Marktberichte

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Börse Frankfurt: US-Wirtschaft lässt Dax ins Minus rauschen

Die US-Wirtschaft muss einen schweren Schlag verkraften. Anders als erwartet ist das Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal 2012 geschrumpft. Für die Anleger an den Börsen war das ein eindeutiges Verkaufssignal.

FrankfurtLange hielten sich die Anleger zurück. Kaum einer wollte einen Schritt auf das Aktienparkett wagen, bevor nicht die neuesten Zahlen aus den USA bekanntwerden. Die skeptischen Investoren sollten mit ihrer vorsichtigen Haltung recht behalten. Denn die Zahlen, die da aus Übersee den alten Kontinent erreichten waren alles andere als erfreulich. Im Gegenteil, die Daten erschreckten die Börsianer.

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Wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte, schrumpfte die US-Wirtschaft im letzten Jahresquartal 2012 ersten Schätzungen zufolge um 0,1 Prozent. Zum ersten Mal seit Frühjahr 2009 ging das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft der Welt zurück. Von Reuters befragte Experten hatten ein Plus von 1,1 Prozent erwartet. Noch im Sommer war ein Plus von 3,1 Prozent erreicht worden.

Der Dax, der bis dahin um seinen Vortagschlusskurs pendelte, rauschte daraufhin bis zu 0,8 Prozent ins Minus und markierte bei einem Kurs von 7.775 Punkten sein Tagestief. Zu Handelsschluss konnte sich der Leitindex dann schrittweise erholen. Einige Investoren nutzten wohl die wieder günstiger gewordenen Kurse zum Einstieg. Am Ende konnte der Dax sein Minus auf 0,5 Prozent auf 7.811 Zähler reduzieren.

In der zweiten Reihe bot sich ein geteiltes Bild. Der MDax gab 0,7 Prozent nach auf 12.612 Punkte, während der TecDax 0,6 Prozent fester schloss auf 880 Punkte.

Konjunkturindikatoren

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklima

    Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

  • Geldmenge M1

    Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

  • Handelsblatt Prognosebörse

    Auf der Handelsblatt Prognosebörse handeln Teilnehmer ihre Erwartungen über die Entwicklung von sechs Konjunkturindikatoren - Bruttoinlandsprodukt, Inflationsrate, Arbeitslosenzahl, Exporte, Bruttoanlageinvestitionen und ifo-Index - über virtuelle Aktien. Der Ansatz stützt sich nicht auf das Wissen einzelner Experten, sondern auf das gesammelte Wissen aller Teilnehmer. Jeder Interessierte kann kostenlos ein Konto eröffnen und von dort Konjunkturindikatoren als Aktien handeln: Je nach seinen persönlichen Erwartungen über die Entwicklung eines Indikators, kauft oder verkauft er Aktien.

Die Schwäche der US-Wirtschaft nährt nun Spekulationen über das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed, die am Abend ihren Zinsentscheid veröffentlicht und dabei einen Ausblick über ihr weiteres geldpolitisches Vorgehen abgeben wird.

Die Analysten der Commerzbank gingen im Vorfeld der Veröffentlichung der BIP-Zahlen davon aus, dass die Fed vorerst an ihrem Kurs festhält: Die Warnschwellen für Inflation und Arbeitslosenquote seien noch weit entfernt, so dass die US-Notenbank keinen Anlass sehen dürfte, etwas an der expansiven Ausrichtung ihrer Geldpolitik zu ändern, schrieben sie in einer Kurzstudie. Diese Einschätzung könnte angesichts der schwachen US-Zahlen schon wieder Makulatur sein.

Die US-Börsen ließen sich nicht so stark von den miserablen Konjunkturzahlen beeinflussen. Der Dow Jones notierte kaum verändert auf 13.952 Punkte, der S&P 500 lag mit 0,1 Prozent auf 1.507 Punkte leicht im Minus und der Nasdaq legte 0,4 Prozent auf 2.753 Zähler zu.

Anlagestars 2012 Diese Fondsmanager schaffen Traumrenditen

Platz 20: Moritz Schildt und Claus Tumbrägel

Beide managen einen Euro-Rentenfonds, den NORDIX RENTEN PLUS (DE000A0YAEJ1).
Performance 2012: 23,60 Prozent
Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar

Outperformance unter Euro-Rentenfonds: 15,35 Prozentpunkte

Einschätzung des Managements:
„In 2012 ist unsere Strategie aufgegangen: Wir waren davon überzeugt, dass die Kursabschläge auf Nachranganleihen großer Banken übertrieben sind – die Vorboten einer Überwindung der Euro-Krise, die systemische Relevanz des Bankensektors und schließlich auch der Anlagedruck großer Investoren haben sehr erfreuliche Kursgewinne ermöglicht.

Auch in 2013 werden wir unseren Kurs als „Bondpicker“ beibehalten und unterbewertete Anleihen suchen: Wir sehen unverändert Chancen bei Nachranganleihen aus dem Finanzsektor und finden immer wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten bei Emissionen, die kleinere Volumina haben oder zum Beispiel wegen eines Kündigungsrechtes oder eines strukturierten Kupons von anderen Fonds vernachlässigt werden. Um auf dem aktuellen Zinsniveau noch eine Überrendite erzielen zu können, muss man bereit sein, sich auch mit Spezialitäten unter den Anleihen zu beschäftigen und auch einmal den Prospekt genau lesen.

Die 2012er Performance von mehr als 20 Prozent werden wir im aktuellen Marktumfeld schwerlich wiederholen können – Das Renditeziel bleibt aber bei 7% und wir werden dieses Ziel auch in 2013 mit Direktinvestments in interessante Euro-Anleihen verfolgen - ohne Einsatz von Leverage, ohne Fremdwährungswetten, ohne Hedging und ohne Beimischung von Schwellenländerrisiken.“           

Datenquelle für die Performance: Feri EuroRating Services AG, eigene Berechnungen

Bei den Einzelwerten standen heute die Aktien von Eon im Fokus. Der Energieriese veröffentliche seine Geschäftszahlen des vergangenen Jahres sowie einen Ausblick auf 2013. Bis kurz vor Bekanntgabe der Zahlen notierten die Eon-Aktien nur leicht im Plus. Danach sprangen sie augenblicklich über drei Prozent ins Plus. Am Nachmittag fiel Eon mit der allgemein negativeren Dynamik ins Minus und beendete den Handelstag 0,8 Prozent tiefer.

Den Eon-Aktionären dürfte zugesagt haben, dass Eon eine Dividendenausschüttung von 1,10 Euro je Aktien plane, was einer Rendite von 7,4 Prozent entspricht. Das Ergebnis indes entsprach den Erwartungen der Experten. Auf Basis vorläufiger, noch ungeprüfter Zahlen erreichte der Versorger einen Gewinn von 10,8 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das laufende Jahr erwartet Eon einen leichten Rückgang des Gewinns.

Konkurrent RWE konnte wie Eon nur kurz von den Zahlen profitieren. Die Aktien legten zeitweise knapp zwei Prozent zu. Aber auch RWE gab am Nachmittag mit den anderen Aktien nach und verlor am Ende 1,6 Prozent.

  • 30.01.2013, 07:33 UhrGeldschwemme

    Kommentar zu:
    Dax-Anleger schauen auf US-Notenbank.
    ...ach was, sch... auf die US-Notenbank, die Geldpumpe geht weiter, als die Fahnenstange hoch, Geldverdienen war noch nie einfacher seit Draghi immer nur kaufen, kaufen, kaufen.

  • 30.01.2013, 07:40 UhrDr_K_H_Weidner

    Gesund ist das alles nicht, bei genauer! Betrachtung bekommt man eher Angst vor diesen einseitigen Märkten.

  • 30.01.2013, 08:03 UhrGuru

    @ Dr KH Weidner

    Richtig, man lese dazu den gestrigen Gastbeitrag von HW Sinn in der FAZ.Da werden schonungslos die theoretischen Möglichkeiten reiner Geld- und Wewttbewerbspolitik dargestellt.

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