Marktberichte

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Börse Tokio: Nikkei-Index geht auf Achterbahnfahrt

Die Währungsentwicklung verunsichert die Akteure erneut. Die Aktienkurse in Japan schwanken daher stark. Deutlich zulegen kann die Aktie des angeschlagenen Elektronikkonzerns Sharp.

Eine Börsenanzeigentafel in Tokio. Quelle: SAP/dpa
Eine Börsenanzeigentafel in Tokio. Quelle: SAP/dpa

TokioEinen Tag vor Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten aus China haben sich die Anleger an Asiens Börsen am Donnerstag zurückgehalten.

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Das Wachstum in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft dürfte zwar im vierten Quartal 2012 wieder etwas an Fahrt gewonnen haben, aber die Zeit der starken Zuwächse von mehr als zehn Prozent ist nach Ansicht von Experten vorbei.

Yen-Verfall: Wie tief sinkt Japans Währung noch?

  • Gradmesser

    Für die Aktienmärkte ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar ein Gradmesser für die Abwertung der Landeswährung. 2012 fiel der Yen 15 Prozent gegenüber zehn großen Weltwährungen - so viel wie seit 1979 nicht mehr. Dies ergibt sich aus einem Bloomberg-Index.

  • Kurs

    Die Notierung erfolgt in Yen pro Dollar, etwa: 85 Yen. Wenn dieser Wert steigt, etwa auf 90 Yen, steigt der Wert der US-Währung, und es sinkt der Wert der japanischen Währung.

  • Neue Regierung

    Die neue japanische Regierung will die Konjunktur ankurbeln. Dafür nutzt sie alle Hebel. Einer davon ist auch die Schwächung der Währung. 2012 fiel der Yen um 11 Prozent gegenüber dem Dollar - so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr.

  • Fiskalpolitik

    Die japanische Regierung hat ein enormes Konjunkturpaket im Volumen von 20,2 Billionen Yen (173 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 Arbeitsplätze verspricht sich Regierungschef Shinzo Abe davon.

  • Geldpolitik

    Ministerpräsidenten Shinzo Abe drängt die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern und so die Fiskalpolitik zu flankieren. Die Zeitung Nikkei zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Er wolle, dass die Notenbank sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.

  • Wirtschaft schrumpft

    Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist auf Jahresbasis im dritten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass es im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent zurückgegangen ist.

  • Die Wende

    Für das erste Quartal 2013 erwarten Ökonomen wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent in Japan.

  • Währungsverfall

    Die Konjunkturschwäche geht mit einem Wertverfall der Währung einher. Anfang 2013 liegt der Dollar gegenüber mit fast 90 Yen auf dem höchsten Niveau seit Juni 2010, also seit mehr als zweieinhalb Jahren. Gegenüber dem Euro markiert der Yen die niedrigsten Kurse seit Mai 2011, also seit mehr als anderthalb Jahren.

  • Yen-Prognosen

    Die Banken rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Yen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Regierung, die genau dies fördern will durch ihre Fiskalpolitik.

  • Wo Banken den Yen sehen

    Morgan Stanley erklärte in einer Analyse, der Dollar könne gegenüber der japanischen Währung noch auf 100 Yen steigen in diesem Jahr. Societe Generale nennt ein Kursziel von 97 Yen bis Jahresende. Bisher ging die Bank von 87 Yen aus. Citibank glaubt, dass der Dollar bis Ende März auf 90 Yen steigt. Zuvor war die Bank von 87 Yen ausgegangen.

  • Welchen Yen-Kurs die Exporteure wünschen

    Die Exportwirtschaft verweist darauf, dass die japanische Währung noch immer 13 Prozent über seinem Zehnjahres-Durchschnitt liegt. Dieser liegt gegenüber dem Dollar bei 101 Yen. Die Industrie in Japan wünscht sich einen Dollarkurs zwischen 90 and 100 Yen. Das sagt, Hiroshi Tomono, Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp.

  • Treiber für Export-Aktien

    Die fortgesetzte Yen-Abwertung gegenüber den großen Währungen der Welt hilft vor allem den japanischen Exporteuren. Deren Aktien profitieren daher regelmäßig besonders stark, wenn der Yen an Wert verliert.

  • Rekorde an der Börse

    Das Börsenbarometer Nikkei-Index marschiert im Januar von Rekord zu Rekord. Inzwischen liegen die Aktienkurse auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren.

     

Die Investoren müssten sich nun daran gewöhnen, dass die Wirtschaftsleistung in den fernöstlichen Land nun nur noch um sieben bis acht Prozent jährlich zulegen könne, sagte Philip Poole, Chefstratege bei HSBC Global Asset Management. Das dämpfte die Stimmung der Investoren: Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,2 Prozent nach.

In Tokio schloss der Leitindex Nikkei mit 10.609 Punkten nahezu unverändert. "Die Schwäche der asiatischen Märkte war eine Belastung", sagte ein Fondsmanager. Gestützt wurde die Stimmung jedoch vom wieder schwächeren Yen, der Exportwerten zugutekam. Zunächst lag der Nikkei-Index im Plus. Im Laufe des Tages war der Index allerdings zeitweise mehr als ein Prozent im Minus, weil die Yen-Entwicklung wieder verunsicherte. Erst zum Schluss verbuchte der Nikkei-Index dann wieder Gewinne.

Top10: Die besten Aktienfonds 2012

  • Rangliste

    Ein Überblick über die besten Fonds in den Aktienkategorien, die am besten im Jahr 2012 gelaufen sind.

    Quelle: Feri EuroRating Services AG

  • Platz 10

    Aktien Greater China
    Vitruvius Greater China Equity B USD    29,53 Prozent

  • Platz 9

    Aktien Euroland
    Fidelity Funds - Euro Blue Chip A-EUR   31,43 Prozent

  • Platz 8

    Aktien Asien Pazifik ex Japan
    Templeton Asian Smaller Companies A (acc) USD           33,72 Prozent

  • Platz 7

    Aktien Nordamerika
    Legg Mason Capital Management Opptnty A Dis A USD               35,26 Prozent

  • Platz 6

    Aktien Europa
    Comgest Growth Greater Europe Opportunities Euro   35,42 Prozent

  • Platz 5

    Aktien Emerging Markets
    RBS Market Access MSCI Emg and Frntr Afr xSA ETF      36,44 Prozent

  • Platz 4

    Aktien Deutschland Mid/Small Caps
    DWS German Small/Mid Cap     36,65 Prozent

  • Bronze

    Aktien Deutschland
    DWS Deutschland           38,43 Prozent

  • Silber

    Aktien Europa Mid/Small Caps
    Dexia Equities B Europe Small & Mid Caps C Cap              39,99 Prozent

  • Gold

    Aktien Mittel-/Osteuropa
    Renaissance Ottoman A EUR     41,15 Prozent

     

Händler gehen nicht davon aus, dass die japanische Währung bald wieder nennenswerte Kursgewinne zum Dollar verzeichnet. Grund ist die Geldpolitik der japanischen Notenbank, die einen sehr lockeren Kurs fährt, um dem Japan aus einer viele Jahre anhaltenden Deflation zu helfen und das Wachstum zu stärken. Die Toyota-Aktien legten 1,3 Prozent zu, die Papiere von Canon gewannen 0,2 Prozent.

Die Pannenserie bei Boeings Dreamliner belastete die Börse dagegen erneut. Unter Druck standen die Zulieferer des US-Flugzeugbauers. Die Aktien von Fuji Heavy Industries gaben 1,2 Prozent nach. Für GS Yuasa und Mitsubishi Heavy ging es ebenfalls nach unten. Die Maschinen vom Typ 787 müssen nach einer Notlandung wegen defekter Batterien in Japan, Europa, Indien und den USA am Boden bleiben. Unklar ist, wann die Maschinen wieder abheben dürfen.

Tops und Flops: Was Aktien, Anleihen und Rohstoffe brachten

Deutliche Verluste verbuchten auch die Börsen in China. Anleger nahmen Gewinne mit und hielten sich vor der Veröffentlichung des chinesischen Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal und der Industrieproduktion im Dezember am Freitag mit Käufen zurück. In Shanghai tendierte der Aktienmarkt knapp ein Prozent schwächer, in Hongkong rund 0,2 Prozent. Nur die Börse in Australien lag im Plus.

  • 17.01.2013, 06:26 Uhrcrystal_clear

    Nichts ist so alt wie ein 2 Stunden alter Börsenbericht.
    Nikkei im Sinkflug 10.500 z.Zt.

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