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Börse New York: Euro-Sorgen drücken Börsen ins Minus

Der Höhenflug der US-Indizes ist vorerst beendet. Gewinnmitnahmen bestimmten zum Wochenstart den Handel. Viele Anleger zeigten sich angesichts neuer Probleme aus der Euro-Zone wieder verunsichert.

Händler an der NYSE: Nach dem Aufschwung der vergangenen Wochen nehmen viele Anleger jetzt ihre Gewinne mit. Quelle: ap
Händler an der NYSE: Nach dem Aufschwung der vergangenen Wochen nehmen viele Anleger jetzt ihre Gewinne mit. Quelle: ap

New York/FrankfurtSorgen um die politische Stabilität Spaniens und Italiens haben den Finanzmärkten am Montag zugesetzt. Zudem enttäuschte das jüngste Auftragsplus für die US-Industrie - hier hatten die Börsianer auf stärkere Zeichen für ein Anziehen der mauen Konjunktur gehofft. Nach schwächeren Analysten-Bewertungen gehörten in New York Anteilsscheine von Chevron und Wal-Mart zu den größten Verlieren im Dow. In Frankfurt sorgten die Quartalszahlen der Commerzbank für eine herbe Enttäuschung unter Anlegern. Die Titel rutschten 5,9 Prozent ab.

An der Wall Street konnten die Indizes ihre am Freitag erreichten Fünf-Jahres-Hochs nicht halten. Der Dow-Jones der 30 Standardwerte gab 0,9 Prozent auf 13.880 Punkte nach. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 13.866 und 14.009 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 1,2 Prozent auf 1495 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 1,5 Prozent auf 3131 Punkte. Der Dax beendete den Handel 2,5 Prozent im Minus bei 7638 Punkten und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende Dezember. Händler machten charttechnische Faktoren und Gewinnmitnahmen dafür verantwortlich, dass der deutsche Leitindex seine Talfahrt am Nachmittag beschleunigte.

Nach der vorläufigen Entspannung im US-Haushaltsstreit gerät die Euro-Schuldenkrise wieder verstärkt in den Blickpunkt der Anleger. Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben. Die Opposition verlangt den Rücktritt des Regierungschefs, der sich um eine Sanierung der Staatsfinanzen bemüht. Anleger fürchten zudem, dass in Italien die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. "Sowohl in Spanien als auch in Italien würden etwaige Regierungswechsel den eingeschlagenen Reform- und Konsolidierungskurs zur Disposition stellen", begründete Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets die Nervosität der Anleger. Die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Anleihen zogen an.

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Die Kursentwicklung der Einzelwerte in New York bestimmten Analysten maßgeblich mit: Nach einer Herabstufung fiel die Aktie des Pharmakonzerns Merck mehr als zwei Prozent. Das gleiche Schicksal erlitten Anteilsscheine von Chevron und Wal-Mart, die je etwas mehr als ein Prozent abgaben. Papiere des Smartphone-Herstellers Blackberry schossen nach einer Analystenempfehlung fünfzehn Prozent in die Höhe.

Dell -Aktien verloren dagegen 2,6 Prozent. Die Übernahme des schwächelnden PC-Pioniers durch seinen gleichnamigen Gründer und Chef steht offenbar kurz bevor. Die Verhandlungen für einen der größten fremdfinanzierten Firmenkäufe seit der Finanzkrise befänden sich in der Endphase, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.

Ebenfalls wenig überzeugen konnte die Aktie von Oracle mit einem Abschlag von fast drei Prozent. Der Software-Gigant geht auch dieses Jahr wieder auf Einkaufstour und übernimmt für rund 1,7 Milliarden Dollar den Netzwerkausrüster Acme Packet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 690 Millionen Aktien den Besitzer. 642 Werte legten zu, 2363 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 581 im Plus, 1919 im Minus und 84 unverändert.