
New YorkKurz vor Beginn der US-Bilanzsaison haben am Montag in New York viele Anleger Kasse gemacht. Neben diesen Gewinnmitnahmen lasteten auch milliardenschwere Entschädigungszahlungen von US-Banken auf der Wall Street. Finanzwerte gingen auf Talfahrt, nachdem sich mehrere Institute zur Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar an Opfer von Zwangsversteigerungen verpflichtet hatten.
Aktien europäischer Geldhäuser profitierten dagegen von der Erleichterung darüber, dass der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht den Instituten vier Jahre mehr Zeit gibt, um ihre Liquiditätspuffer aufzufüllen. Der Euro stieg, weil am Markt vorerst keine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet wurde.
In New York pendelte der Dow-Jones-Index im Verlauf zwischen einem Hoch von 13.436 und einem Tief von 13.343 Punkten. Der Leitindex schloss 0,4 Prozent schwächer bei 13.384 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 1461 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent nach auf 3098 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 0,6 Prozent im Minus bei 7732 Zählern. Der EuroStoxx50 verlor ebenfalls 0,6 Prozent auf 2693 Punkte. Auch bei Rohstoffen wie Öl oder Kupfer nahmen Investoren Gewinne mit.
Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.
Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.
Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.
Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.
Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.
Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.
Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.
Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.
Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.
Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.
Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.
Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.
Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.
Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.
Zehn US-Banken, die als Hypotheken-Dienstleister Zwangsversteigerungen veranlassten, haben sich nach Angaben der Regulierungsbehörde OCC zur Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar an die Geschädigten verpflichtet. Dafür bekamen sie an der Wall Street die Quittung: Die Kurse von Geldhäusern wie Bank of America und Wells Fargo gaben zwischen 0,2 und 0,5 Prozent nach.
Der europäische Bankenindex stieg 1,1 Prozent auf 171,8 Punkte. Auslöser war die Entscheidung des Baseler Ausschusses, den Instituten mehr Zeit zu lassen. "Dieser Schritt verschafft der Branche etwas Luft zum Atmen", sagte KBC-Volkswirt Koen De Leus.
In den USA läutet der Aluminiumhersteller Alcoa am Dienstag die nächste Bilanzsaison ein, von der sich die Anleger allerdings keine großen Sprünge erwarten. Der Haushaltsstreit habe sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Verbrauchern zu Kaufzurückhaltung geführt, sagte Randy Frederick, Handelsstratege bei Charles Schwab. Dies dürfte bei den Geschäftszahlen Spuren hinterlassen haben.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 625 Millionen Aktien den Besitzer. 1363 Werte legten zu, 1629 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1066 Titel im Plus, 1438 im Minus und 75 unverändert.





