Marktberichte

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Börse New York: Kongress-Sitzung bremst das Minus

Die Anleger an der Wall Street sind am Donnerstag weiter im Bann des US-Haushaltsstreit gestanden. Die Angst vor einem Scheitern der Verhandlungen sorgte für Zurückhaltung - neue Hoffnung ließ das Minus aber schmelzen.

Händler an der NYSE: Droht der Sturz von der "Fiskalklippe" ? Viele US-Börsianer halten ein Scheitern der Haushaltsverhandlungen für möglich. Quelle: dapd
Händler an der NYSE: Droht der Sturz von der "Fiskalklippe" ? Viele US-Börsianer halten ein Scheitern der Haushaltsverhandlungen für möglich. Quelle: dapd

Der US-Haushaltsstreit hat die New Yorker Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Die drohende Fiskalklippe war damit erneut bestimmendes Thema. Zu deutlichen Verkäufen führten die Äußerungen des demokratischen Mehrheitsführers im Senat, Harry Reid. Seinen Worten zufolge ist keine Einigung in dem seit Wochen erbittert geführten Streit in Sicht.

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Die Ankündigung der Republikaner, dass für Sonntag eine Arbeitssitzung des Repräsentantenhauses anberaumt worden sei, ließ die Anleger dann wieder etwas aufatmen. Die Indizes verringerten ihre Verluste.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 13.096 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 1418 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent nach auf 2985 Stellen. Wenngleich sich die Verluste bis Handelsende verringerten, war es der vierte Tag in Folge mit Abschlägen. In Deutschland beendete der Dax am ersten Handelstag nach Weihnachten das Geschäft mit einem Plus von knapp 0,3 Prozent bei 7655 Punkten.

Sollten sich die Parteien in den USA bis zum 31. Dezember nicht auf Kürzungen im Haushalt einigen, greifen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die die weltgrößte Volkswirtschaft in eine Rezession stürzen könnten. Um kurz vor Fristablauf doch noch eine Einigung im Haushaltsstreit zu erreichen, brach US-Präsident Barack Obama seinen Weihnachtsurlaub auf Hawaii ab.

Haushaltsstreit US-Kongress tritt zum Wochenenddienst an

Wegen der drohenden Fiskalklippe soll der US-Kongress am Sonntag tagen.

Die Konjunkturdaten traten angesichts der drohenden Fiskalklippe in den Hintergrund. Selbst die enttäuschenden Daten zum Verbrauchervertrauen nahmen die Anleger kaum wahr. "Leider scheint es so, als ob ein Begriff, den wir alle nicht mehr hören können - die Fiskalklippe - alle Aspekte der Finanzmärkte und des Verbrauchervertrauens dominiert", sagte Joe Heider, Experte von Rehmann Financial in Cleveland Ohio.

So beeinflussen die US-Etatverhandlungen die Börsen

  • Szenario I: Einigung

    Demokraten und Republikaner verständigen sich auf einen Haushalt, der einen Mix aus Steuererhöhungen für Wohlhabende und Ausgabenkürzungen beinhaltet.

    "Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung liegt bei 50 Prozent, denn wir befinden uns nicht mehr im Wahlkampf", sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Dollar und die Aktienmärkte werden von einer Einigung profitieren." Wegen der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft könne beim Dax mit einem überdurchschnittlichen Plus gerechnet werden.

    Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, betont dagegen, eine große Erleichterungsrally sei nicht zu erwarten. Schließlich werde allseits mit einer Einigung gerechnet. Auch Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz äußert sich skeptisch. Angesichts der kräftigen Kursgewinne in den vergangenen Wochen sei das Enttäuschungspotenzial gewachsen.

  • Szenario II: Hängepartie

    US-Präsident und Parlament einigen sich auf einen Minimal-Kompromiss, der vor allem die Anhebung der Schuldenobergrenze vorsieht. Damit verschaffen sie sich Luft für weitergehende Verhandlungen.

    Dieses Ergebnis und eine umfassende Einigung machten für Anleger keinen großen Unterschied, sagt Otmar Lang, Chef-Anlagestratege der Targobank. "Dass es bei den Verhandlungen Reibungsverluste gibt, ist klar. Man wird zu einer Lösung kommen, die den USA nicht schadet. Und was den USA nicht schadet, schadet auch den Märkten nicht."

  • Szenario III: Keine Einigung

    Die US-Politik kann sich nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Steuererleichterungen laufen aus und die automatischen Ausgabenkürzungen greifen. Das Land stürzt über die "Fiskalklippe" in eine Rezession.

    Dies würde die chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen und damit auch eine Gefahr für das weltweite Wachstum, warnt Analyst Ruland. "Der Dollar wird voraussichtlich nicht allzu tief fallen, denn schließlich hat die Euro-Zone ebenfalls Probleme. Denkbar wäre eine Aufwertung des chinesischen Yuan."

    Lang & Schwarz-Experte Amato malt ein weniger schwarzes Bild. "Wir haben einige Fallschirme im Gepäck." Die Notenbanken - allen voran die Federal Reserve Bank der USA - würden mit frischen Geldspritzen sicher alles daran setzen, einen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern.

Der US-Einzelhandel setzte in der vergangenen Woche verglichen zum Vorjahr 2,5 Prozent weniger um, wie der private Datenspezialist ShopperTrak mitteilte. Experten verstanden dies als weiteren Hinweis darauf, dass das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr nicht ganz so stark ausfiel wie erhofft. Positive Daten vom Arbeitsmarkt hatten dem Handel zur Eröffnung noch positive Impulse verliehen: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel auf den niedrigsten Stand seit März 2008.

Bei den Einzelwerten standen Titel des Chipherstellers Marvell Technology im Fokus. Eine US-Jury verhängte mit einer Strafe von 1,17 Milliarden Dollar eines der härtesten Patenturteile in der Geschichte des Landes. Marvell hat Berufung angekündigt. Die Aktien verloren 3,5 Prozent auf 7,14 Dollar.

Die Titel von Apple gaben ebenfalls nach. Sie verloren 0,4 Prozent auf 515 Dollar. Unterdessen teilte der Computer- und Handyhersteller mit, Firmenchef Tim Cook werde für 2012 ein Gehalt von 4,17 Millionen Dollar beziehen. Im Vorjahr summierten sich Cooks Bezüge noch auf 378 Millionen Dollar. Für 2012 bekommt Cook den Angaben nach keine Vergütung in Aktien.

 

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