
TokioEnttäuschende Bilanzen der US-Konzerne Google und Microsoft haben am Freitag an den meisten asiatischen Börsen für Kursverluste gesorgt. Der japanische Nikkei konnte sich zwar noch mit einem Plus von 0,2 Prozent behaupten und schloss sogar knapp über 9000 Punkten. Doch der koreanische Kospi fiel um 0,8 Prozent, der taiwanische Leitindex verlor 0,8 Prozent, der Index in Shanghai notierte kaum verändert. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Raum Asien-Pazifik ohne Japan gab um 0,3 Prozent nach.
Die Stimmung an den asiatischen Börsen litt vor allem unter den enttäuschenden Quartalszahlen der US-Konzerne Google und Microsoft. Google verschreckte die Börsianer mit einem Gewinneinbruch von 20 Prozent. Außerdem waren die Ergebnisse des Internetkonzerns versehentlich zu früh veröffentlicht worden, was Börsianer irritierte und zu einem turbulenten Geschäft führte.
Zeitweise fiel die Google-Aktie um zehn Prozent und wurde vom Handel ausgesetzt. Sie schloss schließlich acht Prozent im Minus. Der Computerkonzern Microsoft enttäuschte die Analysten ebenfalls mit einem Gewinnrückgang von über 20 Prozent. Nach Handelsschluss fiel die Microsoft-Aktie um gut ein Prozent.
Vor allem Technologiewerte kamen in Asien daraufhin unter die Räder. Die Aktien des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung rutschten um gut zwei Prozent. Die Aktien von Yahoo Japan fielen um 2,4 Prozent. Japanische Aktien konnten sich in Asien noch relativ gut halten. Sie wurden gestützt von dem weiterhin schwachen Yen und der Aussicht auf eine weitere geldpolitische Lockerung durch die japanische Notenbank.
In den Sog von Google geriet dagegen das Internetunternehmen Yahoo Japan. Die Aktie verlor 3,15 Prozent. Google hatte am Donnerstag die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich verfehlt, weil sich das wichtige Werbegeschäft verlangsamte. Der Konzern verdient mit Anzeigen auf Smartphones oder Tablet-PCs weniger als auf herkömmlichen Seiten.
Die Suchmaschine ist Googles Herz. Gut 90 Prozent von Umsatz und Gewinn werden hier generiert. Zusammen mit Google Maps besteht ein fast uneinholbarer Vorsprung zu den Wettbewerbern. Die Masse der Forschung wird auf die Suche konzentriert.
Googles Betriebssystem Android hat sich auf dem Mobilfunkmarkt durchgesetzt. Es ist die Eintrittskarte in den mobilen Internetmarkt, die lokale Suche und das Geschäft mit Software, Apps und Medien. Damit ist Android die Versicherung für die Zukunft. Problem: Massiver Beschuss durch Patentklagen. Hier droht eine echte Gefahr.
Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandsteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.
Zum Leben verdammt: Der Spätstarter im Social-Networking-Bereich ist die letzte Chance, dem Giganten Facebook Paroli zu bieten.
Rechen- und Speicherleistung im Internet ist das Herzstück vieler Google-Dienste und eine vielversprechende Erweiterung in den Geschäftskundenbereich. Google kann dort seine Stärken ausspielen.
Mit der Übernahme von Motorola ist Google 2012 ist die Hardware-Produktion eingestiegen. Bislang belastet die Sparte allerdings die Bilanz mit Verlusten.
Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.
Der Datenspeicher-Hersteller SanDisk hat im dritten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Bei einem Umsatz von 1,27 Milliarden Dollar verdiente der US-Konzern nach eigenen Angaben vom Donnerstag 77 Millionen Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit Umsatzerlösen von nur 1,22 Milliarden Dollar gerechnet.
Ohne Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie 48 Cent. Experten waren von lediglich 33 Cent je Anteilsschein ausgegangen. Nachbörslich legte die SanDisk-Aktie um rund fünf Prozent zu.
Der japanische Mobilfunkkonzern Softbank hat ein Gebot für den amerikanischen Telekom-Wunschpartner MetroPCS nicht ausgeschlossen. Sein Unternehmen könnte mit anderen Mobilfunkern zusammengehen, wenn sich die Gelegenheit biete, sagte Softbank-Chef Masayoshi Son in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal". Die Deutsche Telekom will eigentlich ihre Tochter T-Mobile USA mit MetroPCS fusionieren.
Softbank übernimmt für 20 Milliarden Dollar die Mehrheit an Sprint Nextel <S.N> und will damit einen neuen Markt erschließen. Sprint-Chef Dan Hesse sagte nun in dem gemeinsamen Interview Mit Son, eine Fusion seines Unternehmens mit T-Mobile USA sei langfristig möglich. Im Moment konzentriere sich Sprint aber auf die Übernahme durch Softbank.





