Marktberichte

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Börse New York: Wall Street spekuliert auf EZB-Handeln in Euro-Krise

Nach einer zuletzt turbulenten Woche ist es an den New Yorker Börsen ruhig geblieben. Dank Hoffnungen auf Fortschritte im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise ist die Wall Street leicht im Plus aus dem Handel gegangen.

Händler an der Wall Street. Quelle: dapd
Händler an der Wall Street. Quelle: dapd

New YorkHoffnungen auf massive Eingriffe der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise haben die Wall Street zu Wochenbeginn angetrieben. Investoren setzten auf die von EZB-Chef Mario Draghi in Aussicht gestellten Anleihenkäufe, um den strauchelnden Euro-Staaten Italien und Spanien unter die Arme zu greifen. Zudem halfen optimistische Äußerungen der internationalen Geldgeber von EU und IWF über die Verhandlungen mit der griechischen Regierung, um Zuversicht zu verbreiten. Obwohl der ums Überleben kämpfende US-Aktienhändler Knight Capital Group mit einem kräftigen Minus den Markt belastete, sahen Händler in dem Fall auch Positives. "Es sorgte für ein wenig Erleichterung, dass nicht noch ein großer Broker die Türen schließt", sagte Larry Peruzzi von Cabrera Capital Markets in Boston. Eine Gruppe von Investoren will das Unternehmen am Leben halten.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 13.117 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 13.099 und 13.187 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1394 Punkten, ein Aufschlag von ebenfalls 0,2 Prozent und dem höchsten Stand seit drei Monaten. Der Index der Tech-Börse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 2989 Punkte. Auch in Deutschland wetteten Anleger auf neue EZB-Hilfen. Der Dax stieg um 0,8 Prozent auf 6918 Stellen.

Die Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) bescheinigte Griechenland am Wochenende Fortschritte bei den geforderten Sparbemühungen. Dies habe den Optimismus der Anleger nach den Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi in der vergangenen Woche gestärkt, sagten Händler in New York. "In Europa ist noch nichts entschieden, aber die Dinge wenden sich offenbar zum Besseren und es scheint mir unwahrscheinlich, dass es zum großen Knall kommt", sagte John Manley von Wells Fargo Funds Management. Zudem beurteilten die Investoren die Entwicklung der US-Wirtschaft nach den Arbeitsmarktdaten wieder zuversichtlicher.

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Die Aktie von Knight Capital verlor 24 Prozent auf 3,07 Dollar. Investoren wollen mit einer Geldspritze von 400 Millionen Dollar das Überleben des Börsenmaklers nach einer verheerenden Computerpanne sichern, die Knight vergangene Woche an den Rand des Abgrunds geführt hatte. Knight Capital zahlt für die Rettung einen hohen Preis, weil sich die Investoren zu einem relativ geringen Aktienpreis Zugriff auf rund 70 Prozent von Knight sichern.

Nach einem angekündigten Übernahmeangebot von Gründer Richard Schulze kletterten Papiere von Best Buy um 13 Prozent auf knapp 20 Dollar. Schulze, der 20 Prozent an Best Buy besitzt, will bis zu 26 Dollar je Aktie zahlen. Viele Investoren sind aber offenbar skeptisch, ob der Deal zustande kommt.

Anteilsscheine des Autobauers General Motors schlossen 0,9 im Minus. Der niederländische Sportwagenbauer Spyker hat GM wegen der Pleite der Tochter Saab auf Schadenersatz über drei Milliarden Dollar verklagt. Spyker wirft der Opel-Mutter vor, Saab gezielt in die Insolvenz getrieben zu haben, um einen Konkurrenzkampf mit dem schwedischen Traditionshersteller in China zu vermeiden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 640 Millionen Aktien den Besitzer. 1861 Werte legten zu, 1110 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,52 Milliarden Aktien 1520 im Plus, 926 im Minus und 132 unverändert.

  • 07.08.2012, 21:13 Uhrpensionskonto

    Wall Street spekuliert nicht! Hier wird abgeräumt im großen Stil und sonst gar nichts. Liquiditätshausse nennt sich das und hat mit fundamentals nichts zu tun. Den Amerikanern und uns wird eine heile Welt vorgegaukelt, die es nicht gibt. Ganz großes Kino. Ich möchte nicht wissen was passiert, wenn der erste "Feuer" schreit.

  • 06.08.2012, 23:44 UhrWutbuerger

    Zitat "In Europa ist noch nichts entschieden, aber die Dinge wenden sich offenbar zum Besseren und es scheint mir unwahrscheinlich, dass es zum großen Knall kommt", sagte John Manley von Wells Fargo Funds Management."

    Das ist eine tolle Type, der John Manley, eine bemerkenswerte Lichtgestalt. Danke, Handelsblatt, für euren abendlichen Praktikanten, der mich darauf aufmerksam gemacht hat.

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