Marktberichte

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Börse Tokio: US-Haushaltsstreit belastet Nikkei-Index

Der US-Haushaltsstreit hat für Verunsicherung in Japan gesorgt. Die Griechenland-Einigung, die zuletzt die Tokioter Börse beflügelte, scheint vergessen. Chinas Währung ist nach Ansicht der USA weiter unterbewertet.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Quelle: dapd
Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Quelle: dapd

TokioNach der Rally der vergangenen Tage hat der Haushaltsstreit in den USA am Mittwoch die Börsen in Fernost auf Talfahrt geschickt. In der Auseinandersetzung um ein neues Budget stehen sich Demokraten und Republikaner nach wie vor unversöhnlich gegenüber.

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Ohne Einigung drohen automatische Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen zum Jahreswechsel, die in der größten Volkswirtschaft zu einer Rezession führen könnten. Die Erleichterung über eine Einigung der Euro-Finanzminister auf neue Hilfen für Griechenland am Tag zuvor trat wieder in den Hintergrund.

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In Tokio verlor der Nikkei-Index 1,2 Prozent auf 9308 Punkte, nachdem er am Dienstag den höchsten Stand seit sieben Monaten erreicht hatte. Vor allem die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik, falls bei Wahlen Mitte Dezember wie vorausgesagt die größte Oppositionspartei an die Macht kommen sollte, hatte in den vergangenen zwei Wochen die Kurse in Tokio getrieben. Auch der breiter gefasste Topix gab nun wieder deutlich nach und verlor 1,3 Prozent auf 771 Zähler.

"Die Märkte liefern hier zurzeit keine überzeugenden Anlagewerte, weil immer noch die dunkle Wolke der Unsicherheit die Wirtschaftslage überschattet, vor allem in Europa und den USA, aber auch bis in diesen Teil der Welt", sagte Händler Jamie Spiteri von Shaw Stockbroking mit Blick auf australische Papiere.

Auch an den übrigen Börsen in Asien zeigten sich die Anleger verunsichert. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik außer Japan gab um rund 0,5 Prozent nach. Die größten Verluste verbuchte dabei der Aktienmarkt in China, nachdem der Leitindex in Shanghai bereits am Tag zuvor erstmals seit fast vier Jahren unter der Marke von 2000 Punkten geschlossen hatte.

Bei den Einzelwerten standen in Tokio vor allem Exportwerte auf den Verkaufszetteln. So gaben Papiere des Kameraherstellers Canon mehr als drei Prozent ab. Beim Elektronikkonzern Sony waren es 1,5 Prozent. Papiere des Autobauers Honda verloren rund zwei Prozent.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:55 Uhr)

Auch an den Devisenmärkten ist die Erleichterung über eine Einigung auf weitere Milliardenkredite für Griechenland schnell verflogen. Der Euro fiel im fernöstlichen Handel auf 1,2922 Dollar, nachdem er am Dienstag mit 1,3010 Dollar den höchsten Stand seit Oktober erreicht hatte.

Die chinesische Währung ist nach Einschätzung der US-Regierung weiter deutlich unterbewertet. Allerdings sei der Yuan seit Juni 2010 inflationsbereinigt um 12,6 Prozent im Vergleich zum Dollar gestiegen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Finanzministeriums. Die Regierung in Peking habe ihre Interventionen auf Devisenmärkten seit dem vergangenen Jahr deutlich verringert und Kapitalverkehrskontrollen gelockert.

Die Regierung warf der Volksrepublik auch keine Währungsmanipulationen wie zwischen 1992 und 1994 vor. Diese Anschuldigung wäre zwar nur von symbolischer Bedeutung gewesen. Die US-Regierung hätte das Thema dann aber offen ansprechen müssen. Viele US-Firmen kritisieren schon länger, dass die chinesische Regierung den Wert der Landeswährung künstlich niedrig halte, um ihre exportabhängige Industrie auf Kosten amerikanischer Arbeitsplätze zu schützen.

 

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