil. Die Verhandlungen um einen Schuldenschnitt Griechenlands scheinen auf eine baldige Einigung hinauszulaufen. Aus informierten Kreisen soll der „haircut“ 70 Prozent betragen.
Auf dem Frankfurter Parkett löste die Nachricht der zu Ende gehenden Verhandlungen in Griechenland Aktienkäufe bei den Finanztiteln aus. Am Ende des heutigen Handelstages lag die Commerzbank-Aktie 4,2 Prozent im Plus auf 1,91 Euro und die Deutsche Bank stieg um 5,1 Prozent auf 33,98 Euro.
Die mit Spannung erwartete Auktion kurzlaufender portugiesischer Anleihen verursachte heute keine so große Unruhe wie ursprünglich befürchtet. Das südeuropäische Land konnte die angepeilte Summe von 1,5 Milliarden Euro zu einem Zins von 4,463 Prozent einsammeln. Im Vergleich zum Januar lag die Rendite leicht niedriger, die Nachfrage jedoch ging ebenfalls zurück.
Die Gesundung italienischer Staatspapiere nimmt weiter ihren Lauf. Am Mittwoch sanken die Renditen unter die Marke von sechs Prozent auf 5,773 Prozent. Da zugleich die Renditen der deutschen Bundesanleihen anzogen, verringerte sich der Risikoaufschlag ("spread") für die italienischen Papiere. Die Verzinsung der spanischen Anleihen rutschte ebenfalls deutlich ab und fielen bis auf 4,666 Prozent. Damit scheint sich am Rentenmarkt eine Entspannung abzuzeichnen. Laut Börsianern haben die Banken dank der üppigen Liquiditätsausstattung durch die EZB Spielraum für den Kauf von Staatsanleihen - auch von hoch verschuldeten Euro-Ländern.
ja ja ja...nun wollen es wieder alle gewusst haben...um so heftiger der Absturz
@R2D2: Stimme dir grds. zu. Es gibt zur Zeit noch richtige Perlen zu Schnäppchenpreisen. Habe mir 4 dieser Perlen Dezember 2011 ins Depot gelegt. Natürlich hochprofitabel, keine bzw. wenig Schulden, gute Aussichten und vice versa... Übrigens, wer Geschäftsberichte aufmerksam liest, bekommt auch Anleihen dieser Unternehmen mit einem knackigen Kupon von 6% und mehr. Aufgrund der Profitabilität ist die Ertrags-bzw. Zinsdeckungsquote vom Allerfeinsten! Jippiyajeah! Staatsanleihen? Zertifikate? Als Privatanleger müsste ich ja richtig bescheuert sein, mir diesen Mist ins Depot zu legen!
Wer Spaß an Hintergrund Wissen zum DAX & Co hat
http://www.system22.de/testphase.html
Aber Achtung: im Moment denkt der Herausgeber der täglichen Briefe, auch wenn er eigentlich Recht hat, zu negativ, denn es ist GENUG Geld im Markt !





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