Marktberichte

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Börsenausblick: Wall Street hofft auf Geldfluss aus Bond-Märkten

Schichten die Anleger ihr Vermögen aus den Anleihe- in die Aktienmärkte um? Diese Frage beschäftigt die Anleger in der kommenden Woche. Die „Great Rotation“ ist das Gesprächsthema an der Wall Street.

Steht eine "Great Rotation" bevor? Die Experten sind uneins. Quelle: ap
Steht eine "Great Rotation" bevor? Die Experten sind uneins. Quelle: ap

New YorkDie New Yorker Anleger beschäftigt in der kommenden Woche eine zentrale Frage: Steht eine Umschichtung von Vermögen aus den Anleihe- in die Aktienmärkte in großem Stil bevor? Diese als "Great Rotation" bezeichnete Entwicklung ist mitten in der Bilanzsaison das Gesprächsthema an der Wall Street. Doch ob es sich dabei um ein realistisches Szenario oder eher um eine Hoffnung der Börsianer handelt, ist mit Blick auf die Statistiken nicht ganz so eindeutig: Zwar haben die Anleger im Januar massiv Geld in die Aktienmärkte gepumpt, doch dies ist für den Jahresauftakt nicht ungewöhnlich. Auch zweifeln einige Experten an der viel diskutierten Annahme, dass sich Kleinanleger inzwischen wieder in Scharen an die Börse trauen.

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Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

  • Platz 10

    Chevron

    Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 9

    Nestle

    Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

    Branche: Konsumgüter

  • Platz 8

    IBM

    Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Platz 7

    Microsoft

    Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Platz 6

    General Electric

    Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

    Branche: Mischkonzern

  • Platz 5

    Wal-Mart

    Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

    Branche: Handel

  • Platz 4

    PetroChina

    Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 3

    Berkshire Hathaway

    Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

    Branche: Investment

  • Platz 2

    Exxon Mobil

    Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 1

    Apple

    Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Berechnung

    Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

    Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

In den ersten vier Wochen des Jahres haben Investoren mehr als 20 Milliarden Dollar in die Aktienmärkte fließen lassen - so viel wie laut Lipper-Daten innerhalb von vier Wochen seit April 2000 nicht mehr. Doch im Vergleich zu den über 400 Milliarden Dollar, die seit Anfang 2008 von den Börsen abgezogen wurden, erscheint die Summe gar nicht mehr so riesig. Zudem gibt es im Januar verschiedene andere Gründe, in den Aktienmarkt zu drängen: Dividenden vom Jahresende oder aus Steuergründen veräußerte Anlagen werden wieder investiert. Auch ist eine solche Hoch-Phase des Aktienkaufs keineswegs immer in einen langfristigen Trend gemündet.

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"Das hat es immer wieder mal gegeben", sagt Tobias Levkovich, US-Aktienstratege bei Citigroup. Bei einem Höhenflug der Börsen sei zu bestimmten Zeitpunkten wiederholt viel Geld in die Aktien geflossen, aber von Dauer sei das nicht unbedingt gewesen. Doch auch wenn es nicht gleich zur herbeigesehnten "Great Rotation" kommt, läuft es an der Börse gut: Der S&P legte den besten Januar seit 1997 hin und näherte sich seinem Allzeithoch von Oktober 2007. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte knackte am Freitag die Marke von 14.000 Punkten und schloss auf dem höchsten Stand seit Mitte Oktober 2007. Zuletzt stärkten vor allem positiv aufgenommene Zahlen vom US-Arbeitsmarkt den Konjunkturoptimismus der Anleger.

Einkaufsmanagerindex steigt Industrie gibt Hoffnung für die US-Wirtschaft

Die US-Industrie ist im Januar überraschend stark gestiegen.

Die jüngsten Höhenflüge der Indizes nährten Spekulationen, dass ein Run der Kleinanleger auf die Aktienmärkte begonnen hat - weg von den als sicher geltenden Bondmärkten. Doch Experten gehen eher davon aus, dass Kleininvestoren nach der Finanzkrise vorerst weiter vor Aktienkäufen in großem Stil zurückschrecken. "Viele Leute zögern noch, sich mit Herzblut am Aktienmarkt zu engagieren", sagte David Joy, Chefmarktstratege bei Columbia Management Advisors. Zudem seien im Januar auch mehr Mittel in die Anleihemärkte gebracht als abgezogen worden - so dass von einer Umschichtung kaum die Rede sein könne.

In dem Unwissen, ob die "Great Rotation" Wahrheit oder Wunschdenken ist, können sich die Anleger in der kommenden Woche auf die Fortsetzung der bisher recht gut verlaufene Bilanzsaison konzentrieren. So legt unter anderem der Unterhaltungskonzern Walt Disney am Dienstag seine Zahlen vor, gefolgt vom Kreditkartenunternehmen Visa am Mittwoch. Zudem dürften sie ihren Blick in den kommenden Tagen auch auf Europa richten, wo Börsianer von den Ratssitzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank von England (BoE) aber keine Veränderungen der Geldpolitik erwarten.

  • 02.02.2013, 17:45 UhrRepublikaner

    Wer als Portfolio-Manager diese Überschrift liest, weiß, daß jetzt der beste Platz mit Überlebenschance in einem Bunker ist. Die chose ist doch längst gelaufen!!!! Wer in irgendeiner Form noch klar bei Verstand ist, wir sich auf keine der so sichtbaren Blasen einlassen: weder bei den Bonds noch bei den Aktien! Die Anlageklassen der näheren Zukunft sind ziemlich exotisch und hybrid - aber das ist nichts für einen chat.

  • 02.02.2013, 18:04 Uhrhanwufu

    Es kommt immer drauf an ob sich ALLE einig sind eine Blase aufzupusten oder nicht ;)

  • 02.02.2013, 18:38 UhrRepublikaner

    @hanwufo : wer eine Blase aufbläst, ist heute keine Frage mehr von ahnungslosen Investoren, die irgendwelchem "Gral" hinterherrennen und irgendwie helfen etwas aufzublasen. Ich glaube, daß da etwas viel tieferes rumort. In der "oberflächlichen" Presse werden gerne "Experten" zitiert, die weder Verantwortung für verwaltetes Kapital haben, noch sonst irgendwie in der Pflicht sind Ergebnisse zu liefern. Wer in diesem Jahr gute Ergebnisse füe seine Auftraggeber liefern will, muß sich eine Menge einfallen lassen. Ein Blick in den Rückspiegel ist nicht hilfreich! Einen Porsche zu fahen mit einzigem Navigationsinstrument "Rückspiegel" ist so etwas wie Selbstmord!

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