
TokioIn der von Feiertagen geprägten Finanzwoche in Fernost ist am Montag der Handel dünn geblieben. Wegen des chinesischen Neujahrsfests blieben die Aktienmärkte in China, Taiwan, Südkorea und Singapur geschlossen. In Japan wurde die Reichsgründung gefeiert und deswegen an den Börsen nicht gehandelt.
In Australien verlor der Leitindex leicht. Am Freitag hatte der ASX 200 noch auf dem höchsten Stand seit 34 Monaten geschlossen. Langsam richtet sich der Blick der Händler auf die beginnende Bilanzsaison in Australien. Unter anderem präsentieren der Bergbaukonzern Rio Tinto und die Commonwealth Bank in dieser Woche ihre Quartalszahlen.
Vier Prozent an einem Tag - das ist ungewöhnlich viel für den Nikkei-Index, der immerhin 225 Werte umfasst. Doch es gab noch viel bessere Tage. Die Hitliste.
14. Okt. 2008 9.447,57 1.171,14 Punkte 14,15 Prozent
2. Okt. 1990 22.898,41 2.676,55 Punkte 13,24 Prozent
15. Dez. 1949 109,62 11,12 Punkte 11,29 Prozent
30. Okt. 2008 9.029,76 817,86 Punkte 9,96 Prozent
21. Okt. 1987 23.947,40 2.037,32 Punkte 9,30 Prozent
17. Nov. 1997 16.283,32 1.200,80 Punkte 7,96 Prozent
31. Jan. 1994 20.229,12 1.471,24 Punkte 7,84 Prozent
29. Okt. 2008 8.211,90 589,98 Punkte 7,74 Prozent
10. Apr. 1992 17.850,66 1.252,51 Punkte 7,55 Prozent
21. Mär. 2001 13.103,94 912,97 Punkte 7,49 Prozent
Neben den Geschäftszahlen rücken auch Spanien und Italien wieder in den Fokus. Der Korruptionsskandal in Spanien und die bevorstehende Parlamentswahl in Italien sorgten trotz jüngst guter Konjunkturdaten aus China und den USA für Verunsicherung.
Der Euro hielt sich in Fernost bei dünnen Handelsumsätzen stabil bei Kursen von 1,3386 Dollar. Trotzdem blieben Händler für die weitere Entwicklung der Gemeinschaftswährung skeptisch. "Der Aufwärtstrend des Euro ist wahrscheinlich begrenzt und von kurzer Dauer", sagte Barclays-Analyst Aroop Chatterjee. "Wir rechnen damit, dass der Euro ab dem zweiten Quartal auf dem Rückmarsch ist." Der Dollar wurde mit 92,55 Yen gehandelt nach 92,70 Yen im späten New Yorker Handel am Freitag.
Überraschend starke Konjunkturdaten aus China hatten an den meisten asiatischen Aktienmärkten am Freitag für eine positive Stimmung gesorgt. Der Nikkei-Index war dagegen um 1,8 Prozent auf 11.153 Punkte gefallen.
Der australische Börsenbetreiber ASX muss vorerst keine Konkurrenz für sein Abwicklungsgeschäft durch den europäischen Anbieter LCH.Clearnet fürchten. Die australische Regierung kündigte am Montag an, eine Entscheidung über eine Öffnung des Marktes für das sogenannte Clearing werde erst in zwei Jahren fallen. Finanzminister Wayne Swan begründete den Aufschub damit, dass die ASX sich zu bestimmten Schritten für mehr Transparenz bereit erklärt habe.
Für die Aktienmärkte ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar ein Gradmesser für die Abwertung der Landeswährung. 2012 fiel der Yen 15 Prozent gegenüber zehn großen Weltwährungen - so viel wie seit 1979 nicht mehr. Dies ergibt sich aus einem Bloomberg-Index.
Die Notierung erfolgt in Yen pro Dollar, etwa: 85 Yen. Wenn dieser Wert steigt, etwa auf 90 Yen, steigt der Wert der US-Währung, und es sinkt der Wert der japanischen Währung.
Die neue japanische Regierung will die Konjunktur ankurbeln. Dafür nutzt sie alle Hebel. Einer davon ist auch die Schwächung der Währung. 2012 fiel der Yen um 11 Prozent gegenüber dem Dollar - so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr.
Die japanische Regierung hat ein enormes Konjunkturpaket im Volumen von 20,2 Billionen Yen (173 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 Arbeitsplätze verspricht sich Regierungschef Shinzo Abe davon.
Ministerpräsidenten Shinzo Abe drängt die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern und so die Fiskalpolitik zu flankieren. Die Zeitung Nikkei zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Er wolle, dass die Notenbank sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.
Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist auf Jahresbasis im dritten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass es im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent zurückgegangen ist.
Für das erste Quartal 2013 erwarten Ökonomen wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent in Japan.
Die Konjunkturschwäche geht mit einem Wertverfall der Währung einher. Anfang 2013 liegt der Dollar gegenüber mit fast 90 Yen auf dem höchsten Niveau seit Juni 2010, also seit mehr als zweieinhalb Jahren. Gegenüber dem Euro markiert der Yen die niedrigsten Kurse seit Mai 2011, also seit mehr als anderthalb Jahren.
Die Banken rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Yen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Regierung, die genau dies fördern will durch ihre Fiskalpolitik.
Morgan Stanley erklärte in einer Analyse, der Dollar könne gegenüber der japanischen Währung noch auf 100 Yen steigen in diesem Jahr. Societe Generale nennt ein Kursziel von 97 Yen bis Jahresende. Bisher ging die Bank von 87 Yen aus. Citibank glaubt, dass der Dollar bis Ende März auf 90 Yen steigt. Zuvor war die Bank von 87 Yen ausgegangen.
Die Exportwirtschaft verweist darauf, dass die japanische Währung noch immer 13 Prozent über seinem Zehnjahres-Durchschnitt liegt. Dieser liegt gegenüber dem Dollar bei 101 Yen. Die Industrie in Japan wünscht sich einen Dollarkurs zwischen 90 and 100 Yen. Das sagt, Hiroshi Tomono, Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp.
Die fortgesetzte Yen-Abwertung gegenüber den großen Währungen der Welt hilft vor allem den japanischen Exporteuren. Deren Aktien profitieren daher regelmäßig besonders stark, wenn der Yen an Wert verliert.
Das Börsenbarometer Nikkei-Index marschiert im Januar von Rekord zu Rekord. Inzwischen liegen die Aktienkurse auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren.
Die Sorge über einen Verlust der Kontrolle über die heimischen Abwicklungssysteme war für Swan bereits beim Veto im Jahr 2011 gegen die Übernahme von ASX durch die Singapore Exchange ein entscheidender Faktor. Die Singapore Exchange hatte acht Milliarden Dollar für ASX geboten.
Bislang hat lediglich LCH.Clearnet eine Lizenz für Australien beantragt. Das in London ansässige Unternehmen war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Londoner Börse <LSE.L> will für 366 Millionen Euro die Mehrheit an LCH.Clearnet übernehmen.





