Marktberichte

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Börse New York: Näher rückende Fiskalklippe belastet Wall Street

Die Verhandlungen um den Haushalt der USA hält Anleger in Atem. Der Pessimismus nimmt zu und Investoren verkaufen Aktien. Konjunkturdaten bekommen keine Beachtung. Alle Augen schauen aufs Weiße Haus.

New YorkDie US-Aktienmärkte haben die Handelswoche angesichts der näher rückenden Fiskalklippe mit Verlusten beendet. Ein Spitzentreffen von US-Präsident Barack Obama und Kongressabgeordneten am Freitag in Washington brachte bis Börsenschluss keine Lösung. Zudem zeichnete sich ab, dass Obama keinen neuen Vorschlag zur Beilegung des erbittert geführten Streits machen würde. Stattdessen wolle er über einen Plan abstimmen lassen, der die von den Republikanern abgelehnten Steuererhöhungen für Spitzenverdiener beinhalte, verlautete aus dem Treffen. Das Thema dominierte bereits in den vergangenen Tagen den Handel - Konjunkturdaten spielten daher kaum eine Rolle.

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Die Prognosen der Finanzprofis

  • George Soros, Investor

    „Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

  • Marc Faber, Investor

    „Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

  • Bill Gross, Fondsmanager

    „Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

  • Felix Zulauf, Vermögensverwalter

    „Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

  • Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

    „Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

  • Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

    „Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

  • Warren Buffett, Investor

    Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

  • Nouriel Roubini, Ökonom

    „Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

  • Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

    „Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

  • Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

    „Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

  • Barry Knapp, Barclays

    „Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

  • Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

    „Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

  • Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

    „Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab zu Handelsschluss am Freitag um 1,2 Prozent auf 12.938 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,1 Prozent auf 1402 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent auf 2960 Punkte. Es war der fünfte Tagesverlust in Folge - der S&P hat solche eine Verluststrecke seit einem Vierteljahr nicht erlebt. Im Wochenvergleich verloren Dow und S&P jeweils rund 1,9 Prozent, die Nasdaq zwei Prozent. Der Frankfurter Dax beendete seinen letzten Handelstag des Jahres 0,5 Prozent im Minus bei 7612 Punkten. Gehandelt wurde hierzulande nur bis 14 Uhr MEZ. An Silvester bleibt die Frankfurter Börse geschlossen.

In New York waren die Volumina am vorletzten Handelstag in diesem Jahr gering. Die Wall Street öffnet noch einmal am Montag. Dann läuft auch die Frist für die Einigung im Haushaltsstreit ab. Ohne politische Lösung treten automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft, die so genannte Fiskalklippe. Experten fürchten, dass die weltgrößte Volkswirtschaft dadurch in eine Rezession abgleiten könnten.

Marktberichte

Die New Yorker Aktienmärkte zeigten sich im Handelsverlauf erneut sehr empfänglich für Nachrichten aus Washington zum Haushaltsstreit. Bereits am Donnerstag purzelten die Kurse um gut ein Prozent ins Minus, nachdem sich der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, negativ mit Blick auf eine Last-Minute-Lösung geäußert hatte. Die Ankündigung, dass sich das US-Repräsentantenhaus am Sonntag außerplanmäßig zu einer Arbeitssitzung trifft, ließ die Kurse dann wieder steigen.

"Natürlich sind alle Augen auf Washington und die Schlagzeilen aus der Hauptstadt gerichtet", sagte Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. "Wichtig ist, ob man sich bis Montag in Washington einigt. Angesichts des dünnen Handels besteht die Gefahr, dass es zu übertriebenen Kursausschlägen kommt."

Doch die Hoffnung auf eine Einigung schien zu schwinden. "Die Chancen stehen ziemlich gut, dass wir bis Jahresende nichts in den Händen halten werden", sagte Jonathan Golub von UBS in New York. "Es sollte klar sein, dass dies der wahrscheinliche Fall ist." Allerdings rechnet er damit, dass es noch irgendeine Abmachung geben wird, die die "Klippe" etwas abmildert. "Wir werden nicht derart über die Klippe gehen, dass wir eine große wirtschaftliche Kontraktion haben werden", sagte der Experte.

Eigentlich gute Konjunkturdaten wurden von den Anlegern weitgehend ignoriert. So kletterte die Zahl der Verkäufe gebrauchter Eigenheime in den USA im November so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Auch zur Industrie im Mittleren Westen der USA gab es für Dezember solide Zahlen.

Vom negativen Trend abkoppeln konnten sich die Titel von Barnes & Noble's: Sie legten bis Handelsschluss um rund vier Prozent zu auf 14,97 Dollar. Zuvor hatte der britische Verlag Pearson, zu dem die "Financial Times" gehört, mitgeteilt, in die E-Book-Sparte von Barnes & Noble zu investieren.

 

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