Marktberichte

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Börse Tokio: Atomtest lässt Aktienmärkte kalt

Geht es abwärts mit der japanischen Währung, dann läuft es gut an der Börse. Die Investoren sind erleichtert, dass die Amerikaner auch gegen die Deflation kämpfen. Der Atomtest in Nordkorea bewegte die Kurse kaum.

Eine Börsen-Anzeigentafel in Tokio. Quelle: Reuters
Eine Börsen-Anzeigentafel in Tokio. Quelle: Reuters

TokioDer Atomtest in Nordkorea hat die Börsen in Fernost kaum beeindruckt. In der Nacht zu Dienstag meldete die nordkoreanische Agentur KCNA, ein miniaturisierter Sprengsatz mit großer Stärke sei gezündet worden.

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Dies sorgte zwar kurzzeitig für Verunsicherung, konnte dem allgemeinen Aufwärtstrend jedoch nichts anhaben. "Der Test war nichts, was dein Herz so zum Rasen bringt wie beispielsweise die besorgniserregende Situation zwischen dem Iran und Israel", sagte Analyst Kaname Gokon vom Broker Okato Shoji.

Nikkei-Index: Die zehn besten Tage an Japans Aktienmarkt

  • Rasanter Kursanstieg

    Vier Prozent an einem Tag - das ist ungewöhnlich viel für den Nikkei-Index, der immerhin 225 Werte umfasst. Doch es gab noch viel bessere Tage. Die Hitliste.

  • Platz 1

    14. Okt. 2008     9.447,57               1.171,14 Punkte               14,15 Prozent

  • Platz 2

    2. Okt. 1990       22.898,41            2.676,55 Punkte               13,24 Prozent

  • Platz 3

    15. Dez. 1949     109,62       11,12 Punkte                   11,29 Prozent

  • Platz 4

    30. Okt. 2008     9.029,76               817,86 Punkte   9,96 Prozent

  • Platz 5

    21. Okt. 1987     23.947,40            2.037,32 Punkte               9,30 Prozent

  • Platz 6

    17. Nov. 1997    16.283,32            1.200,80 Punkte               7,96 Prozent

  • Platz 7

    31. Jan. 1994      20.229,12            1.471,24 Punkte               7,84 Prozent

  • Platz 8

    29. Okt. 2008     8.211,90               589,98 Punkte   7,74 Prozent

  • Platz 9

    10. Apr. 1992     17.850,66            1.252,51 Punkte               7,55 Prozent

  • Platz 10

    21. Mär. 2001    13.103,94            912,97 Punkte   7,49 Prozent

Der Nikkei in Tokio ging auf dem höchsten Stand seit 33 Monaten aus dem Handel. Dazu trugen vor allem Äußerungen aus dem US-Außenministerium bei. Staatssekretärin Lael Brainard sagte Japan Unterstützung beim Kampf gegen die Deflation zu.

Daraufhin gab der Yen deutlich nach und fiel zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Mai 2010. Marktanalyst Takuya Takahashi sagte: "Ihre (Brainards) Aussagen haben dem Markt Vertrauen gegeben. Es war überraschend und hat die Zustimmung der Obama-Regierung zur Politik von Ministerpräsident Shinzo Abe signalisiert."

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Der Nikkei-Index schloss mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 11.369 Punkte. Die Börse in Südkorea gab um knapp 0,3 Prozent nach. Es war bereits das dritte Mal, dass das Nachbarland Nordkorea einen Atomtest ausführte. Bisher haben sich die verstärkten geopolitischen Risiken kaum auf den Aktienmarkt in Südkorea ausgewirkt. Die Märkte in Singapur, Hongkong, Shanghai, Malaysia und Taiwan blieben wegen des Neujahrsfestes geschlossen

Gefragt waren in Tokio vor allem Exportunternehmen und Finanzwerte. Toyota stiegen um 0,5 Prozent. Anteilsscheine von Sony legten um 1,2 Prozent zu. Mizuho Financial gewannen 4,8 Prozent, die Papiere von Mitsubishi UFJ verteuerten sich um 2,3 Prozent.
Nissan gaben dagegen um 3,8 Prozent nach. Der Autobauer ließ bei der Vorstellung der Quartalszahlen seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr unverändert und enttäuschte damit Investoren.

Der Euro verlor im fernöstlichen Handel etwas. Für die Gemeinschaftswährung waren 1,3385 Dollar fällig, nach 1,3404 Dollar am Vorabend in New York. Einige westliche Staaten sind besorgt, dass sich Japan mit einer künstlichen Abwertung seiner Währung einen Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt verschaffen könnte. Das Thema kommt auch auf einem Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in dieser Woche in Moskau zur Sprache.

  • 12.02.2013, 15:02 Uhrhanji

    "Der Atomtest in Nordkorea hat die Börsen in Fernost kaum beeindruckt." heißt es. Warum auch sollte er? Erstens ist überhaupt nicht sicher, dass die Behauptung des Nordens, es sei eine Atombonbe gewesen, stimmt. Schließlich kann man sonst der Lügenpropaganda aus dem Nordne auch nicht glauben. Zweitens wäre ein echter Bombentest ja eine rein politisch-taktische Maßnahme gegen die USA. Für die Wirtschaft und die reale Sicherheit der Nachbarländer S-Korea, Japan, China hätte er überhaupt keine Relevanz. Im Gegenteil, eine glaubwürdie Abschreckung gegen Angriffsgelüste der USA würde die Kriegsgefahr in der Region sogar nachhaltig verringern.

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