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Börse Frankfurt: Marktbericht: Dax schließt im Plus

Endlich schließt der Dax wieder einmal im Plus. Eine milliardenschwere Übernahme in den USA wirkte wie ein Aufputschmittel. Größter Gewinner im Dax war die Postbank. Auch die übrigen Bankaktien hielten sich besser als der Gesamtmarkt.

Der Dax legt im Schlepptau der US-Börsen zu. Am Markt herrscht allerdings weiterhin große Skepsis. Quelle: dpa
Der Dax legt im Schlepptau der US-Börsen zu. Am Markt herrscht allerdings weiterhin große Skepsis. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt ist nach den herben Verlusten der Vorwoche uneinheitlich in die neue Woche gestartet. Der Leitindex Dax gewann 0,7 Prozent auf 3 692 Zähler, nachdem er am vergangenen Freitag auf dem niedrigsten Stand seit August 2004 geschlossen hatte. Der TecDax stieg um ein Prozent auf 409 Punkte. Der MDax verlor hingegen 1,1 Prozent auf 4 163 Punkte.

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Nach den herben Verlusten der jüngsten Vergangenheit gebe es mit der Fusion im US-Pharmasektor und dem Anstieg des Ölpreises aktuell zwei Stabilisatoren im Markt, die auch die Stimmung an der deutschen Börse festigten, sagte Marktstratege Achim Matzke von der Commerzbank. Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba unterstrich: "Die Abwärtsdynamik ist immer noch sehr ausgeprägt." Zuletzt hätten jedoch Nachrichten aus den USA über die geplante Übernahme des Pharma-Unternehmens Schering-Plough durch den Konkurrenten Merck & Co für Entspannung gesorgt.

Aktien der Merck KGaA stiegen um 2,45 Prozent auf 58,64 Euro, was Börsianer mit Konsolidierungsfantasien für den Pharmasektor begründeten. "Nach Roche/Genentech folgt nun der nächste Deal. Die Pharmabranche ist in starker Bewegung", sagte ein Händler. Die Börsianer verwiesen auch auf entsprechende Kursreaktionen bei Bayer , STADA und anderen europäischen Pharmawerten. Die besonders starke Bewegung bei Merck KGaA beruhe aber wohl auch auf Verwechslungen. Es komme immer wieder vor, dass die US-Merck mit der deutschen Merck verwechselt werde. Die Aktien von Bayer stiegen um 2,22 Prozent auf 35,38 Euro.

Spitzenreiter im Dax waren die Papiere der Postbank . Sie stiegen mit plus 10,33 Prozent auf 8,01 Euro. Wie aus dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht 2008 der Postbank hervorgeht, ist die Übernahme durch die Deutsche Bank, die im Januar noch einmal modifiziert wurde, wie geplant angelaufen. Die Deutsche Bank hat sich im Zuge des angestrebten Erwerbs bereits die Sperrminorität mit 25 Prozent plus einer Aktie gesichert. Insgesamt erhält die Post für die gesamte Übernahme ihrer Anteile rund 4,9 Milliarden Euro.

Außerdem waren die Boni der Postbank-Vorstände ein Gesprächsthema. Ein Börsianer sagte: "Die Investoren sind wohl froh, dass Postbank-Chef Klein nur eine Sonderzahlung von 2,4 Millionen Euro bekommt - hier hatten wohl einige eine höhere Zahlung gefürchtet." Wegen des Einstiegs der Deutschen Bank hat der Postbank-Vorstand trotz eines Gewinneinbruchs einen Bonus von 11,5 Millionen Euro erhalten. Diese Summe ist im Geschäftsbericht 2008 der Postbank genannt, den das Geldinstitutin Bonn veröffentlichte. Postbank-Vorstandschef Wolfgang Klein enthält neben seinem Grundgehalt von 875 000 Euro eine Sonderzahlung von 2,4 Millionen Euro.

Mit positiven Branchennachrichten hielten sich auch die übrigen Bankaktien besser als der Gesamtmarkt. "Die Nachrichten der Deutschen Bank sorgen für gute Stimmung und der Sektor ist extrem überverkauft", sagte ein Händler. Die Aktie der Deutschen Bank stieg um 2,82 Prozent auf 19,32 Euro. Der deutsche Branchenführer legte nach eigener Aussage einen guten Start ins Jahr 2009 hin.

Aktien von Heidelberger Druckmaschinen wurden von einem Bericht über angeblich notwendige Staatshilfen belastet und verloren 4,36 Prozent auf 2,85 Euro. Börsianer verwiesen auf einen Bericht des „Platow-Briefs“, demzufolge der Druckmaschinenhersteller mit Vertretern der Bundesregierung über staatliche Hilfen verhandelt. „Damit könnten Spekulationen aufkommen, dass der Staat im Gegenzug eine Beteiligung an HeidelDruck eingehen wird“, sagte ein Händler. „Das ist negativ für die Aktie.“

HeidelbergCement -Papiere gaben 3,11 Prozent auf 20,27 Euro ab, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's ihr langfristiges Kreditrating für den Baustoffhersteller gesenkt hatte. Titel von IVG Immobilien quittierten die Zahlenvorlage mit heftigen Schwankungen und verloren zuletzt 0,88 Prozent auf 3,36 Euro.

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