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Börse Tokio: Verschnaufpause beim Nikkei-Index

Die Börse in Tokio hat am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel knapp ein Prozent, der breit gefasste Topix stieg dagegen.

Aktienanzeige in Downtown Tokio. Quelle: Reuters
Aktienanzeige in Downtown Tokio. Quelle: Reuters

TokioDer Tokioter Aktienmarkt hat am Donnerstag nach den kräftigen Gewinnen vom Vortag eine Verschnaufpause eingelegt. Händler sagten, vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hielten sich viele Anleger zurück und würden Gewinne mitnehmen.

Nikkei-Index: Die zehn besten Tage an Japans Aktienmarkt

  • Rasanter Kursanstieg

    Vier Prozent an einem Tag - das ist ungewöhnlich viel für den Nikkei-Index, der immerhin 225 Werte umfasst. Doch es gab noch viel bessere Tage. Die Hitliste.

  • Platz 1

    14. Okt. 2008     9.447,57               1.171,14 Punkte               14,15 Prozent

  • Platz 2

    2. Okt. 1990       22.898,41            2.676,55 Punkte               13,24 Prozent

  • Platz 3

    15. Dez. 1949     109,62       11,12 Punkte                   11,29 Prozent

  • Platz 4

    30. Okt. 2008     9.029,76               817,86 Punkte   9,96 Prozent

  • Platz 5

    21. Okt. 1987     23.947,40            2.037,32 Punkte               9,30 Prozent

  • Platz 6

    17. Nov. 1997    16.283,32            1.200,80 Punkte               7,96 Prozent

  • Platz 7

    31. Jan. 1994      20.229,12            1.471,24 Punkte               7,84 Prozent

  • Platz 8

    29. Okt. 2008     8.211,90               589,98 Punkte   7,74 Prozent

  • Platz 9

    10. Apr. 1992     17.850,66            1.252,51 Punkte               7,55 Prozent

  • Platz 10

    21. Mär. 2001    13.103,94            912,97 Punkte   7,49 Prozent


Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte einen Abschlag von 106,68 Punkten oder 0,93 Prozent beim Stand von 11 357,07 Punkten. Der breit gefasste Topix stieg dagegen knapp um 0,36 Punkte oder 0,04 Prozent und ging beim Stand von 969,18 Zählern aus dem Markt.

Am Mittwoch war der Nikkei auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren geklettert. Grund war der vorzeitige Abgang des japanischen Notenbankchefs. Anleger gehen davon aus, dass nun der Weg für eine weitere Lockerung der Geldpolitik frei ist.

Dies wiederum dürfte die Landeswährung Yen weiter schwächen und damit die Exporte des Landes nach Amerika und Europa verbilligen. Die Regierung verfolgt aktiv die Abwertung der Währung, um die Konjunktur anzukurbeln.

Yen-Verfall: Wie tief sinkt Japans Währung noch?

  • Gradmesser

    Für die Aktienmärkte ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar ein Gradmesser für die Abwertung der Landeswährung. 2012 fiel der Yen 15 Prozent gegenüber zehn großen Weltwährungen - so viel wie seit 1979 nicht mehr. Dies ergibt sich aus einem Bloomberg-Index.

  • Kurs

    Die Notierung erfolgt in Yen pro Dollar, etwa: 85 Yen. Wenn dieser Wert steigt, etwa auf 90 Yen, steigt der Wert der US-Währung, und es sinkt der Wert der japanischen Währung.

  • Neue Regierung

    Die neue japanische Regierung will die Konjunktur ankurbeln. Dafür nutzt sie alle Hebel. Einer davon ist auch die Schwächung der Währung. 2012 fiel der Yen um 11 Prozent gegenüber dem Dollar - so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr.

  • Fiskalpolitik

    Die japanische Regierung hat ein enormes Konjunkturpaket im Volumen von 20,2 Billionen Yen (173 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 Arbeitsplätze verspricht sich Regierungschef Shinzo Abe davon.

  • Geldpolitik

    Ministerpräsidenten Shinzo Abe drängt die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern und so die Fiskalpolitik zu flankieren. Die Zeitung Nikkei zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Er wolle, dass die Notenbank sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.

  • Wirtschaft schrumpft

    Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist auf Jahresbasis im dritten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass es im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent zurückgegangen ist.

  • Die Wende

    Für das erste Quartal 2013 erwarten Ökonomen wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent in Japan.

  • Währungsverfall

    Die Konjunkturschwäche geht mit einem Wertverfall der Währung einher. Anfang 2013 liegt der Dollar gegenüber mit fast 90 Yen auf dem höchsten Niveau seit Juni 2010, also seit mehr als zweieinhalb Jahren. Gegenüber dem Euro markiert der Yen die niedrigsten Kurse seit Mai 2011, also seit mehr als anderthalb Jahren.

  • Yen-Prognosen

    Die Banken rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Yen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Regierung, die genau dies fördern will durch ihre Fiskalpolitik.

  • Wo Banken den Yen sehen

    Morgan Stanley erklärte in einer Analyse, der Dollar könne gegenüber der japanischen Währung noch auf 100 Yen steigen in diesem Jahr. Societe Generale nennt ein Kursziel von 97 Yen bis Jahresende. Bisher ging die Bank von 87 Yen aus. Citibank glaubt, dass der Dollar bis Ende März auf 90 Yen steigt. Zuvor war die Bank von 87 Yen ausgegangen.

  • Welchen Yen-Kurs die Exporteure wünschen

    Die Exportwirtschaft verweist darauf, dass die japanische Währung noch immer 13 Prozent über seinem Zehnjahres-Durchschnitt liegt. Dieser liegt gegenüber dem Dollar bei 101 Yen. Die Industrie in Japan wünscht sich einen Dollarkurs zwischen 90 and 100 Yen. Das sagt, Hiroshi Tomono, Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp.

  • Treiber für Export-Aktien

    Die fortgesetzte Yen-Abwertung gegenüber den großen Währungen der Welt hilft vor allem den japanischen Exporteuren. Deren Aktien profitieren daher regelmäßig besonders stark, wenn der Yen an Wert verliert.

  • Rekorde an der Börse

    Das Börsenbarometer Nikkei-Index marschiert im Januar von Rekord zu Rekord. Inzwischen liegen die Aktienkurse auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren.

     

Gegen den Trend gaben die Aktien des Kameraherstellers Nikon um 18 Prozent nach. Das Unternehmen kürzte seine Geschäftsprognosen deutlich. Die Aktie sank auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Monaten.

Gegenläufig war die Entwicklung beim Autobauer Mazda : Dieser hob seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr per Ende März um 80 Prozent an. Die Anleger honorierten dies mit Aufschlägen auf die Mazda-Aktie von gut 14 Prozent.

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Die Entwicklung an Wall Street: Die zunehmende Nervosität der Anleger hat die Finanzmärkte am Mittwoch unter Druck gesetzt. Wie in Europa sicherten auch an der Wall Street viele Anleger ihre Gewinne. Weil keine wichtigen Konjunkturdaten bekanntgegeben wurden, fehlte vielen Investoren ein Leitfaden für den Handel. Der Dow-Jones der 30 Standardwerte sowie der breiter gefasste S&P 500 legten leicht auf 13.986 beziehungsweise 1512 Punkte zu.

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