Marktberichte

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Börse Tokio: Japans Aktienmarkt läuft heiß

Japans Aktienmarkt ist die Überraschung der Saison. Seit zwölf Wochen geht es nun schon ununterbrochen aufwärts. Doch bald könnte der Trend brechen. Anleger müssen sich auf eine Korrektur einstellen.

Der Nikkei notiert wieder über 11000 Punkten - auf dem höchsten Stand seit 33 Monaten. Quelle: Reuters
Der Nikkei notiert wieder über 11000 Punkten - auf dem höchsten Stand seit 33 Monaten. Quelle: Reuters

TokioDie asiatischen Aktienmärkte sind mit Rückenwind aus den USA in die neue Handelswoche gestartet. Die jüngsten positiven Daten zum US-Arbeitsmarkt und zur Industrie sorgten auch in Asien für Schub. Außerdem stützen positive Quartalsberichte japanischer Firmen wie Sharp oder Sony die Kurse. "Die asiatischen Aktien lassen sich vermutlich von den US-Märkten anstecken", sagte Naohiro Niimura von Market Risk Advisory. Der Euro präsentierte sich am Montag in Fernost mit Kursen von rund 1,3625 Dollar etwas schwächer als zum Wochenausklang in New York.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,6 Prozent fester bei 11.260 Punkten. Zuvor war er zweitweise auf den höchsten Stand seit 33 Monaten bis auf 11.270 Zähler geklettert. Grund war neben Konjunkturoptimismus der weitere Rückgang des Yen zum Dollar, der vor allem Exportwerte, darunter die Autobauer Mazda oder Nissan antrieb. Die Berichtssaison japanischer Firmen läuft auf Hochtouren.
Seit zwölf Wochen geht es an der Börse Tokio nun schon ununterbrochen aufwärts. Doch bald könnte der Trend brechen, meint Hiromichi Tamura, Chefstratege der japanischen Investmentbank Nomura. Der Blick könnte sich auf einzelne Firmenwerte verschieben. Auch dies verspricht genug Bewegung, denn in Japan herrscht Bilanzsaison. Am Dienstag wird Toyota seine Neun-Monatsbilanz vorlegen, am Donnerstag Sony, am Freitag Nissan. Und dank der überraschenden Schwäche des Yen erwarten die Märkte positive Überraschungen.

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Doch Tamura hat auch eine gute Nachricht parat: Korrekturen werden, wenn sie auftreten, flach ausfallen. „Es gibt keinen Raum nach unten“, glaubt Tamura. Denn die skeptische Stimmung sei sowohl bei den großen ausländischen und inländischen institutionellen Investoren umgeschlagen.

Yen-Verfall: Wie tief sinkt Japans Währung noch?

  • Gradmesser

    Für die Aktienmärkte ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar ein Gradmesser für die Abwertung der Landeswährung. 2012 fiel der Yen 15 Prozent gegenüber zehn großen Weltwährungen - so viel wie seit 1979 nicht mehr. Dies ergibt sich aus einem Bloomberg-Index.

  • Kurs

    Die Notierung erfolgt in Yen pro Dollar, etwa: 85 Yen. Wenn dieser Wert steigt, etwa auf 90 Yen, steigt der Wert der US-Währung, und es sinkt der Wert der japanischen Währung.

  • Neue Regierung

    Die neue japanische Regierung will die Konjunktur ankurbeln. Dafür nutzt sie alle Hebel. Einer davon ist auch die Schwächung der Währung. 2012 fiel der Yen um 11 Prozent gegenüber dem Dollar - so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr.

  • Fiskalpolitik

    Die japanische Regierung hat ein enormes Konjunkturpaket im Volumen von 20,2 Billionen Yen (173 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 Arbeitsplätze verspricht sich Regierungschef Shinzo Abe davon.

  • Geldpolitik

    Ministerpräsidenten Shinzo Abe drängt die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern und so die Fiskalpolitik zu flankieren. Die Zeitung Nikkei zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Er wolle, dass die Notenbank sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.

  • Wirtschaft schrumpft

    Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist auf Jahresbasis im dritten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass es im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent zurückgegangen ist.

  • Die Wende

    Für das erste Quartal 2013 erwarten Ökonomen wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent in Japan.

  • Währungsverfall

    Die Konjunkturschwäche geht mit einem Wertverfall der Währung einher. Anfang 2013 liegt der Dollar gegenüber mit fast 90 Yen auf dem höchsten Niveau seit Juni 2010, also seit mehr als zweieinhalb Jahren. Gegenüber dem Euro markiert der Yen die niedrigsten Kurse seit Mai 2011, also seit mehr als anderthalb Jahren.

  • Yen-Prognosen

    Die Banken rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Yen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Regierung, die genau dies fördern will durch ihre Fiskalpolitik.

  • Wo Banken den Yen sehen

    Morgan Stanley erklärte in einer Analyse, der Dollar könne gegenüber der japanischen Währung noch auf 100 Yen steigen in diesem Jahr. Societe Generale nennt ein Kursziel von 97 Yen bis Jahresende. Bisher ging die Bank von 87 Yen aus. Citibank glaubt, dass der Dollar bis Ende März auf 90 Yen steigt. Zuvor war die Bank von 87 Yen ausgegangen.

  • Welchen Yen-Kurs die Exporteure wünschen

    Die Exportwirtschaft verweist darauf, dass die japanische Währung noch immer 13 Prozent über seinem Zehnjahres-Durchschnitt liegt. Dieser liegt gegenüber dem Dollar bei 101 Yen. Die Industrie in Japan wünscht sich einen Dollarkurs zwischen 90 and 100 Yen. Das sagt, Hiroshi Tomono, Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp.

  • Treiber für Export-Aktien

    Die fortgesetzte Yen-Abwertung gegenüber den großen Währungen der Welt hilft vor allem den japanischen Exporteuren. Deren Aktien profitieren daher regelmäßig besonders stark, wenn der Yen an Wert verliert.

  • Rekorde an der Börse

    Das Börsenbarometer Nikkei-Index marschiert im Januar von Rekord zu Rekord. Inzwischen liegen die Aktienkurse auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren.

     

Bisher trieben ausländische Investoren den Markt nach oben, weil sie daran glauben, dass die Regierung und die Notenbank die Wirtschaft mit einer Mischung aus Konjunkturprogrammen und der Geldpresse ankurbeln werden. Aber nun beginnen auch die großen ausländischen Investoren daran zu glauben, meint Tamura.

„Die globalen Fonds waren bisher noch skeptisch und haben Japan untergewichtet. Aber sie haben verstanden, dass Japan sich ändert, und suchen nun nach guten Gelegenheiten für den Einstieg“, sagt Tamura. Ergo: Wenn die Aktien fallen, greifen sie zu und begrenzen damit das Risiko, dass die Hausse unterbricht.

  • 04.02.2013, 10:30 UhrTalentesammler

    Was ist der Unterschied zwischen Japan und USA?

    Amerika plaziert Staatspapiere weltweit, Japan fast nur im eigenen Lande.

    Welche Währung ist dadurch stabiler?

    Der japanische Yen.

    Welche Währung hat mehr Kaufkraft?

    Der japanische Yen.

    Welche Währung kann schnell zusammenbrechen?

    Der amerikanische Dollar.
    Das Wohl und Wehe bestimmen die Anderen unumkehrbar!

    Wo besteht eine Blase?

    Bei beiden Währungen. Die amerikanische Worldwide-Bubble und die japanisch lokale Bubble.

    Wer kann es positiv auflösen?

    Die Japaner können auf Welteinkaufstour gehen ohne Probleme und den Wert realisieren. Die Amerikaner üben politischen Druck aus, um ihre Währung hochzuhalten.

    usw.

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