Marktberichte

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Börse New York: Wall Street rutscht nach Präsidentschaftswahl ab

Die US-Börsen haben nach dem Wahlsieg von US-Präsident Barack Obama am Mittwoch den höchsten Tagesverlust des Jahres verbucht. Der Dow-Jones-Index büßte 2,4 Prozent ein. Vor allem Energie- und Rüstungswerte litten.

Händler an der NYSE: Die US-Wahl ist entschieden. Die Probleme Amerikas sind damit aber noch lange nicht gelöst. Die US-Investoren machen sich große Sorgen um die künftige wirtschaftliche Entwicklung Amerikas. Quelle: dapd
Händler an der NYSE: Die US-Wahl ist entschieden. Die Probleme Amerikas sind damit aber noch lange nicht gelöst. Die US-Investoren machen sich große Sorgen um die künftige wirtschaftliche Entwicklung Amerikas. Quelle: dapd

New YorkDie US-Börsen haben den Wahlsieg von US-Präsident Barack Obama mit kräftigen Kursverlusten quittiert. Anleger zeigten sich am Mittwoch zwar grundsätzlich erleichtert über den eindeutigen Wahlausgang, aber konzentrierten sich umgehend auf die am Jahresanfang drohende "Fiskalklippe" in Form automatischer Steuererhöhungen und Einsparungen, die die wirtschaftliche Erholung ersticken könnten. Zu den größten Verlierern gehörten Aktien aus der Rüstungs-, Energie- und Gesundheitsbranche, weil diese Unternehmen wohl von einem Stabwechsel im Präsidialamt profitiert hätten. Auch die schlechte Konjunkturentwicklung in Europa rückte wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

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Obama hatte seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney mit Siegen in Wechselwählerstaaten wie Ohio, Wisconsin, Iowa, Pennsylvania und New Hampshire aus dem Rennen geschlagen. Im Kongress dürfte Obama aber auch in seiner zweiten Amtszeit auf harten Widerstand stoßen, da sich die Republikaner im Repräsentantenhaus erneut die Mehrheit sichern konnten. Damit drohen schwierige Verhandlungen über den Haushalt.

Der Dow-Jones-Index büßte 2,4 Prozent ein und fiel dabei auf 12.932 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.876 und 13.228 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 stürzte ebenfalls um 2,4 Prozent ab auf 1394 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 2,5 Prozent auf 2937 Punkte. Sowohl der Dow-Jones als auch der S&P-Index fielen auf den tiefsten Stand seit Anfang August. In Frankfurt schloss der Dax zwei Prozent tiefer mit 7232 Punkten.

"Da das Repräsentantenhaus in republikanischer Hand bleibt, dürfte eine Lösung der anstehenden Probleme wie das 'fiscal cliff' und die Anhebung der Schuldenobergrenze erschwert werden", hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. Der US-Präsident und der aus Senat und Repräsentantenhaus bestehende Kongress müssen sich bis Januar auf einen neuen Haushaltsplan einigen, ansonsten greifen ab dem neuen Jahr automatische Ausgabekürzungen und Steuererleichterungen enden. Die USA könnten dadurch in die Rezession zurückfallen. "Obama konnte das Problem der Fiskalklippe vor den Wahlen nicht lösen - warum sollte er nun dazu in der Lage sein?", fragte Todd Schoenberger von der BlackBay Group.

Die Woche an den Märkten

  • Mittwoch

    Die deutschen Erzeugerpreise im produzierenden Gewerbe für den September geben die Richtung an den Börsen vor. Großunternehmen wie BNP Paribas, Brenntag, Elring Klinger, Grammer, Hochtief, Holcim, ING, Intershop, Klöckner, Kuka, Loewe, Morphosys, Münchener Rück, OMV, Symrise, Voestalpine und Telefonica legen Zahlen vor.

  • Donnerstag

    Der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank sowie die anschließende Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen in der Euro-Krise geben für Europas Börsen den Takt vor. In den USA wird der Handelsbilanzsaldo veröffentlicht.

    Zahlen kommen von Adidas, Commerzbank, der Post und der Telekom, von EADS, Heidelberg Cement, Jenoptik, Jungheinrich, Leifheit, Pro Sieben Sat1, Rhön-Klinikum, Siemens, Société Générale, SMA Solar, Stada und Swiss Re.

  • Freitag

    Die US-Importpreise und das Konsumklima der Uni Michigan dominieren das Geschehen. Ergebnisse melden Allianz, EnBW, Lafarge und Rheinmetall.

Für Nervosität an der Wall Street sorgten neben den drohenden US-Schuldenproblemen auch Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi. Jüngste Daten deuteten darauf hin, dass die Ausläufer der Euro-Krise nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht hätten, sagte er am Mittwoch in Frankfurt. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Wirtschaft der Euro-Zone im kommenden Jahr nicht vom Fleck kommt.

Werte aus der Kohleindustrie stürzten wegen des Wahlausgangs regelrecht ab, weil der Branche unter Obama strengere Vorschriften drohen. Alpha Natural Resources, Arch Coal und James River Coal verloren zwischen 12 und 30 Prozent. Auch Aktien von Rüstungsunternehmen standen auf den Verkaufszetteln, weil die von Romney versprochene Aufstockung des Verteidigungsetats nicht Wirklichkeit wird. So fielen etwa United Technologies um rund drei Prozent. Dagegen profitierten die Aktien von Schusswaffen-Herstellern von der Spekulation, dass sich Waffenfreunde nun mit neuen Pistolen und Gewehren eindecken, weil sie eine Verschärfung der Gesetze unter Obama fürchten. Deshalb sprangen die Aktien von Sturm Ruger um sieben Prozent in die Höhe und die Anteilsscheine von Smith & Wesson sogar um zehn Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,88 Milliarden Aktien den Besitzer. 553 Werte legten zu, 2464 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 374 im Plus, 2120 im Minus und 62 unverändert.

 

  • 07.11.2012, 19:31 UhrLogical

    Was für ein Durcheinander an den Börsen, mal wieder!
    Erst solls Obama sein, dann ist ers und dann knallt alles runter, weil die Probleme nicht bewältigbarer werden. Heiderdaus, welch ein Chaos!
    Es wird eigentlich von Tag zu Tag undurchsichtiger. Und die Zockerbanken haben auch wieder das, was sie brauchen: Börsenstände, von denen aus es unmotiviert von einer Sekunde zur anderen ein paar hundert Punkte hoch oder auch runterknallen kann. Da lässt sich freilich einiges an KO-Zertifikaten abschöpfen. So mögen sies, deshalb wird es auch so bleiben und es wird auf absehbare Zeit keinen Trend geben (können).
    Gewolltes CHAOS!z8i6P

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