
TokioDie Börse in Tokio hat am Montag deutliche Gewinne verbucht. Als Grund dafür nannten Händler Berichte, dass der derzeitige Chef der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruito Kuroda, als Chef der Notenbank nominiert werden solle.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mehr als 2,4 Prozent höher bei 11.662 Punkten. Damit erreichte das Börsenbarometer den höchsten Stand seit September 2008. Der breiter gefasste Topix-Index stieg im Verlauf um 1,5 Prozent auf 977 Punkte.
Für die Aktienmärkte ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar ein Gradmesser für die Abwertung der Landeswährung. 2012 fiel der Yen 15 Prozent gegenüber zehn großen Weltwährungen - so viel wie seit 1979 nicht mehr. Dies ergibt sich aus einem Bloomberg-Index.
Die Notierung erfolgt in Yen pro Dollar, etwa: 85 Yen. Wenn dieser Wert steigt, etwa auf 90 Yen, steigt der Wert der US-Währung, und es sinkt der Wert der japanischen Währung.
Die neue japanische Regierung will die Konjunktur ankurbeln. Dafür nutzt sie alle Hebel. Einer davon ist auch die Schwächung der Währung. 2012 fiel der Yen um 11 Prozent gegenüber dem Dollar - so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr.
Die japanische Regierung hat ein enormes Konjunkturpaket im Volumen von 20,2 Billionen Yen (173 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 Arbeitsplätze verspricht sich Regierungschef Shinzo Abe davon.
Ministerpräsidenten Shinzo Abe drängt die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern und so die Fiskalpolitik zu flankieren. Die Zeitung Nikkei zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Er wolle, dass die Notenbank sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.
Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist auf Jahresbasis im dritten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass es im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent zurückgegangen ist.
Für das erste Quartal 2013 erwarten Ökonomen wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent in Japan.
Die Konjunkturschwäche geht mit einem Wertverfall der Währung einher. Anfang 2013 liegt der Dollar gegenüber mit fast 90 Yen auf dem höchsten Niveau seit Juni 2010, also seit mehr als zweieinhalb Jahren. Gegenüber dem Euro markiert der Yen die niedrigsten Kurse seit Mai 2011, also seit mehr als anderthalb Jahren.
Die Banken rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Yen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Regierung, die genau dies fördern will durch ihre Fiskalpolitik.
Morgan Stanley erklärte in einer Analyse, der Dollar könne gegenüber der japanischen Währung noch auf 100 Yen steigen in diesem Jahr. Societe Generale nennt ein Kursziel von 97 Yen bis Jahresende. Bisher ging die Bank von 87 Yen aus. Citibank glaubt, dass der Dollar bis Ende März auf 90 Yen steigt. Zuvor war die Bank von 87 Yen ausgegangen.
Die Exportwirtschaft verweist darauf, dass die japanische Währung noch immer 13 Prozent über seinem Zehnjahres-Durchschnitt liegt. Dieser liegt gegenüber dem Dollar bei 101 Yen. Die Industrie in Japan wünscht sich einen Dollarkurs zwischen 90 and 100 Yen. Das sagt, Hiroshi Tomono, Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp.
Die fortgesetzte Yen-Abwertung gegenüber den großen Währungen der Welt hilft vor allem den japanischen Exporteuren. Deren Aktien profitieren daher regelmäßig besonders stark, wenn der Yen an Wert verliert.
Das Börsenbarometer Nikkei-Index marschiert im Januar von Rekord zu Rekord. Inzwischen liegen die Aktienkurse auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren.
Zeitungen und Nachrichtenagenturen berichten, dass der bisherige Chef der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruito Kuroda, neuer Chef der japanischen Notenbank werden soll. Die Personalie solle noch in dieser Woche dem Parlament zur Zustimmung vorgelegt werden, hieß es in mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.
Mit Kuroda scheint eine noch stärkere Lockerung der japanischen Geldpolitik wahrscheinlich. Er ist wie Ministerpräsident Shinzo Abe Befürworter einer solchen Politik. Auch die Zeitungen "Asahi" und das Wirtschaftsblatt "Nikkei" berichten von der bevorstehenden Nominierung Kurodas.
Zu den großen Gewinnern zählten am Montag Exportwerte. Die Anteilscheine von Canon tendierten 1,21 Prozent fester, Toyota -Papiere legten 1,6 Prozent zu, Sony -Aktien verteuerten sich um 2,4 Prozent.
Bereits während seiner Amtszeit als früherer Vize-Finanzminister Japans intervenierte Kuroda aggressiv am Devisenmarkt, um den Yen zu schwächen und damit Japans exportlastige Wirtschaft zu stützen. Dies gilt derzeit an den Märkten auch als Mittel, um die Wirtschaft in Japan anzukurbeln.
Zuletzt hatte Ministerpräsident Abe die Nominierung des neuen Notenbankchefs aufgeschoben und damit Spekulationen über Differenzen in der Regierung ausgelöst. Im Gespräch sind auch der frühere Spitzenbeamte im Finanzministerium, Toshiro Muto, sowie Kazumasa Iwata, Ex-Regierungsvolkswirt und stellvertretender Notenbank-Gouverneur. Die Nachfolge wird nötig, da der gemäßigte Zentralbankchef Masaaki Shirakawa am 19. März abtritt.
Vier Prozent an einem Tag - das ist ungewöhnlich viel für den Nikkei-Index, der immerhin 225 Werte umfasst. Doch es gab noch viel bessere Tage. Die Hitliste.
14. Okt. 2008 9.447,57 1.171,14 Punkte 14,15 Prozent
2. Okt. 1990 22.898,41 2.676,55 Punkte 13,24 Prozent
15. Dez. 1949 109,62 11,12 Punkte 11,29 Prozent
30. Okt. 2008 9.029,76 817,86 Punkte 9,96 Prozent
21. Okt. 1987 23.947,40 2.037,32 Punkte 9,30 Prozent
17. Nov. 1997 16.283,32 1.200,80 Punkte 7,96 Prozent
31. Jan. 1994 20.229,12 1.471,24 Punkte 7,84 Prozent
29. Okt. 2008 8.211,90 589,98 Punkte 7,74 Prozent
10. Apr. 1992 17.850,66 1.252,51 Punkte 7,55 Prozent
21. Mär. 2001 13.103,94 912,97 Punkte 7,49 Prozent
Wie eine mit den Überlegungen der Regierung vertraute Person weiter sagte, soll Kikuo Iwata, der sich für ungewöhnliche Schritte zur Lockerung der Geldpolitik stark macht, als ein Stellvertreter von Kuroda nominiert werden. Iwata sagte vor Journalisten, ihm sei der Posten angeboten worden und er wolle annehmen.
Für Europas obersten Währungshüter Mario Draghi ist klar: „Die Aufwertung ist ein Zeichen der Rückkehr des Vertrauens in den Euro.“ Dazu kam die sehr lockere Geldpolitik in Japan und den USA: Die dortigen Notenbanken öffneten ihre Geldschleusen extrem weit, machten damit ihre Währungen extrem billig. Das funktioniert so: Investoren verkaufen Wertpapiere in Dollar oder Yen (zum Beispiel an die Zentralbank, die sie ihnen mit frisch gedrucktem Geld abnimmt) und kaufen stattdessen welche in Euro. Als Konsequenz ändern sich die Wechselkurse - die „Preise“ für Währungen, die Angebot und Nachfrage widerspiegeln.
Draghi ist überzeugt: Es geht nicht um einen „Währungskrieg“ oder einen Wettlauf um die billigste Währung. Vielmehr seien die aktuellen Wechselkursbewegungen ein Nebeneffekt der diversen Bemühungen, die Wirtschaft anzuschieben. Allerdings ist der Ansatz der Notenbanken teils völlig verschieden: Während Preisstabilität vorrangiges Ziel der EZB ist, hat die US-Notenbank Fed explizit einen doppelten Auftrag: Stabile Preise und möglichst hohen Beschäftigungsstand. „Man löscht dann dort eben das Feuer, das am heißesten brennt“, erklärt Commerzbank-Notenbankexperte Bernd Weidensteiner. In Japan übte die Regierung massiv Druck auf die Notenbank aus, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen - ein fatales Signal, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann meint: Die Unabhängigkeit der Zentralbank sei essenziell.
Bislang nur verbal. EZB-Präsident Draghi erklärte, die Notenbank habe die Euro-Aufwertung als potenzielles Risiko für Konjunktur und Geldwertstabilität im Auge. Die Folge: Der Euro-Kurs sackte um fast zwei Cent zum Dollar ab. In einen „Währungskrieg“ will sich die EZB nicht hineinziehen lassen - auch weil geldpolitische Schritte zur gezielten Euro-Abwertung Reformen der Krisenstaaten bremsen könnten. „Bei einem Krieg gibt es immer nur Verlierer“, sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen dem „Handelsblatt“. „Wenn andere Notenbanken einen anderen Weg gehen, müssen wir dem nicht automatisch folgen.“
Für Verbraucher in Deutschland bringt ein starker Euro mehrere Vorteile: Urlaubsreisen in ferne Länder werden tendenziell günstiger, ebenso wie der Sprit an der Tankstelle. Tendenziell werden alle importieren Waren günstiger. Auch Unternehmen, die für ihre Produktion Rohstoffe wie Erdöl einführen müssen, können preiswerter einkaufen. Denn diese Rohstoffe werden in Dollar abgerechnet.
Vor allem der deutschen Exportwirtschaft. Seit Sommer 2012 hat der Euro zu vielen Währungen aufgewertet. Waren aus dem Euroraum werden im außereuropäischen Ausland tendenziell teurer, das könnte die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden. Deutsche Maschinenbauer spüren den stärkeren Euro bereits, weil ihre Produkte gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder Asien teurer werden. Doch während sich deutsche Maschinen, Autos und Elektroprodukte auch über guten Ruf und Qualität verkaufen, dürfte der erstarkte Euro vor allem Euro-Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien zu schaffen machen. Allerdings bezweifelt EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen, dass das Wechselkursthema entscheidend ist für die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder: „Da geht es um Lohnstückkosten, Bürokratiekosten, mangelnde Produktivität und überregulierte Produktmärkte.“
Laut Draghi bewegt sich der Euro in der Nähe seines langfristigen Durchschnittswerts. 2008 hatte der Euro mal beinahe 1,60 US-Dollar gekostet, 2003 weniger als 90 US-Cent. Glaubt man dem „Big-Mac-Index“ des Magazins „Economist“, dann ist der japanische Yen gegenüber Euro und US-Dollar noch unterbewertet. Der Index vergleicht den Preis für den gleichen Burger in verschiedenen Währungsräumen. Demnach kostete der Big Mac in den USA im Januar 4,37 Dollar, im Euroraum 4,88 Dollar, in Japan nur 3,51 Dollar. Bereinigt um die Wirtschaftskraft pro Kopf ist der Burger damit in Japan um 17,1 Prozent zu billig, in der Eurozone aber um 20,8 Prozent zu teuer. In Deutschland kostet der Big Mac übrigens demnach „nur“ 17,7 Prozent mehr als in den USA, in Griechenland aber 28,1 Prozent, in Italien sogar satte 34,6 Prozent mehr.

Zur seriösen Benchmarktanalyse eines Index,wie des "Nikkei 225 " gehört nicht nur die kurzfristige ,sondern auch die langfristige Analyse seit den Achtzigern.
Er kommt von über 38950 Punkten in 89,das sollten Sie Ihren Lesern ebenso sagen, wie die Tatsache, das er das heutige Kursniveau bereits Ende 1984 erreichte .Und nun rechnen Sie noch die Inflation hinzu und die entgangenen Gewinne seit dieser Zeit ab,wenn sie Ihr Kapital besser, in andere,gewinnbringende Anlageformem investiert hätten( so was nennt sich übrigends Sharpe-Ratio).






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