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Börsen-Ausblick: Börsianer rechnen mit einer kurzen Korrektur

Wie stark wirkt der "Dubai-Schock" tatsächlich auf die Börsen? Diese Frage steht in der kommenden Handelswoche im Mittelpunkt. Die meisten Experten rechnen nicht mit langfristigen Folgen, sondern mit einer Rückkehr der "Schaukelbörse". Auch eine Jahresendrally bleibt ein realistisches Szenario.

Händler an der Frankfurter Börse: Noch ist die Stimmung optimistisch. Quelle: dpa
Händler an der Frankfurter Börse: Noch ist die Stimmung optimistisch. Quelle: dpa

FRANKFURT. Wer sich Mitte vergangener Woche auf eine geruhsame Adventszeit an den Börsen eingestellt hat, sah sich getäuscht. Obwohl das Jahr aufregend genug war, signalisierte der „Dubai-Schock“ eindrucksvoll, dass von einem Ende der Krise keine Rede sein kann. Wie groß die Auswirkungen auf die Märkte tatsächlich ausfallen werden, kann ohnehin erst in dieser Woche beurteilt werden. Hatten doch ausgerechnet die beiden entscheidenden Handelsplätze in den USA und den arabischen Ländern wegen der Feiertage „Thanksgiving“ bzw. „Eid al-Adha“ geschlossen.

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Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was diese Woche passieren kann, erlebten die Anleger am Freitag, als an der Wall Street nur wenige Stunden gehandelt wurde. Speziell Banktitel wie JP Morgan, Bank of America und Citigroup standen wegen der Sorge um den Ausfall von Kreditengagements am Golf unter Druck. Wobei sich die Verluste in Größenordnungen zwischen drei und vier Prozent bewegten, was wiederum die meisten Investoren als moderat bezeichneten. Zumal die Kurse deutscher Geldhäuser, die am Donnerstag kräftig litten, am Freitag schon wieder im Plus lagen.

Der Schock dürfte demnach, sollten nicht noch weitere Nachbeben kommen, in dieser Woche nicht allzu lange anhalten. Bestenfalls mit einer kurzfristigen Korrektur rechnen selbst die jeglichem übertriebenen Optimismus unverdächtigen Experten der Landesbank Berlin. Nur die ohnehin schon bekannte „Schaukelbörse“ bleibe bestehen. Die genaue Richtung gibt ohnehin die Wall Street vor. Steckt man dort die Schreckensmeldungen der vergangenen Tage gut weg, dann trauen selbst gewöhnlich zurückhaltende Naturen wie Strategen der DZ Bank den Börsen in diesem Jahr noch einiges zu. „Eine Jahresendrallye ist aufgrund der vorhandenen Liquidität realistisch, spätestens im Frühjahr droht jedoch eine scharfe Korrektur“, heißt es.

Für die Anleihemärkte, die Ende vergangener Woche stattliche Gewinne verbuchten, könnte das eine Rückkehr in ruhigere Gewässer bedeuten. Unabhängig von der Entwicklung in Dubai stehen zwei Daten dabei im Mittelpunkt des Interesses, beide werden am Donnerstag erwartet. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird dann ihre Einschätzung zu Konjunktur und Inflation im kommenden Jahr veröffentlichen. Am selben Tag wird es im US-Senat eine Anhörung des Finanzausschusses zur Wiederwahl von Ben Bernanke als Präsident der Notenbank geben. Beides dürfte den Bondmarkt mehr beschäftigen als die Lage am Golf.

Gerüchte um Rohstoffe und Devisen bewegen die Kurse

Spannend wird diese Woche auch am Rohstoff-Markt. Kannte der seit dem Sommer fast nur eine Richtung, nämlich nach oben, so gab es zuletzt einen Dämpfer. Die größten Verluste seit Juli musste der 24 Rohstoffe umfassende Index S&P GSCI Index hinnehmen, er fiel am Freitag um mehr als vier Prozent. Selbst der Goldpreis, der zuletzt unabhängig von allen Wendungen an den Märkten gestiegen war und an der Marke von 1 200 Dollar gekratzt hat, verlor zeitweise 50 Dollar.

Ein Gerücht lautete, dass die arabischen Staaten bislang stark am Goldmarkt engagiert sind und bei einem Anhalten der Krise einen Teil ihrer Bestände „verflüssigen“ könnten. Wie gesagt, es handelt sich um ein Gerücht, das sich im Moment durch nichts erhärten lässt. Bei den aktuellen Kursen würde es aber durchaus Sinn ergeben.

Auch am Devisenmarkt stehen diese Woche Aufräumarbeiten an. Speziell bei den Währungen aus den Schwellenländern, die nach den Meldungen aus Dubai gegen risikoärmere Währungen getauscht wurden. Bei diesen könnte der Internationale Währungsfonds (IWF) diese Woche auf eine Überbewertung des Euros hinweisen, heißt es als Gerücht. Eine erwachender Dollar und ein fallender Euro wären die Folge.

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