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Börse Frankfurt: Rom und Athen bescheren Dax kräftiges Plus

Italiens Senat billigte das Sparpaket, Berlusconis Rücktritt kommt damit immer näher. Griechenlands Übergangsregierung steht nun fest. Anleger waren erleichtert und ließen den Dax deutlich höher schließen.

Heute gab es an der Börse allen Grund zur Freude. Die politische Entwicklung in Italien und Griechenland ließ Anleger aufatmen. Quelle: dapd
Heute gab es an der Börse allen Grund zur Freude. Die politische Entwicklung in Italien und Griechenland ließ Anleger aufatmen. Quelle: dapd

DüsseldorfDas sich abzeichnende Ende der Regierungskrise in Italien sorgte am letzten Wochenhandelstag für ein Kursfeuerwerk. Der Dax schloss 3,2 Prozent höher bei 6.057 Punkten. Der Leitindex hatte nach der Entscheidung des italienischen Senats und der Vereidigung der griechischen Regierung am Nachmittag seine Gewinne deutlich ausgebaut. Der EuroStoxx legte ebenfalls drei Prozent zu.

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Für Kauflaune sorgte, dass der italienische Senat am Nachmittag Reform- undSparpaket gebilligt hatte. Es war der erste entscheidende Schritt zur Beendigung der tiefen Regierungskrise in Rom. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt, sobald das Gesetzespaket mit den von der EU verlangten Reformen beide Kammern des Parlaments passiert hat. Die Abstimmung in der großen Kammer, dem Abgeordnetenhaus, wird an diesem Samstag erwartet.

Entwarnung kam auch vom Rentenmarkt. Die Renditen der zehnjährigen italienischen Papiere lagen bei 6,740 Prozent und damit unter der kritischen Sieben-Prozent-Marke. Am Mittwoch waren sie mit 7,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro gestiegen.

In Griechenland steht die Einigung auf die Besetzung der Übergangsregierung. Der bisherige Finanzminister Evangelos Venizelos von der PASOK-Partei behält sein Amt. Der neue Ministerpräsident, der Papandreou ablöst, ist wie erwartet Papademos.

Politischer Etappensieg sorgt für Beruhigung

„Im Moment sieht es nach Entspannung aus. Das kann aber bei der momentanen Lage sehr schnell wieder anders aussehen“, brachte ein Händler die Stimmung auf den Punkt. Börsianer warnten einhellig vor zu viel Euphorie. „Für eine Entwarnung ist es noch viel zu früh. Der Markt braucht hundertprozentige Sicherheit, was die Politik in Italien und Griechenland angeht“, sagte ein Händler.

„Die jüngsten politischen Entwicklungen in Europa sind ermutigend“, sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets. „Sie reichen aus, um den Markt zu stabilisieren.“

Gewinner der Woche im HDax (Stand 15:55 Uhr)

Außerdem fürchteten diejenigen Investoren, die auf weiter fallende Kurse spekulierten, mögliche Fortschritte am Wochenende. Daher schlössen sie ihre Positionen, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. „Ein Führungswechsel ist sicher gut für Italien und Griechenland“, sagte Fondsmanager Richard Greenwood, dessen Arbeitgeber Bedlam Asset Management ein Vermögen von 700 Millionen Dollar verwaltet. „Es ändert aber nichts an der Notwendigkeit, die verschärften Sparmaßnahmen durchzubringen und ändert auch nichts an den schwächeren Wachstumsaussichten. Die neuen Regierungen stehen vor denselben Hürden und diese Hürden wachsen von Tag zu Tag.“

Verlierer der Woche im HDax (Stand 15:55 Uhr)

Von den Dax Schwergewichten legte die Allianz eine stark gesunkene Quartalsbilanz vor. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten hatten Europas größten Versicherer noch viel härter getroffen als gedacht. Der Überschuss brach von Juli bis September auf 258 Millionen Euro ein. Analysten hatten im Schnitt mit 566 Millionen Euro Gewinn gerechnet. Hauptursache für den starken Rückgang waren Abschreibungen auf Aktien, vor allem im Finanzsektor, und griechische Staatsanleihen. Insgesamt summierten sich die Wertminderungen im nicht-operativen Geschäft auf 931 Millionen Euro. Trotzdem war die Aktie sehr beliebt. Sie schloss 5,6 Prozent höher.

„Alles in allem sind wir positiv überrascht über die starke Entwicklung der Allianz im operativen Geschäft“, kommentierte Analyst Philipp Häßler von Equinet den Zwischenbericht. Er bewertete den überraschend schwachen Nettogewinn als nicht sehr negativ.

Bilanzanalyse Die Stärken und Schwächen der Allianz

  • Bilanzanalyse: Die Stärken und Schwächen der Allianz
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  • Bilanzanalyse: Die Stärken und Schwächen der Allianz
  • Bilanzanalyse: Die Stärken und Schwächen der Allianz

  • 12.11.2011, 06:51 UhrAnonymer Benutzer: AdamRies

    allein 2012 muss Italien 307 Milliarden Euro für auslaufende Staatsanleihen zahlen. Das sind 19,3 Prozent des für 2011 erwarteten italienischen Bruttoinlandsprodukts. 2013 werden noch 154,6 Milliarden Euro fällig

  • 11.11.2011, 20:42 Uhryogi



    danke.

  • 11.11.2011, 19:13 Uhrdeltaone

    @yogi: Die Solarworld ist für mich der einzige kaufenswerte deutsche Solartitel: relativ gesunde Bilanz, verdient Geld, deutlich unter Buchwert. Kaufen und a) schnelle 20% kassieren und raus oder b)auf einen Verdoppler warten. Im schlimmsten Falle kauft irgenwann die chinesische Konkurrenz Solarworld

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