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Börse im Tiefenrausch: In Dubai herrscht Depression

Im Krisenjahr 2010 fiel der Aktienhandel fiel auf ein Sechs-Jahres-Tief. Gerade die Immobilienbranche hat besonders starke Einbrüche zu verzeichnen. Immerhin erfolgen in der Region jetzt aber erste Börsengänge und die Region blickt wieder hoffnungsvoller in die Zukunft.

Dubais Immobilienbrachne krankt. Quelle: dpa
Dubais Immobilienbrachne krankt. Quelle: dpa

BERLIN . Mit dem Rückgang des Aktienhandels auf ein Sechs-Jahres-Tief haben die Finanzmärkte in Dubai im Krisenjahr 2010 einen Tiefpunkt erreicht. Nach Angaben der Börse Dubai Financial Market (DFM) ist der Umsatz im Handel mit Unternehmens-Anteilsscheinen demnach voriges Jahr von 173,5 Milliarden Dirham 2009 auf nur noch 69,7 Milliarden Dirham (umgerechnet 14,4 Milliarden Euro) gefallen. Dubais Leitindex sank diesen Angaben zufolge indes nur um 9,6 Prozent auf 1630,5 Punkte, während die Marktkapitalisierung sogar nur um 6,6 Prozent auf 199,1 Milliarden Dirham nachgab.

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Am schlechtesten haben im abgelaufenden Jahr erwartungsgemäß die in Dubai notierten Aktien von Immobilien-Unternehmen abgeschnitten: Ihre Kurse sind um 67,3 Prozent eingebrochen. Laut DFM wurden zudem 44,2 Prozent der gehandelten Aktien von ausländischen Investoren gehandelt.

Dubai schnitt damit in der Region besonders schlecht ab - nicht zuletzt, weil das Emirat nur knapp einem Staatsbankrott entkommen war. Nur dank massiver Stützungsmaßnahmen des Haupt-Emirats Abu Dhabi war es gelungen, große Dubaier Staats-Konglomerate wie Dubai World und Dubai Holding vor dem Untergang zu bewahren.

Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind die staatlichen Verbindlichkeiten des einstigen Vorzeige-Emirats in der Finanzkrise auf 109 Milliarden Dollar gestiegen. Viele Brokerhäuser in Dubai wurden in der Krise geschlossen oder entließen massiv Mitarbeiter.

Die Hoffnung kehrt zum Golf zurück

Allerdings keimt inzwischen am Golf wieder Hoffnung: Einerseits hat der saudi-arabische Leitindex Tadawul 2010 um fast 8,2 Prozent zugelegt. Katars Börse ist auf Rekordkurs. Und saudische Analysten wie Mohammad Anqari sehen das laufende Jahr für Golf-Aktien "mit viel Optimismus". Die milliarden-schweren staatlichen Konjunkturprogramme für massive Investitionen in die Infrastruktur sowie der inzwischen wieder anziehende Ölpreis trieben die Kurse der Unternehmen im Nahen Osten.

Sogar in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kehrt die Hoffnung nun zurück: Bereits im Februar soll in Abu Dhabi der erste Börsengang seit fast zwei Jahren erfolgen. Mit dem 55-prozentigen Anteil von Eshraq soll dabei ausgerechnet ein Immobilien-Developer an Abu Dhabis Börse ADX kommen. Der IPO soll 224 Millionen Dollar einspielen. Noch im Dezember hatte Axiom Telecom sein geplantes Börsendebüt an der Nasdaq Dubai wegen des "Marktumfelds" und "Sorge um die Liquidität" abgesagt.

  • 09.01.2011, 15:47 UhrAnonymer Benutzer: Melanie Gatzke

    ich denke, von Dubai wissen wir zuwenig. Die lassen sich nicht ganz in die Karten schauen.
    Dort laufen die Uhren anders-ebenso die Geschäfte.
    Der Palmeninsel und ihren Käufern geht es doch immer noch gut. Sie wurden gerupft, o.k.- aber was juckt das die Superreichen.
    Wer dort- auf der Palmeninsel-- eine Wohnung oder Villa kauft, der ist nicht arm.
    Wer dort eine Million verliert- na und- dann hat der sicher noch genug übrig um dort ausgibig zu feiern. ich denke, da wird mit anderen Maßstäben gemessen- für uns nicht so recht vorstellbar.Wer viele Millionen hat, 10-20-oder 30- egal- der kann 50 % verlieren, dann hat er immer noch genug.
    Ein Armer wird dort kaum investiert haben.Also, was solls !Dann waqrs halt eine kleine Spende für die bauwirtschaft.

  • 08.01.2011, 18:32 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    @Siggi40: Jeder, der in Dubai tätig war, wußte frühzeitig, daß die Projekte finanziell der reinste Wahnsinn waren. Jetzt ist der bauboom zu Ende und viele Tausend Gastarbeiter (incl. ingenieure) kehrten Dubai den Rücken, mit Konsequenzen für die Wirtschaft: Es wird weniger Wohnraum benötigt, die Shopping-malls sind viel zu groß, etc. Vor allem deutsche Ausstatter wie Küchen und SAnitärhersteller haben sich dort dumm und dämlich verdient. Aus und vorbei. Die Palmeninseln sind der reinste blödsinn. Wer kauft schon für zig Millionen eine Villa, die wahrscheinlich in wenigen Jahrzehnten im Meer versinkt, und außerdem ist es wenigstens ein halbes Jahr zwischen 45 und 50 Grad (im Schatten!) bei höchster Luftfeuchtigkeit (ein Europäer geht dabei kaputt)?! Die Zimmer im Atlantis bekommt man jetzt für Sonderpreise, die der ursprünglichen Kalkulation bestimmt nicht zugrunde lagen. Die Exklusivität geht dadurch baden. Wie sich der burj Kalifa - architektonisch sehr gelungen wie auch der burj Al Arab - refinanziert, ist mir ein Rätsel, wie so vieles dort. Eine Schande - aus deutscher Sicht - wie Sportgrößen wie becker und Schuhmacher für sehr zweifelhafte immobilienfonds geworben haben. Viel Geld wurde und wird noch verloren.

  • 08.01.2011, 17:37 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    Hoffnungsvoll in den Abgrund, nicht in die Zukunft.

    Auf der Palmeninsel wollen viele schon wieder ihre immobilien verkaufen. Leider findet sich dafür kein einziger Käufer. Adäquat zu denen im bau, bzw. in der Planung befindlichen immobilien. Und in den Städten reihen sich Hochhäuser an Hochhäuser, die auch im Sommer klimatisiert werden müssen, obwohl sie alle leer stehen.

    Man träumte einen Traum (wo man schlecht geschlafen hatte), dass die Firmen weltweit ihre büros in die Wüste verlegen würden und die überall aus dem boden schießenden Wolkenkratzer mit Leben füllen.

    Auch ohne die Finanzkrise wären alle Projekte zum Scheitern verurteilt gewesen. Man bewegt sich immer noch in einer Scheinwelt, fernab jeglicher Realität.

    Von diesem bauboom mitten in der Wüste partizipierten aber wir in Germany nicht unerheblich. Hätte man des Öl gleich ins Meer geleitet, wäre man genauso schlau gewesen.

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