Marktberichte

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Börse New York: US-Anleger setzen auf Lösung von Haushaltsstreit

Zuversichtliche Töne im US-Haushaltsstreit haben die Wall Street am Donnerstag angetrieben. Ein Hoffnungsschimmer kam von der Konjunkturfront. Einen deutlichen Kursschub erlebte die Aktie der New Yorker Börse.

Händler an der NYSE: Die Angst vor einem Scheitern der US-Haushaltverhandlungen sorgt bei vielen Investoren weiter für Zurückhaltung. Quelle: dapd
Händler an der NYSE: Die Angst vor einem Scheitern der US-Haushaltverhandlungen sorgt bei vielen Investoren weiter für Zurückhaltung. Quelle: dapd

New YorkIn den zähen Verhandlungen um Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen signalisierte Top-Republikaner John Boehner, dass er weiter an einer Lösung arbeiten werde. In einem insgesamt dünnen Handel gewannen daraufhin Optimisten die Oberhand. Neue Konjunkturdaten erhielten keine klare Botschaft: Während die US-Wirtschaft im dritten Quartal überraschend kräftig wuchs, enttäuschten Zahlen vom Arbeitsmarkt.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,45 Prozent bei 13.311 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 13.216 und 13.314 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1443 Punkten, ein Aufschlag von 0,55 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent und ging mit 3050 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt beendete der Dax den Handel 0,1 Prozent fester bei 7672 Punkten.

So beeinflussen die US-Etatverhandlungen die Börsen

  • Szenario I: Einigung

    Demokraten und Republikaner verständigen sich auf einen Haushalt, der einen Mix aus Steuererhöhungen für Wohlhabende und Ausgabenkürzungen beinhaltet.

    "Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung liegt bei 50 Prozent, denn wir befinden uns nicht mehr im Wahlkampf", sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Dollar und die Aktienmärkte werden von einer Einigung profitieren." Wegen der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft könne beim Dax mit einem überdurchschnittlichen Plus gerechnet werden.

    Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, betont dagegen, eine große Erleichterungsrally sei nicht zu erwarten. Schließlich werde allseits mit einer Einigung gerechnet. Auch Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz äußert sich skeptisch. Angesichts der kräftigen Kursgewinne in den vergangenen Wochen sei das Enttäuschungspotenzial gewachsen.

  • Szenario II: Hängepartie

    US-Präsident und Parlament einigen sich auf einen Minimal-Kompromiss, der vor allem die Anhebung der Schuldenobergrenze vorsieht. Damit verschaffen sie sich Luft für weitergehende Verhandlungen.

    Dieses Ergebnis und eine umfassende Einigung machten für Anleger keinen großen Unterschied, sagt Otmar Lang, Chef-Anlagestratege der Targobank. "Dass es bei den Verhandlungen Reibungsverluste gibt, ist klar. Man wird zu einer Lösung kommen, die den USA nicht schadet. Und was den USA nicht schadet, schadet auch den Märkten nicht."

  • Szenario III: Keine Einigung

    Die US-Politik kann sich nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Steuererleichterungen laufen aus und die automatischen Ausgabenkürzungen greifen. Das Land stürzt über die "Fiskalklippe" in eine Rezession.

    Dies würde die chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen und damit auch eine Gefahr für das weltweite Wachstum, warnt Analyst Ruland. "Der Dollar wird voraussichtlich nicht allzu tief fallen, denn schließlich hat die Euro-Zone ebenfalls Probleme. Denkbar wäre eine Aufwertung des chinesischen Yuan."

    Lang & Schwarz-Experte Amato malt ein weniger schwarzes Bild. "Wir haben einige Fallschirme im Gepäck." Die Notenbanken - allen voran die Federal Reserve Bank der USA - würden mit frischen Geldspritzen sicher alles daran setzen, einen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern.

Ein Hoffnungsschimmer kam von der Konjunkturfront: Die US-Wirtschaft wuchs im vergangenen Quartal mit 3,1 Prozent stärker als in der zweiten Schätzung von 2,7 Prozent angenommen. Im zweiten Quartal lag das Plus lediglich bei 1,3 Prozent. Dagegen fiel die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schlechter aus als erwartet.

Auf Unternehmensseite im Blickpunkt standen die Börsenbetreiber ICE und Nyse. Die Derivate-Börse IntercontinentalExchange (ICE) greift für rund 8,2 Milliarden Dollar nach der traditionsreichen New York Stock Exchange (Nyse) und will mit der Übernahme zu einem neuen Weltmarktführer für Handelsplattformen aufsteigen. Die Aktien der Nyse schossen um mehr als 34 Prozent in die Höhe. Die ICE-Papiere stiegen 1,4 Prozent.

Mehr als drei Prozent tiefer wurden dagegen Anteilsscheine des Pharmakonzerns Merck & Co's gehandelt. Der Cholesterinmedikament Tredaptive konnte in einer wichtigen Studie nicht überzeugen. Nun droht eine Entzug der Lizenz für Europa, was einem herben Schlag für die Reputation gleichkäme.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 2045 Werte legten zu, 952 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 1506 im Plus, 953 im Minus und 133 unverändert. (Reporter: Ryan Vlastelica; bearbeitet von Axel Hansen)

 

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